Brüel : Feierhalle verdient Namen wieder

Die Feierhalle auf dem Brüeler Friedhof mit neuem Dach, Fenstern und heller Fassade.  Fotos: Roswitha Spöhr
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Die Feierhalle auf dem Brüeler Friedhof mit neuem Dach, Fenstern und heller Fassade. Fotos: Roswitha Spöhr

Trotz Restarbeiten kann Halle auf dem Brüeler Friedhof nach umfangreicher Sanierung wieder für Beisetzungen genutzt werden.

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12. Juni 2015, 23:25 Uhr

„Wir brauchen noch eine Woche“, sagt Bauingenieur Willi Meyer vom gleichnamigen Brüeler Planungsbüro. Er begleitet die Arbeiten an der Feierhalle auf dem Brüeler Friedhof. Das in den Jahren 1963/64 erbaute Gebäude – nachzulesen im Schweriner Architekturführer von 1984 – wird seit dem vergangenen November in zwei Bauabschnitten saniert. „Die Halle war bis auf die Türen und die Heizung noch im Originalzustand“, weiß Meyer. So war auch die Elektrik in den vergangenen Jahren lediglich immer mal wieder „geflickt“ worden. Die ist jetzt neu, ebenso die Wand- und Deckenbeleuchtung. Aus Kostengründen war das bei der Bestuhlung nicht möglich.

Während die Sanierung der Halle weitestgehend abgeschlossen ist, wird jetzt im linken, dann im rechten Nebentrakt gearbeitet. Hier befinden sich u. a. das Brüeler Friedhofsbüro, ein Raum für die Sargträger, die öffentliche Toilette und Wirtschaftsräume. Wie die Toilette künftig geöffnet sein wird, sei sicherlich auch davon abhängig, wie die Benutzer damit umgehen, überlegt Friedhofswärter Matthias Manthei.

Mit der Sanierung ist die Feierhalle nun auch gedämmt, u. a. unter der neuen Naturholzdecke. Aufwändig sei die Beseitigung des Fußbodens im Büro gewesen, wo der 20 Zentimeter dicke Straßenbeton ohne Dämmung und Sperrung gegen Feuchtigkeit mit einem handlichen Stemmhammer herausgehauen werden musste. Was dann auch etwas länger gedauert habe, sagt der Planer. Erneuert wurden die Nebeneingangstüren und alle kleinen Fenster, die auf einer Höhen angepasst wurden und besser isoliert sind. Dass zwei Fenster über dem Haupteingang jetzt mit Öffnungsflügel versehen sind, sei ein Kompromiss. „Die Stahldrähte waren teilweise oder ganz durchgerostet, so dass wir ganz neue Fenster einsetzen mussten. Deshalb haben wir dann gleich an eine Durchlüftung gedacht“. Früher sei das nur über die Tür möglich gewesen. Wie desolat das 23 Quadratmeter große Fenster, eine Stahlrahmenkonstruktion, gewesen ist, wurde erst beim Ausbau deutlich. „Die Holzfenster waren ziemlich verschlissen und die Stahlsprossen sehr weich“, so Willi Meyer. Das neue Fenster mit dem rekonstruierten Stahlrahmen und Strukturglas hat zusätzlich einen eingeschweißten Querriegel bekommen. Unter dem Fenster gibt es jetzt auch zwei Flachheizkörper, um Kondenzwasserbildung zu verhindern. „Trotzdem dürften wir künftig mit der Hälfte der bisherigen Heizkosten auskommen, weil die Dauer beheizten Räume mit einer Dämmung versehen wurden“, sagt Willi Meyer.

Sämtliche Räume werden gestrichen. „Dort, wo nicht ständig geheizt wird, hält sich die Feuchtigkeit in Tapeten besser“, gibt der Bauingenieur die Begründung für den Anstrich. Dafür standen vier Farbtöne zur Auswahl, für die Fassade waren es zwei. Die Fenster und Türen bekamen Grautöne.

Auch wenn die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, u. a. ist die Einrichtung noch nicht komplett und muss der Sockel im Außenbereich noch gestrichen werden, konnte eine Trauerfeier bereits wieder in der Halle durchgeführt werden. Bislang musste dafür nach Sternberg ausgewichen werden bzw. wurde ein Zelt genutzt.  

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