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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 06:14 Uhr

Jugendclub Warin : Felicitas übernimmt Haus der Zukunft

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Neuer Träger für den Wariner Jugendclub: Wibeke Mantei von Felicitas und Birgit Jepsen sind ein Gespann. Die Wismarer Gesellschaft übernimmt die Trägerschaft im Haus der Zukunft.

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erstellt am 28.Feb.2013 | 10:40 Uhr

Warin | "Es läuft vieles einfacher, entspannter... Ich kann selbstbestimmt arbeiten." Das sagt Birgit Jepsen, Sozialarbeiterin und Verantwortliche im Haus der Zukunft in Warin, über den Wechsel der Trägerschaft der Jugendeinrichtung. Früher hatte die Evangelische Jugend in Schwerin hier das Sagen. Jetzt ist es eine gemeinnützige Gesellschaft aus Wismar: Felicitas.

Der Fachdienst Jugend beim Landkreis habe nach einem neuen Träger für die Wariner Einrichtung gesucht, der dichter dran war, wusste Jepsen. Es sollte auch kein kirchlicher Träger mehr sein, zumal bereits das Gebäude, das frühere Pfarrwitwenhaus, und das Grundstück in Besitz der Kirche sind. Viele hätten in der Region aber ihr Probleme mit Kirche allgemein.

Als sie das gerade erst eingeweihte Haus der Zukunft Anfang November zum ersten Mal sah, war sie positiv überrascht, erklärte Wibeke Mantei, Geschäftsführerin der Felicitas Wismar gGmbH. Sowohl von der Optik des Hauses als auch von der Arbeit durch Birgit Jepsen. "Sie hat das im Griff", so deren neue Chefin.

Allerdings ist Birgit Jepsen derzeit die einzige Sozialarbeiterin in dem Gebäude. Und das ist nicht unproblematisch. Etliche Jugendliche haben nach Jepsens Schilderungen Probleme beim sorgsamen Umgang mit der Einrichtung. Das ursprüngliche Konzept sei nicht aufgegangen. In Arbeitseinsätzen waren junge Leute in der ersten Phase beim Aufbau ihres Jugendtreffs aktiv. Durch ihre eigene Arbeit sollten sie angehalten werden, später das Geschaffene zu schützen und diesen Gedanken an die Jüngeren weiter zu vermitteln. Da sich aber die Fertigstellung des Hauses über dreieinhalb Jahre hingezogen hatte, seien diese Aktiven der ersten Stunde mittlerweile in der Ausbildung und damit nicht mehr in Warin, erklärt Jespen.

Dabei kommen immer mehr Jugendliche vorrangig im Alter zwischen 13 und 19 in den attraktiven Wariner Treff. Mittlerweile auch aus der Nachbarstadt Neukloster. Zum größten Teil seien es Regional- und Förderschüler, kaum Gymnasiasten.

Birgit Jepsens Mann Robert Klammer ist mittlerweile ehrenamtlich eingesprungen, um sich gerade mit den jungen Männern zu beschäftigen. Ab April soll er hier über eine Bufdi-Stelle (Bundesfreiwilligendienst) noch stärker einsteigen. Träger Felicitas verfügt über vier solcher geförderten Stellen. Eine wird jetzt frei und geht an das Haus der Zukunft, erklärt Wibeke Mantei.

Laut seiner Frau Birgit werde Robert Klammer verschiedene Teamprojekte mit den Jugendlichen verwirklichen. Vom Bogenschießen bis zum Bau eines Floßes und großen Holztipis. Etwas Entlastung dürfte auch ein bereits angekündigter Ein-Euro-Job für das Haus der Zukunft bringen, der unter Verantwortung des Natur- und Heimatvereins Hof Gutow steht. "Gefragt wäre auch das Ehrenamt", meint Wibeke Mantei. Vielleicht würde sich in Warin jemand finden, der einmal pro Woche im Jugendtreff mitmacht.

Für Angebote im Haus sorgt u.a. die Aidshilfe Wismar. Der Verein organisiert hier jede Woche kostenlosen Musikunterricht. Die Zusammenarbeit mit den Wismarern wurde bereits gepflegt, als sich der Jugendtreff noch in provisorischen Räumen befand. Vom 6. bis 13. Juli findet ein Musikcamp in Warin statt.

Aus der inhaltlichen Arbeit im Haus hält sich der neue Träger heraus. "Wir sind dafür da, das Konstrukt drumherum zu schaffen", sagt Wibeke Mantei. Da geht es u.a. um fachliche Beratung und die Finanzierung. Die kommt über den Europäischen Sozialfonds, vom Landkreis und auch zu einem guten Teil von der Stadt Warin. Rund 20 000 Euro im Jahr fallen dabei laut Geschäftsführerin allein auf Miete und Mietnebenkosten. Vertraglich geregelt ist mit dem Eigentümer, dass 60 Prozent der Nutzung des Hauses auf den Treff und 40 Prozent auf die Kirche entfallen, so Jepsen.

So steht der Donnerstag beispielsweise allein für die Kirchengemeinde zur Verfügung. Der Jugendtreff hat Montag und Dienstag 15 bis 19 Uhr, Mittwoch 16 bis 19 Uhr sowie in der Regel am Freitag von 16 bis 22 Uhr geöffnet. Wenn das mit einer anderen Veranstaltung kollidiert, gibt es als Ersatz Öffnungszeiten am Wochenende.

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