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Kaarz: Ursache des Brands unbekannt : Feuerwehr löscht brennenden Schornstein

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Sirenen heulen am Donnerstag in Sternberg und Brüel. 16 Feuerwehrleute aus Brüel eilen nach Kaarz. In Sternberg rücken die Kameraden mit der Drehleiter aus. Einsatzort ist ein Einfamilienhaus. Der Schornstein brennt.

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 05:50 Uhr

Kaarz/Sternberg | Die Sirenen heulen in Sternberg und Brüel. 16 Feuerwehrleute aus Brüel eilen mit ihrer Löschtechnik nach Kaarz. Aus Sternberg rücken drei Kameraden mit der Drehleiter aus. Einsatzort an diesem Donnerstagabend ist ein Einfamilienhaus. Der Schornstein brennt.

Einsatzleiter Torsten Reiher, der Brüeler Feuerwehrchef, postiert Brandwachen in jede Etage. Die Kameraden unter dem Dach tragen Atemschutztechnik. Sie kontrollieren, dass durch die Hitze keine Risse im Schornstein entstehen und die Flammen auf das Haus umschlagen. Denn dadurch könnte der größte Schaden entstehen. Dem Feuer geht es von oben, aus dem Rettungskorb der Drehleiter, an den Kragen. Zunächst werfen die Feuerwehrleute einige Steine in den Schornstein, aus dem die Flammen schlagen, damit sich die Glutnester lösen. Dann lassen sie ihr so genanntes Essenkehrgerät in den Schlot fallen.

"Es entstehen Temperaturen wie in einem Hochofen", sagt Torsten Reiher. Und auf keinen Fall dürfe hier Wasser zum Einsatz kommen. "Dann sprengt man das ganze Haus in die Luft."

Sternbergs Wehrführer Eckardt Meyer erklärt am Tag nach dem Feuer, was bei Temperaturen um 1000 Grad, wie sie in einem brennenden Schornstein herrschen, passieren kann: "Aus einem Liter Wasser werden 7000 Liter Wasserdampf. Der Schornstein reißt."

Die Ursache des Brands in Kaarz ist bisher unbekannt, informiert am Freitag die Polizei.

Für die Feuerwehrleute sind Einsätze wegen brennender Schornsteine keine Seltenheit. Meyer erinnert beispielsweise an den Sternberger Einsatz im Dezember vergangenen Jahres in Witzin. Das passierte gerade mal zwei Monate, nachdem der Schlot gereinigt worden war.

Der Sternberger Wehrführer sieht eine Ursache für brennende Schornsteine im falschen Heizmaterial. Oft werden zu nasses Holz oder auch andere ungeeignete Materialien verbrannt. Die Folge: Die Rückstände setzen sich in der Esse ab. Der Schornstein wird immer enger. Und dann zieht er nicht mehr. Spätestens, wenn beim Heizen die Bude voll räuchert, sei das ein Alarmsignal, so Meyer. Dann sollte man den Schornstein unbedingt kontrollieren lassen.

Im Kaarzer Fall war übrigens schon vor dem Feuer für Freitag früh ein Termin mit dem Schornsteinfeger vereinbart. Der Spezialist wird dann aber am Abend zuvor schon zum Feuerwehreinsatz gerufen. Freitagvormittag macht sich Bezirksschornsteinfeger Bernd Heinke aus Vorbeck zur Kontrolle auf den Weg nach Kaarz.

Zur Vorbeugung gegen Schornsteinbrände sei der richtige Umgang mit den Heizanlagen wichtig, sagt Heinke gegenüber SVZ. Schlimm sei aus seiner Sicht, dass Leute verkehrt heizen. Sie füllen den Kessel voll Brennmaterial und drosseln dann die Luftregelung, damit sie nicht so schnell wieder nachlegen müssen. Die Folge sei eine ganz schlechte Verbrennung. Es qualmt und Teer setzt sich ab. Das passiert selbst dann, wenn man mit trockenem Holz heizt, das zwei Jahre abgelagert ist. Wenn dann bei starken Minustemperaturen der Ofen voll aufgedreht wird und im Schornstein hohe Temperaturen entstehen, fängt der Ruß Feuer. Heinkes Rat zum Heizen lautet deshalb: Lieber öfter nachlegen als den Kessel einmal voll werfen.

"Das A und O ist die richtige Bedienung", so der Schornsteinfeger weiter. Er rät seinen Kunden deshalb auch, bei neuen Heizungsanlagen unbedingt die Beschreibung zu lesen. Und nicht nur einmal, sondern zweimal. Moderne Anlagen sind gut durchkonstruiert, sagt er. Doch bei der Bedienung kann man aus Unwissen einiges falsch machen.

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