zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 01:17 Uhr

Neukloster : Exzellenzlabel und viele Angebote

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Tag der offenen Tür an der Europaschule Gymnasium Am Sonnenkamp in Neukloster fand wieder große Resonanz

von
erstellt am 11.Jan.2015 | 18:47 Uhr

In den Räumen für Chemie und Physik laufen kleine Experimente. Zum Beispiel, ob Steinvolle vollständig verbrennt. Der Wariner Birk Ole Saathoff aus der 9c hat schon manchem Besucher vorgeführt, dass Chemie richtig interessant sein kann. Lehrerin Uta Ehrke aus Brüel freut sich, wie selbstständig die Schüler agieren, und braucht kaum einzugreifen. „Die Experimente haben wir gemeinsam ausgesucht und vorbereitet, auch die Anleitungen dazu geschrieben.“

Helena Brandt aus Glasin geht erst in die fünfte Klasse, möchte aber, wenn die Zeit heran ist, auf das Gymnasium in Neukloster. Ihre Eltern Silke und Daniel Brandt machten hier das Abitur. „Frau Ehrke hatte schon ich als Lehrerin“, sagt Helenas Mutter.


Wettbewerb zwischen Gymnasien ist groß


Die Europaschule Am Sonnenkamp, die aktuell 340 Mädchen und Jungen besuchen, vor allem aus dem Amtsbereich Neukloster-Warin, aber auch darüber hinaus, präsentierte sich am Sonnabend zum 19. Mal bei einem Tag der offenen Tür. Die Besucher geben sich die Klinke in die Hand. „Wir wollen über Angebote und Anforderungen informieren, zugleich für das Klima an unserer Schule werben“, sagt Schulleiterin Astrid Paschen. Die künftigen Siebtklässler und ihre Eltern hätten viele Fragen. Bis Ende Februar müssten sie sich entscheiden. Der Wettbewerb zwischen den Gymnasien sei groß und Wohnortnähe nur einer von mehreren Faktoren. „Eltern schauen sich bewusst mehrere Standorte an. Die Möglichkeiten sind größer geworden.“

Umso wichtiger sei es, dass sich so viele Schüler einbringen. „Sie machen das gern und gehen stolz nach Hause, diesen Tag mitgestaltet zu haben. Das transportiert am besten den Alltag hier und schweißt außerdem die Schulgemeinschaft zusammen“, ist Paschen überzeugt.

Neukloster biete das Profil wie alle allgemeinen Gymnasien an, hebe sich aber durch seine Europabildung ab. Das Gymnasium gehöre zu den zwei Pilotschulen in MV, die sich am Modellprojekt „CertiLingua“ beteiligen. Das bedeute, dass besonders qualifizierten Schülern zusätzlich zum Abiturzeugnis das Exzellenzlabel für mehrsprachige, europäische und internationale Kompetenzen verliehen werden kann. Es bescheinige dem Schüler, zwei Fremdsprachen selbständig verwenden zu können sowie Europawissen, bilinguale, soziale und kulturelle Kompetenzen zu besitzen. Das Zertifikat erleichtere den Zugang zu internatio-nal orientierten Studiengängen. Es gäbe einen sehr intensiven Austausch mit Frankreich und sporadische Kontakte zu Schulen in Schweden. Derzeit werde die Verbindung zu einem Gymnasium in Rom aufgebaut. Hohe Anforderungen stelle ein gemeinsames Projekt mit dem Thomas-Mann-Gymnasium in Lübeck. In Workshops werde vorher trainiert und dann eine Woche lang mit Schülern aus anderen Ländern die Uno simuliert, alles in Englisch und die jungen Herren im Anzug. „Sie finden das gut, tauchen in eine
andere Welt ein. Die Schüler lernen, Stärken herauszustellen, sollen dabei aber authentisch bleiben und Schwächen akzeptieren“, erklärt Paschen. Großen Anklang finde auch bilingualer Unterricht etwa in den Fächern Darstellendes Spiel, Geographie und Sport.

Seit November 2009 ist das Gymnasium Am Sonnenkamp offizielle Partnerschule der Fishers High School im Rahmen des German American Partnership Program (Gapp). Dieses Jahr würden wieder rund 20 Schüler – nach einem Auswahlverfahren ermittelt – in die USA reisen.


Lehrerin des Jahres hat Hobby eingebracht


Natürlich, betont die Schulleiterin, würden andere Fachbereiche nicht vernachlässigt. Das zeigt auch der Tag der offenen Tür auf vielfältige Art, ob in den Kabinetten oder im Aulaprogramm mit Musik, Tanz und Sport. Silke Hammersdorfer, die das 21. Jahr Sport und Biologie in Neukloster unterrichtet und auf Vorschlag ihrer Schüler vom Land als „Lehrerin des Jahres 2013“ geehrt wurde, stellt mit Mädchen aus den zwei Nähkursen Handarbeiten vor. Was am Verkaufsstand in die Kasse kommt, ist zur Anschaffung weiterer Nähmaschinen gedacht. Drei sind vorhanden, zwölf sollen es werden. „Ich habe vor zehn Jahren mein Hobby eingebracht. Die Schüler finden es toll, nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mal mit der Hand zu arbeiten. Das Nähen habe ich von meiner Oma gelernt“, erzählt die Lehrerin. Und so spannt sich der Bogen von den hohen Anforderungen einer Europaschule bis zum Alltag des Lebens, den zu meistern, genauso gelernt sein will.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen