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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. August 2017 | 22:26 Uhr

Sternberg : Explosion: Personen vermisst

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

An einer Einsatzübung gestern bei Ecomotion Sternberg waren fünf freiwillige Feuerwehren des Amtes und der Gefahrgutzug aus Parchim beteiligt.

Um 15.13 Uhr geht in Sternberg die Sirene. Beim Biodieselhersteller Ecomotion hat es eine Dampfexplosion gegeben. Schon mehrfach wurde in dem Unternehmen Fehlalarm ausgelöst. Die Brandschutztechnik ist hochempfindlich. Doch besser so, als würde sie im Ernstfall nicht reagieren. Gestern ist es kein Fehlalarm, sondern eine Einsatzübung, geleitet vom Sternberger Wehrführer Eckardt Meyer.

Die Explosion in der Umesterung, also dort, wo aus Rapsöl Biodiesel entsteht, hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Die Leitung zum Methanollager und das selbst könnten eventuell auch beschädigt sein. Insgesamt werden zwei Personen vermisst. Beim Methanollager beginnt die Suche. Der Vermisste wird schnell entdeckt, er ist ansprechbar. Rasch wird er in Sicherheit gebracht.


Super Zeit vom Alarm bis zum Eintreffen


In der Umesterung liegt der größere Gefahrenbereich. Inzwischen ist auch Enrico Bill, Gruppenführer beim Gefahrgutzug in Parchim, zur Stelle. Der Einsatzleiter hat ihn zur Beratung angefordert. „Wenn es notwendig wäre, würden wir mit knapp 60 Leuten anrücken. Alle machen das ehrenamtlich“, sagt Bill. Von der Alarmierung in Parchim bis zum Eintreffen in Sternberg sind 27 Minuten vergangen. „Eine super Zeit“, zollt Eckardt Meyer Anerkennung.

Jetzt geht es um die gesuchte Person im Produktionsgebäude. Sie muss mit einer Trage herausgebracht werden. „Drittes Obergeschoss“, sagt Ingo Kühn knapp. Der stellvertretende Wehrführer hat hier gewissermaßen Heimvorteil, denn er arbeitet bei Ecomotion. „So eine Übung ist schon wichtig“, meint er. Den Weg, den die vier Männer unter Atemschutz hochgegangen sind, können sie zurück nicht nehmen, denn der ist mit einem Menschen auf der Trage zu eng. Sie entscheiden sich für die Metalltreppe auf der anderen Seite. Das geht gut, nur die Hitze von der Anlage setzt ihnen mächtig zu. Unten atmen alle durch. Geschafft!

Derweil steht Gruppenführer Wilhelm Schröder von der Freiwilligen Feuerwehr Dabel bereit, um den Einsatz seiner beiden Kameraden unter Atemschutz zu überwachen. Höchstens 30 Minuten dürfen sie im Gebäude bleiben, zwei Drittel der Zeit sind stets für den Rückzug bestimmt, denn der kann sich als kompliziert erweisen. Bei größerer Beanspruchung, die die Atmung erschwert, verkürzt sich die Zeit. Die Träger der Atemschutzgeräte können mit dem Manometer selbst feststellen, ob der Druck schneller fällt, und müssen dann handeln. Der Gruppenführer protokolliert alles akribisch.


Absolut zu wenig Leute für Atemschutzgeräte


38 Feuerwehrleute aus den Wehren Sternberg, Brüel, Dabel, Kobrow und Hohen Pritz sind angerückt. Einsatzleiter Meyer hatte vorsorglich nachlarmieren lassen. „Wir wollten realistische Zahlen über die Einsatzfähigkeit bekommen, wenn überall noch volle Arbeitszeit ist.“ Sein Resümee klingt zwiespältig. „Was nützen in der Situation 40 Einsatzkräfte, wenn nur zehn davon Atemschutzgeräte tragen können. Das sind absolut zu wenig“, so Meyer. Aber dazu diene eine Übung eben auch, um festzustellen, wo besonders angesetzt werden müsse. Die Träger von Chemikalienschutzanzügen (CSA) waren zu fünft. 16.05 Uhr kommt über Funk, dass die Übung für die Feuerwehren beendet ist. Jetzt wird noch das DRK erwartet – aber nur fiktiv.

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von
erstellt am 10.Apr.2014 | 19:17 Uhr

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