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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 03:49 Uhr

Groß Raden : Farbenfrohe Slawen-Gewänder

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Am Himmelfahrtstag wurde im Freilichtmuseum Groß Raden Wikingermode vorgeführt.

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2016 | 23:41 Uhr

Das Archäologische Freilichtmuseum in Groß Raden zeigte sich am Himmelfahrtstag bei strahlendem Sonnenschein wieder mal von seiner besten Seite. Und das nicht nur, weil diesmal die Männer im Mittelpunkt stehen sollten. Die Museumsmitarbeiter hatten sich alle Mühe gegeben, um Himmelfahrt zu einem Tag für die ganze Familie werden zu lassen. An dem auch das Mittelalter wieder mal auferstehen sollte. Und das tat es, denn im Freigelände war quasi über Nacht ein großes Mittelalterlager entstanden. Viele alte Gewerke waren zu sehen, Waren wurden feilgeboten. Auch Mitmachangebote lockten wieder die Besucher auf das beliebte Areal.

Höhepunkt des gestrigen Nachmittags jedoch war eine große Gewänderschau, die einen Einblick in die damalige „Mode“ gab. Unter dem Motto „Eine Zeitreise durch die Gewandungen der Wikinger und Slawen“ wurden vor allem die Gewänder unserer Vorfahren gezeigt, aber auch das damalige Handwerk und die dafür benötigten Arbeitsgeräte wurden vorgestellt. Und so wurde der Bohlenweg des Museums, der bis hin zum Rondell führt, für gut eine Stunde zum Laufsteg für viele Hobby-Models. Durch diese interessante Modenschau führte ein Hobby-Wikinger, der im normalen Leben Polizist in Hamburg ist.

Und dann ging es Schlag auf Schlag. Als erstes „Mannequin und erster Dressman“ stellten sich ein Gewürzhändler und dessen Frau Ontja, eine Gewandschneiderin, vor. Ihnen folgte ein schmucker Bogenbauer und Jäger und dann in Folge ein Holzhändler, mit dem es eine besondere Bewandtnis hatte. Denn seine Schuhe waren Funden aus Groß Raden nachempfunden.

Auch Großfamilien stellten sich in Gewändern der damalige Zeit vor. So zum Beispiel eine einfache Bauernfamilie, Holzfäller und ein Pärchen, das so Ende des 9. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Norwegen „gelebt haben könnte“.

Die Frauen haben Wolle gefärbt, gewebt, gesponnen und genäht. Ihre Gewänder: Trägerröcke. Und dann kam Pit Kampe, ein stolzer Krieger, mit Frau Linda, einer Schneiderin. An einem Seil hatte er eine Sklavin, die er verkaufen wollte und auch los wurde. Neben dem einfachen Volk gab sich auch ein Fürst, besser ein Wikingerfürst, die Ehre: Pribislav von Ravenburg. Es war auffällig, dass die Wikinger und alten Slawenvor allem auf farbenfrohe Gewänder standen.

Wie von Museumspädagogin Heike Pilz zu erfahren war, wird eine solche Gewänderschau seit zwei Jahren, also seit 2014, im Museum in Groß Raden gezeigt. Am Mittelalterlager, das noch bis Sonnabend in Groß Raden aufgeschlagen ist, nehmen diesmal 70 bis 80 Aktive und 20 Museumsmitarbeiter teil.

Familie Reinke aus Hamburg, zum ersten Mal mit den Kindern hier, war total begeistert. „So etwas sieht man nicht alle Tage“, meinten sie.

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