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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 06:43 Uhr

Dabel / Sternberg : Festtags-Karpfen in allen Größen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Fischer in Dabel und Sternberg sind für den Kundenansturm gewappnet. Der warme Sommer brachte gute Zunahmen in den Teichen.

von
erstellt am 19.Dez.2014 | 17:13 Uhr

Den Kundenansturm erwarten die Fischer in Dabel und Sternberg am Dienstag und Mittwoch kommender Woche, dann noch einmal an den beiden letzten Tagen des Jahres. Denn der traditionelle Weihnachts- oder Silvesterkarpfen behauptet seinen Platz weit oben auf dem Speiseplan zum Fest. „Weihnachten, wenn sich die ganze Familie trifft, wird hauptsächlich Karpfen gekauft, zum Jahreswechsel nehmen Kunden auch gern Forellen oder Saiblinge, weil die nicht so groß sind“, hat Klaus-Dieter Dehmel, Chef des Fischerei- und Verarbeitungsbetriebes in Dabel, ausgemacht. Spürbar zugenommen habe auch die Nachfrage nach Karpfenstücken, am besten aus der Mitte und küchenfertig portioniert, fügt Ehefrau Jeannette Dehmel hinzu.


Wassertemperatur über 20 Grad


Karpfen gibt es in allen Größen. Im Durchschnitt bringen sie 2,5 bis 3,5 Kilogramm auf die Waage, manche aber auch sechs bis sieben. Je größer sowie dunkler im Fleisch, desto besser sei der Geschmack, empfiehlt der Fachmann. „Bei hellem Fleisch ist der Fettgehalt höher. Daran lässt sich erkennen, dass der Fisch zu schnell gewachsen ist.“

Mit zwei Jahren kommen die Jungfische, überwiegend zugekauft, in die Teiche von Klein Labenz. Hier wachsen sie in der Regel zwei, drei Jahre heran, „völlig naturbelassen“, betont Dehmel, der mit 16 Jahren in der Fischerei
anfing. Zugefüttert werde gar nicht. Dann liege es an den Temperaturen, wie die Karpfen zunehmen, in kalten Jahren weniger, in einem Sommer wie 2014 mehr. „Dieser war warm und recht lang. Daher hatten wir eine sehr gute Ernte“, sagt der Fischer zufrieden. Die Wassertemperatur sollte über 20 Grad liegen. Ende Oktober wird abgefischt, die Karpfen kommen in Hälteranlagen auf dem Dabeler Fischereihof. Laut Produktionszyklus bleibt einer der Teiche leer und kann später wieder Jungfische aufnehmen. Die Karpfenteiche in Klein Labenz gäbe es seit rund 100 Jahren, so Dehmel.

Zu Hause bei Dehmels gibt es am Heiligen Abend nach Tradition Karpfen blau mit Meerettich- und Buttersoße. Jeannette Dehmel erklärt auch gern, wie sie ihn zubereitet: Sud und Mehlschwitze mit Fond ablöschen, „ordentlich Butter“ und frisch geriebenen Meerrettich aus dem eigenen Garten hinein geben , dann das Ganze mit Essig und Zucker abschmecken.

Beim großen Karpfenverkauf sind die gesamte Belegschaft und die Familie eingespannt. 15 Mitarbeiter kümmern sich ansonsten um Fischerei, Verarbeitung und Verkauf. Der Betrieb beliefert auch den Groß- und Einzelhandel und tourt mit zwei Verkaufswagen durchs Land.

Ebenso wie der Betrieb in Dabel haben sich die Sternberger Fischer Jörg Rettig und Andreas Frischke auf großen Zuspruch eingestellt. Ersterer bietet auch selbst gefischte Karpfen aus den Seen an.
Deren Gewicht reiche bis zu zehn Kilogramm. Diese Prachtexemplare seien jedes Jahr bei Stammkunden „heiß begehrt“ und schnell weg. Die meisten Karpfen kauft die Seenfischerei in der Lewitz zu. „Dort steht eine große Teichfläche zur Verfügung, die nicht mehr intensiv wie zu DDR-Zeiten bewirtschaftet wird. Die Karpfen haben eine prima Qualität. Das ist für uns nur gut“, sagt Rettig. Hinzu kämen bei ihm ebenfalls Forelle, Saibling sowie Räucherfisch unterschiedlichster Art. „Ich freue mich, dass die Leute Fisch essen, egal welchen.“

Andreas Frischke, der den Betrieb an den Karpfenteichen betreibt und gleichfalls kräftige Zunahmen bei den Fischen feststellen konnte, kann auch dem derzeit milden Wetter durchaus gute Seiten abgewinnen. „Die Fische haben weniger Stress und die Kunden auch herzukommen. So ist alles viel entspannter.“

In Sternberg ist Dienstag von 8 bis 18 Uhr und Mittwoch von 8 bis

12 Uhr geöffnet, in Dabel Dienstag von 8 bis 17 Uhr und Mittwoch von 8 bis 11.30 Uhr.

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