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Milchviehanlage in Keez : Europa-Zentrum für Jersey-Kühe

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wenn die umstrittene Milchviehanlage in Keez fertig gestellt ist, sollen die alten Ställe auf dem Agrarhof in Brüel weichen.

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erstellt am 29.Jan.2015 | 16:28 Uhr

Wer einmal in Jersey-Augen geblickt hat, komme davon nicht mehr los, stimmen Dagmar Laugwitz, Prokuristin der Agrarhof Brüel eG, und Bereichsleiter Andreas Ogorreck lächelnd überein. Der Betrieb hat die im Oktober begonnene Umstellung seines Bestandes, der 250 Milchkühe umfasst, von schwarzbunten Holstein-Frisian auf die braunen, deutlich kleineren Jersey-Rinder fast abgeschlossen.

Das soll nicht die einzige große Veränderung am Golchener Weg bleiben. Der Agrarhof plant dort anstelle der jetzigen Ställe die Errichtung eines Vermarktungszentrums mit Auktionshalle für Jersey-Kühe, in dem Fachleute aus ganz Europa erwartet werden. Die Entscheidung für
Brüel sei diese Woche gefallen, nachdem die Pon-Unternehmensgruppe mehrere Standorte erörtert hätte, erklärt Laugwitz. „Das kann ein Motor für die Region sein.“


Auktionen, Arbeitskreise und Workshops


Mit dem Projekt soll begonnen werden, wenn die bei Lokalpolitikern und Bürgern wegen ihrer Dimension heftig umstrittene Anlage in Keez fertig gestellt ist. Es sei „an die Realisierung der neuen Milchviehanlage gebunden“, heißt es in einer Presseinformation des Agrarhofs. 2280 Jersey-Milchkühe, 169 Färsen und bis zu 600 Kälber sowie dazu zwei Gülle/Gärrestlager in Thurow und Neu Necheln sind geplant (wir berichteten). Die Stallungen auf dem Agrarhof würden dann nicht mehr gebraucht. Ob sich davon was integrieren lasse, werde überlegt, so Laugwitz. „Bisher sind lediglich die Grundzüge klar. Und dass der Bereich für die Pflanzenproduktion erhalten bleibt.“

Die Investition werde jedenfalls eine einstellige Millionensumme beanspruchen. So sollen zusätzlich zum Informationszentrum auf dem Gelände der Milchviehanlage Keez Landwirte, Tierhalter sowie weitere Fachleute und Interessierte die Möglichkeit bekommen, „sich rund um die Jersey-Kuh auszutauschen“, so Projektleiter Jan Vos, der eine Ideenskizze vorbereitet.

In dem Vermarktungszentrum sollen auch Räumlichkeiten für Fachtagungen, Stall, Futterlager und Parkplätze entstehen. Es seien mehrere Veranstaltungen pro Jahr vorgesehen, darunter Auktionen für Tiere, Arbeitskreise und Workshops, Plattformen für Futter- und Veterinärexperten sowie weitere Events. Laugwitz verspricht sich davon auch, dass das Fachpublikum, das sich zum Teil für längere Zeit hier aufhalte, die touristischen Angebote der Region nutze und „Impulse für die lokale Wirtschaft ausgehen“. Brüel werde „in Europa zum Begriff für die Jersey-Kuh“.

Diese Rasse unterscheide sich deutlich von den bislang gehaltenen Holstein-Frisian (HF), erklärt Bereichsleiter Andreas Ogorreck. Angefangen bei der Größe: Letztere seien durchschnittlich 650 Kilogramm schwer, Jerseys um die 450. Die Milchleistung pro Kuh habe im letzten Auswertungsjahr für die HF bei 9300 Kilogramm gelegen. „Bei den Jerseys rechnen wir mittelfristig mit 7000 Kilogramm“, so Ogorreck. Dafür enthalte die Milch mehr Fett (sechs Prozent gegenüber vier bei den HF) sowie mehr Eiweiß (etwa 4,4 gegenüber 3, 4 Prozent). Beides gleiche die geringere Menge bei der Vermarktung mehr als aus und mache die Jerseys wirtschaftlicher. Diese seien zudem robuster, langlebiger und „vom Charakter ganz anders, unheimlich neugierig und handzahm“, sagt Ogorreck. „Das macht richtig Spaß.“ Für die Tierpfleger sei die Umstellung groß, aber problemlos, wenn ruhig mit den Tieren umgegangen werde.

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