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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 04:41 Uhr

Sternberger Seenland : Feuerwehren rüsten technisch auf

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Jahrzehnte alte Fahrzeuge werden schrittweise ersetzt. In Sternberg gibt es ein neues Rettungsboot. Der Bürgermeister und die FFw in Mustin hoffen auf eine Ausnahme bei der Förderung.

von
erstellt am 19.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Zwei Mal fiel die feierliche Übergabe des neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) an die Freiwillige Feuerwehr Borkow aus. Der Mercedes Vito, der bei der Wasserschutzpolizei des Landes im Einsatz war, konnte erst im Januar, später als erwartet, übernommen werden. Dann fehlte ihm bei beiden Anlässen die rote Folie, mit der der Silberton überklebt wird, um sich das Lackieren zu ersparen. Laut Vorschrift müssen beim Feuerwehrauto mindestens 70 Prozent in Rot erkennbar sein.

Inzwischen haben die Borkower Feuerwehrleute ihr neues Fahrzeug – ohne feierliche Übergabe. Neu ist es nicht, sondern Baujahr 2010 mit 250 000 Kilometern auf dem Tacho. Wehrführer Andreas Kaschube und seine Kameraden sind dennoch froh, zumal es ein sparsamer Diesel mit Hängerzug ist. Ihr alter MTW war etwa ein Jahr außer Gefecht, bekam keinen Tüv mehr. Bürgermeisterin Regina Rosenfeld reagierte sofort und machte sich für ein Ersatzfahrzeug stark. Jetzt kommen alle unter, wenn die Wehr vollzählig ausrückt. Im TSF-W, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit 500 Litern Wasser an Bord, reichen die Plätze nicht.

Für Auto und ergänzende Ausrüstung hat die Gemeinde 6000 Euro ausgegeben. „Eine gute Anschaffung“, findet Eckardt Meyer aus dem Amt Sternberger Seenlandschaft. „Besser, als 2000 Euro in das
alte Fahrzeug zu investieren.“ Der Motor habe zwar einiges herunter, sei aber „gut in Schuss und unverwüstlich“.

So wie in Borkow wird überall bei den elf freiwilligen Feuerwehren des Amtsbereiches technisch aufgerüstet. Die FFw Brüel nahm auf den Tag genau vor einem Jahr ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF10, Baujahr 2016, in Empfang. Außerdem konnte sie dank Sponsorengelder einen drei Jahre alten MB Sprinter als MTW für die Jugendwehr sowie einen Anhänger und einen Leuchtballon Power Moon mit Stativ kaufen.

Brandschutz ist Pflichtaufgabe jeder Kommune, betont Eckardt Meyer, Wehrführer in Sternberg und 1. Stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes MV, immer wieder. Er werde mit großem Einsatz ehrenamtlich ausgeübt, aber schon lange nicht mehr als Selbstläufer. Die Stadt- und Gemeindevertretungen seien daher gut beraten, für die notwendige technische Ausstattung zu sorgen. Die sei mit der Zeit weitgehend veraltet, der meiste Fahrzeugbestand in den 1990er-Jahren gebraucht gekauft worden.

Die Freiwillige Feuerwehr Sternberg verfügt seit Anfang Mai über ein neues Rettungsboot. Es steht auf einem Trailer in der Rettungswache und ist mobil einsetzbar. Gesamtkosten: 12 000 Euro. Ein weiteres liegt stationär am See. Das vorherige Sternberger Boot sei nach Brüel gegangen und habe einen neuen Motor bekommen, das von dort leiste nun seine Dienste in Dabel, erklärt Meyer.

In der FFw Sternberg sei auch für den 1996 in Dienst gestellten Rüstwagen eine Ersatzbeschaffung mit moderner Ausrüstung fällig, von schwerem Rettungsgerät wie Seilwinde, Schere, Spreizer über B- und C-Schläuche bis zu einer Beleuchtungsanlage. Hinzu kämen Rollcontainer, um Ausrüstungsgegenstände für besondere Lagen zu transportieren, etwa Lkw-Bergung, Keller auspumpen oder Hochwasser. Die Fördermittelzusage des Innenministeriums liege vor, die vom Landkreis werde noch erwartet. Es soll ein Neufahrzeug für 250 000 Euro sein, zu einem Drittel von Land, Kreis und Stadt finanziert, wie bei der Drehleiter mit der Auflage geknüpft, für alle Wehren im Amtsbereich zur Verfügung zu stehen.

In der Warteschleife und das schon seit längerem hängt die FFw Mustin. Vor ihrem gerade gefeierten 70-jährigen Bestehen hatte auch das Einsatzfahrzeug ein rundes Jubiläum: 50 Jahre. Förderanträge sind gestellt, sagt Bürgermeister Berthold Löbel. Was sich die Mustiner vorstellen, sei für eine Gemeindefeuerwehr zu teuer und damit kaum förderfähig, meint Eckardt Meyer vorsichtig. Der Bürgermeister erwartet aber eine Ausnahmeregelung, um ein Neufahrzeug mit Allradantrieb kaufen zu können. „Wir wollen damit nicht angeben, sondern brauchen das in unserer Gemarkung. Die Wasserentnahmestellen an den Seen sind gar nicht anders erreichbar“, so Löbel. Landkreis und Kreiswehrführer hätten sich bei einer Rundfahrt davon überzeugt. „Wir haben fünf Dörfer mit sieben bis 120 Einwohnern. Feuerwehr und Förderverein sind sehr aktiv. Deshalb ist es ganz wichtig, diese Leute bei der Stange zu halten, handlungsfähig zu sein und die Erstversorgung zu sichern“, sagt Löbel. Für den Eigenanteil seien fast 55 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Und wenn es gar nicht anders ginge, so der Bürgermeister, würden die Mustiner sogar den Mehrpreis für Allrad übernehmen.

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