Sternberg : Fahrtkosten für Vertretungslehrer

Jens Quandt, Fraktionsvorsitzender der Sternberger CDU, erläutert den Stadtvertretern den Antrag seiner Partei.
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Jens Quandt, Fraktionsvorsitzender der Sternberger CDU, erläutert den Stadtvertretern den Antrag seiner Partei.

Stadtvertreter diskutierten heftig über einen CDU-Antrag für einen Fahrtkostenzuschuss, der beim Problem Unterrichtsausfall helfen soll

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14. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Am Ende musste sogar die Geschäftsordnung befragt werden, um herauszufinden, wie oft ein Stadtvertreter zu einem Thema reden darf. Auslöser der ungewohnt intensiven Debatte am Mittwochabend war der Antrag der CDU, einen Teil der Fahrtkosten für Vertretungslehrer aus dem Haushalt der Stadt zu bezahlen. „Wir haben einen Antrag auf finanzielle Unterstützung,  also auf einen Fahrtkostenzuschuss, der Sternberger Schulen für die Anstellung von Vertretungslehrern gestellt“, erläuterte CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Quandt der SVZ. Hintergrund ist, dass seit Mitte 2016 Vertretungslehrer fehlen, u. a. an der Kooperativen Gesamtschule  (KGS) für Physik. Die Schulen bemühen sich schon seit längerem darum, Vertretungslehrer zu finden. „Die Suche war bisher nur von geringem Erfolg gekrönt“, erklärte Bürgermeister Armin Taubenheim.

„Das Problem ist die Besetzung von Stellen mit Langzeitkranken. Damit werden die Kommunen vom Kultusministerium allein gelassen“,  sagte Jens Quandt zu den gewählten Vertretern.  Als Vertretungslehrer hat die Sternberger CDU Studenten mit dem  1. Staatsexamen ins Auge gefasst, die auf einen Referendariatsplatz warten.

Pascal Winkler, der Fraktionsvorsitzende der örtlichen SPD, betonte, seine Partei würde den Antrag zwar unterstützen, aber vor einem Beschluss in die betreffenden Ausschüsse überweisen wollen, da es zu viele offene Fragen gebe. „Ich schlage vor, keinen Schnellschuss zu machen.“ Außerdem würde   er dafür plädieren, ein gemeinsames Schreiben aller Parteien an die Landesregierung  zu schicken, um das Problem darzustellen. „Das Land ist ja Dienstherr der Lehrer, daher ist auch das Land aufgerufen, eine Lösung zu finden“, meinte Winkler. Schließlich gebe es auch die sogenannte „Buschzulage“ für Lehrer (SVZ berichtete).

„Ich freue mich, dass die SPD den Antrag unterstützt und es gleichzeitig schafft, ihn kaputt zu reden“, antwortete Jens Quandt auf den Redebeitrag Pascal Winklers.   Bei dem  Antrag gehe es  um die Finanzierung eines Teils der Fahrtkosten. Die Ausgestaltung könne in den Ausschüssen beraten werden. „Wir wollen ein Zeichen setzen, wir wollen für unsere Schulen etwas tun und nicht warten“, so Quandt.

„Ich finde es gut, dass man nicht nur mit dem Finger auf unsere Schule zeigt, sondern mit uns gemeinsam nach Lösungen sucht“,  meinte Petra Langpap, die Schulleiterin der KGS, im Gespräch mit der SVZ. „Ich freue mich, wenn Leute um uns herum uns unterstützen, so wie die von der CDU.“ Sie sei zusammen mit den anderen Leitern der  Schulen des Sternberger Seenlands am 30. November mit einem Stand  auf der Schulmesse in Rostock gewesen und habe mit Lehrerstudenten geredet. Die würden bei einem Vertretungslehrer-Job in Sternberg mit 150 Kilometern Fahrweg die Frage nach Aufwand und Nutzen stellen. „Vielleicht geht es nur darum, ein Zeichen des Entgegenkommens zu setzen“, so die Schulleiterin. Für die Fächer Mathe/ Physik sowie Englisch/Deutsch würden derzeit Gespräche mit Bewerbern laufen.

Pascal Winkler, von Hause aus Jurist, sieht jedoch auch rechtliche Probleme bei einem Fahrkostenzuschuss. „Eine Zuständigkeit der Stadt Sternberg als Schulträger kann ich für eine derartige Ausgabe nicht ansatzweise erkennen, da das Land Anstellungskörperschaft ist“, hat ihm ein befreundeter Rechtsanwalt mitgeteilt.

Die Frage der SVZ, ob er Kinder habe, verneinte der SPD-Mann. Eines der  Kinder von Jens Quandt  besucht dagegen die KGS...

Die Stadtvertreter stimmten am Ende mit neun Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen für den CDU-Antrag.

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