Zahrensdorf/Gustävel/Warin : Finale auf den Getreidefeldern

Mähdrusch bei Tempzin aus ungewöhnlicher Perspektive im Bild festgehalten: Der Fotograf hat die Kamera am Wochenende mit einer Drohne in Position gebracht und so die Getreideernte aus der Luft dokumentiert.
Mähdrusch bei Tempzin aus ungewöhnlicher Perspektive im Bild festgehalten: Der Fotograf hat die Kamera am Wochenende mit einer Drohne in Position gebracht und so die Getreideernte aus der Luft dokumentiert.

Die Landwirte im Sternberger Seenland haben übers Wochenende jede mögliche Zeit geerntet. Die Wariner wurden am Sonntagabend von Regen gebremst.

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24. August 2015, 21:09 Uhr

Wer durch das Sternberger Seenland fährt, sieht die Getreidefelder bis auf wenige Restflächen abgeerntet. Die Landwirte haben am sonnigen Wochenende jede mögliche Zeit zum Mähdrusch genutzt. „Wir sind Sonnabend fertig geworden“, so Torsten Schrein, Geschäftsführer der Landwirtschaftsgesellschaft (LWG) Zahrensdorf, gestern am Telefon. Die Tage zuvor sei abends so lange wie möglich gedroschen worden. „Wir sind kaum vor 15 Uhr ins Getreide gekommen, weil sich durch die Regentage die Feuchtigkeit lange hielt. Hinzu kam morgens der Tau. Wir wollten aber kein feuchtes Getreide ernten, das noch getrocknet werden muss“, erklärt Schrein.


Rapsaussaat wäre am Montag fertig geworden


Bei 14,5 Prozent Kornfeuchte sei begonnen und der Wert im Verlauf des Tages immer besser geworden. „Natürlich sind wir froh, dass alles unter Dach und Fach ist, und vor allem trocken“, freut sich der LWG-Geschäftsführer. Das sei gut für die Qualität und spare Geld. Gestern wäre nicht an Ernte zu denken gewesen. Die Zahrensdorfer haben wegen des Regens selbst die Rapsaussaat unterbrochen. Die Nässe von oben komme für den Acker zwar nicht ungelegen, die Bestellarbeiten würden aber leiden, zumal es sich um schwereren Boden handele. „220 Hektar haben wir fertig, auf 265 Hektar soll Raps rein. Ohne Regen wäre das heute wohl erledigt gewesen“, so Schrein.

Mit den Erträgen sei er „im großen und ganzen nicht unzufrieden“, der bei Wintergerste mit 84 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) sogar „wider Erwarten gut“. Der Weizen liege mit 78 dt/ha im Mittel des Betriebes. Nur das durchschnittliche Ergebnis beim Raps sei im Vergleich zu den Vorjahren mit 36 dt/ha „nicht so berauschend“. Von Katastrophe wolle er freilich nicht sprechen, sagt Schrein, aber er habe mehr erwartet, obwohl beim Beizen des Saatguts ein Insektizid nicht verwendet werden durfte und sich daher abzeichnete, dass der Schädlingsbefall höher sein werde.


Gustävel: Wintergerste überraschend sehr gut


Die Agrargenossenschaft Gustävel hat am Sonntagvormittag mit dem Hafer das letzte Getreide eingeholt. Der wird bei der Schrotfütterung der Rinder beigemischt. Die Genossenschaft hält etwa 480 Mutterkühe plus Nachzucht und Mastbullen.

Mähdruschfrüchte standen auf einer Fläche von rund 1500 Hektar, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ralf Toparkus. Die Erträge seien sehr unterschiedlich gewesen, bei der Wintergerste allerdings „überraschend sehr gut. So wie die Bestände aus dem Winter gekommen sind, hätten wir der Gerste gar nicht so viel zugetraut“. Mit 90 dt/ha sei der Durchschnitt der letzten Jahre um ca. 15 dt/ha übertroffen worden. Anders dagegen Weizen und Raps, schränkt Toparkus ein. Hier seien zehn bis 15 Prozent weniger Ertrag als sonst von den Feldern gekommen. Beim Weizen machte den Gustävelern der Virusbefall zu schaffen, den Blattläuse verursachen. „Auf einigen Schlägen, auf denen die Blattläuse nicht in den Griff zu bekommen
waren, haben wir Ausfälle bis zu 50 Prozent“, schätzt Toparkus ein.


Schauer bremsen Wariner Sonntagabend im Raps


Die Wariner Pflanzenbau eG wurde am Sonntagabend von Regen gebremst. „Wir waren im Bereich Mankmoos/Groß Labenz im Raps. Nach dem ersten kleinen Schauer gegen halb fünf hatten wir noch Hoffnung, später weitermachen zu können. Doch halb sieben hat es noch mal kurz geregnet. Im Messbecher war das gar nicht ablesbar, hat aber gereicht, dass wir aufhören mussten“, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Daniel Bohl.

Deshalb seien noch etwa 80 Hektar Raps übrig, sage und schreibe sechs Hektar Weizen sowie 62 Hektar Lupinen. Letztere seien auch reif und könnten geerntet werden. Das erfolge auch mit dem Mähdrescher. Die Lupinen bleiben im Betrieb als Eiweißkomponente im Zusatzfutter für die Schafe. Diese gelten zwar als Pfennigsucher, würden aber gern auch eine Mark nehmen, wenn ihnen die angeboten werde. Der Wariner Pflanzenbau hält 1200 Mutterschafe.

Der erste Blick gestern früh habe noch mal Hoffnung genährt, dass der Mähdrusch weitergehen könne, doch die habe sich endgültig zerschlagen, als es um 10 Uhr anfing zu nieseln, so Bohl. „Die Rapsaussaat geht bei uns gerade noch. Von den 520 Hektar ist gut die Hälfte bestellt.“

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