Groß Raden : Ferienspaß in freier Natur

Farbenfrohe Handarbeit: Karola Krönke zeigt  das Filzen.
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Farbenfrohe Handarbeit: Karola Krönke zeigt das Filzen.

Im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden können Kinder und Erwachsene slawische und mittelalterliche Lebensweisen kennenlernen

svz.de von
31. Juli 2014, 17:21 Uhr

Mit Ton beschmierte Hände formen behutsam und sorgfältig eine längliche Rolle. „Nun müsst ihr das eine Ende nach oben ziehen und platt drücken – das ist dann der Kopf unserer Ton-Schlange“, erklärt Heike Pilz, Chefin des Archäologischen Freilichtmuseums in Groß Raden, den sechs- bis achtjährigen Kindern. Und noch einmal fassen die Kleinen in den Wassertopf, um den Ton formen zu können. Auf einigen Brettern entsteht schon eine Pfütze aus Matsch. „Nicht immer ganz so viel Wasser“, ruft Heike Pilz den Jungen und Mädchen zu. „Das macht aber Spaß“, rufen sie lachend wie aus einem Mund zurück.


Sieben Wochen lang Ferienspaß

Und genau darum, so die Museumschefin, geht es auch bei dem Ferienprogramm in Groß Raden. In dem Freilichtmuseum können die Besucher täglich Einblicke in das slawische und mittelalterliche Leben bekommen und sich sogar selbst darin ausprobieren – von Fladenbrot oder Stockkuchen backen, über Korbflechten, Speckstein bearbeiten, Weben, Filzen oder Spinnen bis hin zu Tonschalen oder anderen Figuren formen, ist für jeden etwas dabei. „Klar macht es den Kindern in der freien Natur besonders Spaß, aber auch Erwachsene kommen bei uns auf ihre Kosten“, so Heike Pilz weiter.

Wer keine Lust auf Basteln habe, könne sich auch einfach den gesamten Tag im Archäologischen Museum aufhalten. „Viele bringen sich einen Picknick-Korb und Badesachen mit und genießen einfach das Wetter.“ Sieben Wochen lang haben die Holz-Pforten täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Ein besonderes Erlebnis sei immer wieder der Ausflug mit dem Fischer Rettig. „Dienstags und donnerstags können unsere Gäste mit dem Fischerboot über den Sternberger See fahren. Das wird sehr gut angenommen und sorgt immer für Begeisterung“, sagt Heike Pilz und muss dabei ein Auge zusammenkneifen, weil ihr die Sonne ins Gesicht scheint. Glück mit dem Wetter gehöre bei dem Ferienprogramm natürlich auch dazu.

Die Ferienkindern können sich nicht nur im Töpfern ausprobieren, sondern auch filzen und Brot backen. Vor allem für Letzteres benötigen die Mitarbeiter des Museums gutes Wetter, denn in mittelalterlicher Manier wird dies draußen zubereitet. Zuerst mahlen die Jungen und Mädchen Salz, Pfeffer und das Mehl mit einem Mörser auf Stein. „Das ist aber anstrengend“, sagen die Kleinen zwischendurch und müssen eine kleine Pause machen. Anschließend wird alles mit Wasser zu einem festen Teig vermengt und in Form gebracht. Es entstehen kleine runde Brotscheiben, die auf einer Pfanne über dem offenen Feuer kross gebacken werden. Nach getaner Arbeit dürfen die Kinder der „Johannes Gillhoff“-Kita aus Ludwigslust ihr Ergebnis kosten.

„Das ist wirklich ein sehr schöner Tag. Die Atmosphäre ist trotz der vielen Kinder sehr ruhig. Dieses naturbezogene Arbeiten finde ich hier sehr gut – das ist auch wichtig für die Kinder“, sagt Erzieherin Gaby Freitag. Dennoch hatte sie zu Beginn Bedenken, ob die 60 Drei- bis Achtjährigen diesen Tag überstehen und auch gut mitmachen. „Aber das hat sich gleich gelegt, die Kleinen finden das super. Ich würde wieder herkommen.“

Bei größeren Gruppen bittet die Museumschefin Heike Pilz um eine telefonische Anmeldung unter 03847/22 52.

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