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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 06:49 Uhr

Warin : Fertigbau-Kita in Warin montiert

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Einrichtung auf dem Ziegelberg besteht aus 40 Modulen. Ab März werden die Kinder an einem Standort vom DRK als neuer Träger betreut.

von
erstellt am 05.Feb.2015 | 16:39 Uhr

Bei dichtem Schneefall, der in kurzer Zeit stellenweise geschätzt um die zehn Zentimeter brachte, wurde am Mittwoch mit der Montage der Fertigbau-Kita auf dem Wariner Ziegelberg begonnen, gestern fand sie bei weit freundlicherem Wetter ihren Abschluss. Die Einrichtung besteht aus 40 miteinander verbundenen Modulen, die im Karree angeordnet sind. Ab nächster Woche werden die Versorgungsleitungen für Strom und Trinkwasser angeschlossen. Geheizt wird mit Elektroenergie, auf eine Kindereinrichtung angepasst, wie Bauleiter Jörg Polenske erklärt. Das Abwasser wird über das zentrale Netz entsorgt.


Auf dem Ziegelberg für zwei Jahre


Ab März werden hier die Kinder aus der bisherigen Kita der Volkssolidarität (VS) am Fritz-Reuter-Platz betreut. Neuer Träger ist das DRK Nordwestmecklenburg, das bislang elf Einrichtungen in Wismar und im Landkreis betreibt. Die Gruppen, die nach der Sperrung des Obergeschosses am Fritz-Reuter-Platz in der ehemaligen Kindertagesstätte Klein Labenz, in die bereits die Städtische Musikschule eingezogen war, betreut wurden, kehren nach Warin zurück, so dass Kindergarten- und Krippenkinder wieder einen gemeinsamen Standort bekommen.

Die Einrichtung auf dem Ziegelberg ist für zwei Jahre geplant. In der Zeit soll ein Neubau entstehen oder das bisherige Kita-Gebäude umfassend saniert werden, wobei Letzteres als immer unwahrscheinlicher gilt, zumal ein Rechtsstreit zwischen dem VS-Kreisverband Mecklenburg Mitte mit Sitz in Güstrow und der Stadt ins Haus stehen könnte. Diese hat wegen Vernachlässigung des Gebäudes, so die Begründung, den Erbbaupachtvertrag über das so genannte Heimfallrecht zum Jahresende 2014 gekündigt. Die VS hat jedoch nicht zugestimmt und fordert wegen der vorzeitigen Kündigung Schadenersatz von der Stadt, den diese ihrerseits gegenüber der VS wegen ihr über Jahre entgehender Pachteinnahmen geltend macht. So lange keine Einigung erzielt wird, dürfte weder eine Sanierung des Gebäudes noch ein angedachter Neubau auf dem gleichen Grundstück in Frage kommen. Deshalb gibt es Überlegungen für einen anderen Kita-Standort als am Fritz-Reuter-Platz. Die Kosten für den Auf- und Abbau der Fertigbau-Kita trägt die Stadt. Sie wolle auf keinen Fall von der Möglichkeit Gebrauch machen, diese auf die Elternentgelte umzulegen, erklärte Bürgermeister Michael Ankermann auf der Sitzung der Stadtvertreter in der vorigen Woche.

Das DRK stehe dazu, die Mitarbeiterinnen „in Gänze“ zu übernehmen, wie Vorstandsvorsitzender Ekkehard Giewald gestern auf SVZ-Nachfrage bestätigte. Mit der jetzt entstehenden Einrichtung werde „die Betreuung der Kinder wieder auf gesunde Füße“ gestellt, sagte der Bürgermeister auf dem Jahresempfang der Stadt am Sonnabend. Erste Erzieherinnen hätten neue Arbeitsverträge unterschrieben. Für sie gehe ein Jahr der Ungewissheit zu Ende, ebenso für die Kinder und Eltern. Die Mädchen und Jungen könnten in ihren Gruppen zusammenbleiben und würden von ihnen vertrauten Erzieherinnen betreut.

Damit sei „ein großes Unwohlsein in der Stadt wie weggeblasen“, sagte Ankermann. Denn dass nach der Sperrung des Kita-Obergeschosses praktisch nichts passierte, habe zu großer Verunsicherung geführt. „Erst als die Stadt mit der Anmietung der Fertigbau-Kita Fakten geschaffen hat, die uns unabhängig vom Bau am Fritz-Reuter-Platz gemacht haben, konnten Eltern, Kinder, Erzieher aufatmen.“ Es gäbe jetzt, so Ankermann „eine verlässliche Perspektive“.


Info-Veranstaltung für interessierte Eltern


Der Bürgermeister erhob auf dem Empfang erneut schwere Vorwürfe gegenüber dem Kreisverband der Volkssolidarität in Güstrow. Fast genau ein Jahr sei es her, dass „eine mutige, junge Mutter“, so Ankermann, ihm mitgeteilt habe, „dass mit der Kita der Volkssolidarität am Fritz-Reuter-Platz nicht alles in Ordnung ist“. Ein paar Tage später habe das zuständige Amt des Landkreises große Teile des vom Träger vernachlässigten Gebäudes wegen akuter Gesundheitsgefahr gesperrt. „Bis heute hat der verantwortliche Träger nichts unternommen, dass die Sperrung der Räume aufgehoben werden kann“, sagte der Bürgermeister.

Das DRK Nordwestmecklenburg will sich am 24. Februar um 18 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung als neuer Träger vorstellen, die Eltern und alle Interessierten informieren.

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