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Nach 800 Tagen Bauzeit in Blankenberg : Finale der Bahnhof-Bauarbeiten

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mittwoch um 16 Uhr soll die neue Signalanlage beim B 192-Übergang in Betrieb gehen

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Nach über 800 Tagen Bauzeit – mit  diversen Unterbrechungen – soll morgen um 16 Uhr  die neue Signaltechnik am Blankenberger Bahnübergang der B 192 endlich in Betrieb gehen. Damit sind auch die Blankenberger Tage für Horst Krumrey gezählt, Polier der Firma KSG Bau aus Lampertswalde bei Dresden, die im Auftrag der Deutschen Bahn  (DB) die umfangreichen  Modernisierungsarbeiten  durchführte. „Am 2. Mai geht es weiter nach  Bayern bei Neukirchen“, sagt Krumrey, der seit  20 Jahren im DB-Auftrag durch die deutschen (Bahn-)Lande zieht, im  gemütlichen Sächsisch mit Dresdner Akzent.  „Wir sind überall auf der Erde“, zitiert er die Sachsenhymne und grinst dabei mit breitem Lächeln.

Seit Montag läuft in Blankenberg der Endspurt, da haben auch die alten Andreaskreuze mit Blinklicht endgültig ausgedient, sie  wurden abmontiert. Seitdem sichern so genannte BÜPs vom ESD Güstrow den Übergang mit Signalhorn und Flatterbändern, wenn wie gestern gegen 9.20 Uhr etwa der Regionalexpress  in Richtung Stettin  den Blankenberger Bahnhof verlässt.

 BÜP steht  für Bahnübergangsposten. Diese treten immer dann in Aktion, wenn  eine Schrankenanlage nicht betriebsbereit  ist. Vier Mann sorgen an der B 192 für die beidseitige Absperrung mit rot-weißem Flatterband, die Frau an der Tute gibt zuvor das Signal. So passiert das  auch noch den Freitag durch, denn  laut Auskunft eines Bahnmitarbeiters  sollen neue Signaltechnik  sowie BÜP noch einen Tag nebenher laufen, um sicher zu  gehen, dass die neue Anlage auch einwandfrei ihr Werk verrichtet.

Gestern waren Siemens-Techniker im Auftrag der Deutschen Bahn dabei, die neue Signaltechnik am viel befahrenen Übergang der IC-Strecke Schwerin –  Bad Kleinen – Rostock betriebsbereit zu machen.  Währenddessen kam am Nebengleis, auf dem  der normale Zugverkehr zwischen Karow und Wismar bereits im Mai 1998 endete,  der Vibrationshammer zum Einsatz. Der noch fehlende Ständer für das Lichtzeichen wurde ins Erdreich getrieben.  Die „Strecke 6936 Karow –  Hornstorf“, wie sie nach wie vor  offiziell bei der Bahn heißt, wird aktuell nur zwischen Dabel und Blankenberg genutzt.  Die Sternberger Rapsveredelungsfirma ecoMotion befördert ihren Biodiesel per Kesselwagen zum Weitertransport bis nach Blankenberg.

Gesamtkosten gehen „in die Hunderttausende“

Der dortige Bahnhof erhielt technisch gesehen ein völlig neues Gesicht. Beide  Bahnübergänge wurden mit einer neuen, nun  gemeinsamen Kabelanlage ausgestattet. Neu sind auch u.a. das Betonschalthaus und  die rechnergesteuerte Lichtzeichenanlage. Ferner wurden  so genannte Gleisschaltmittel  errichtet sowie  die Übergänge zwischen Schienen und Bundesstraße und die Gehwege beim Haupt- und Nebengleis angepasst  und ausgebaut. Hinzu kamen bzw. kommen neue Beschilderungen und Markierungen. Kleinere Nacharbeiten bleiben laut Kumrey noch zu tun. Die Gesamtkosten  gingen laut DB-Pressesprecher Burkhard Ahlert „in die Hunderttausende“.

Die Blankenberger Andreaskreuze wollte die DB eigentlich  bis 1992 abgeschafft haben, doch die Sache verschob sich immer wieder nach hinten. 2016 ist es nun passiert. Dabei sollten die Baumaßnahmen bereits im Vorjahr abgeschlossen sein, doch laut SVZ-Informationen gab es bei der DB ein Problem bei der Umsetzung.

In Blankenberg gibt es auch künftig einen Fahrdienstleiter.   Irgendwann jedoch soll hier alles vollautomatisch  vonstatten gehen. „In den kommenden Jahren aber noch nicht“, so ein  DB-Mitarbeiter auf SVZ-Nachfrage.

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