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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 12:06 Uhr

Kulturknastfenster Brüel : Facettenreich und großartig

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Improvisationsmusik mit dem Duo Albrecht Maurer und Theo Jörgensmann sowie eine Jam-Session zu fünft begeisterten.

Das Duo Albrecht Maurer und Theo Jörgensmann lockte viele Zuhörer am vergangenen Sonnabend in das Kulturknastfenster in Brüel. Gastgeber Theo Jörgensmann konnte die hohen Erwartungen des Publikums bei der Begrüßung noch steigern, kündigte als zusätzlichen Programmpunkt eine Jam-Session zu fünft an.

Doch zuvor brillierten Albrecht Maurer (Violine) und Theo Jörgensmann (Klarinette) mit Ausschnitten ihres neuen Programms „Hymnen an die Nacht“. Der Titel ist eine Anspielung auf den Frühromantiker Novalis (1772-1801), dessen Hymnen vom Aufwachen aus einer Vision und zugleich von der Sehnsucht nach der Vision erzählen.

Diesem großem Thema stellten sich beide Musiker kongenial mit der ganzen Virtuosität ihres Spiels. Maurer entlockte seiner Geige Töne in einer sonst unvorstellbaren Klangbreite, wurde oft mit seiner Stimme zum Verstärker der Saitenschwingungen. Albrecht Maurer und seine Geige scheinen eins zu sein, spielen nicht Musik, sie sind es.

Für das Programm „Hymnen an die Nacht“ hat Theo Jörgensmann die B Bassett- Klarinette gewählt. Diese Klarinette, die länger ist und vier zusätzliche tiefere Töne zulässt, wird im Jazz seltener eingesetzt. Trotz Erkältung spielte Theo Jörgensmann gewohnt großartig. Beide Musiker waren facettenreich, harmonierten in langsamen und schnellen bis sehr schnellen Tonfolgen. Besonders beeindruckend auch die leisen Passagen, die sie berührend leise spielten.

Nach drei Stücken aus ihrem Programm, das ab Januar 2017 auch als CD nachhörbar sein wird, und einer kurzen Umbaupause kamen drei Jazzer hinzu, um zusammen zu musizieren. Dieses spontane Zusammenspiel ohne Konzept, ohne vorherige Absprachen, ist in seiner Art immer einmalig.

Im Brüeler Kulturknastfenster bestritten die Jam-Session: Hagen Stüdemannn (Gitarre), Albrecht Maurer (Violine), Ernst Deuker (Kontrabass-Klarinette), Herbert Weisrock (Alt Saxophon) und Theo Jörgensmann (B Bassett-Klarinette). Diese ganz besondere Zusammenstellung der Instrumente ergab eine äußerst interessante Klangfarbe und Klangfülle.

Wie sich im Spiel die fünf Individualisten bei sich blieben, sich trotzdem zusammen fanden, sich aneinander und miteinander aufbauten, war für die Zuhörer ein Hörerlebnis. Furios der ausdrucksreiche und immer schneller werdende musikalische Dialog zwischen Gitarre und Geige.

Dieser Abend zeigte mal wieder, wie breit und tief einen Musik mitnehmen kann in eine Welt aus Tönen, facettenreich und großartig.


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