Kita-Verpflegung : Essen-Pauschale bleibt unbeliebt

Mittagessen in der DRK-Kindertagesstätte in Parchim. Das Essen kommt aus der eigenen Küche.
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Mittagessen in der DRK-Kindertagesstätte in Parchim. Das Essen kommt aus der eigenen Küche.

Vollverpflegung in Kindertagestätten: Im Sternberger Amtsbereich wird für jeden Tag und teilweise sogar für jede Mahlzeit abgerechnet.

svz.de von
27. November 2014, 12:00 Uhr

Zahlen Eltern künftig eine monatliche Verpflegungspauschale für das Essen ihrer Kleinen, egal ob sie in der Kindertagesstätte sind oder krank im Bett liegen? Oder müssen die Eltern nur dann die Mahlzeiten zahlen, wenn ihre Kinder wirklich essen? Beides lässt das Kita-Gesetz des Landes zu, mit dem die Vollverpflegung zum Jahreswechsel obligatorisch wird.

Die Pauschale ist in der Sternberger Region unbeliebt. In den meisten Kindereinrichtungen wird wie bislang weiterhin genau Essen für Essen abgerechnet. Das ergab eine SVZ-Umfrage bei Trägern von Kindertagesstätten.


Stadt Sternberg


Die Stadt Sternberg als Träger der Kita Am Finkenkamp ist aktuell dabei, die Details für eine Vollverpflegung in der Einrichtung abzustimmen. Noch werde sie nicht angeboten, erklärt Bürgermeister Jochen Quandt. Das Mittagessen für die Steppkes liefere die Küche im DRK-Seniorenzentrum der Stadt, was auch beibehalten werden solle.


Volkssolidarität


Der Volkssolidarität (VS) Kreisverband Mecklenburg-Mitte hält eine vereinseigene Küche in Bossow vor, die u. a. ihre Kindertagesstätten in Brüel und Warin mit Essen versorgt. In der Brüeler Einrichtung wird seit dem 1. September diesen Jahres die Vollverpflegung angeboten, sagt Kita-Leiterin Heike Möller. Es gibt keinen Pauschalbetrag. Eltern bezahlen nur für die Mahlzeiten, an denen die Kinder teilnehmen. Voraussetzung ist aber, dass das Kind abgemeldet wird.


DRK

„Die pauschale Abrechnung wollen wir erst einmal nicht“, sagt auch Ines Müller, Verantwortliche für die Kindertagesstätten des DRK-Kreisverbandes in Parchim, Lübz, Siggelkow, Sternberg und Banzkow. Die Kinder werden in allen Einrichtungen des Kreisverbandes über eigene Küchen, die entweder direkt in der Kita angesiedelt sind oder zumindest das DRK betreibt, versorgt. Es gibt hier lange Erfahrungen mit der genauen Abrechnung nach Mahlzeiten. „Wenn ein Kind mittags abgeholt wird, berechnen wir die Vesper nicht“, erklärt Ines Müller.


Kloster Dobbertin


Das Kloster Dobbertin, Träger von Kindertagesstätten in Dabel, Parchim, Goldberg, Lübz, Plau am See und Suckow, bietet bislang in seinen Einrichtungen nur Mittagessen an. Für Frühstück und Vesper bringen die Kinder ihr Essen mit. Wenn ab 1. Januar die Volltagsverpflegung Pflicht wird, werde eine Spitzabrechnung nach Mahlzeiten angestrebt, sagt Lutz-Christian Schröder, der Prokurist am Kloster. Derzeit sei man noch in der Abstimmung mit den Lieferanten.


ASB


Der Arbeiter-Samariterbund (ASB) Kreisverband Schwerin - Parchim ist Träger von Kindertagesstätten in Witzin und Dabel. Auch hier bekommen die Eltern die Möglichkeit, ihr Kind noch bis morgens 8 Uhr vom Essen abzumelden, heißt es beim ASB. Es werde keine Pauschale erhoben und nur das Essen bezahlt, was die Kinder auch zu sich nehmen. Die Versorgung erfolgt für die Mädchen und Jungen in der Witziner Kita durch die Küche im DRK-Seniorenzentrum in Sternberg, für die in der ASB-Einrichtung in Dabel über die Küche der Volkssolidarität in Bossow.


Was sagt Jugendamt?


Eine Frage für die Träger von Kindertagesstätten ist: Wie rechnet das Jugendamt des Kreises Ludwigslust-Parchim ab Januar die Stütze für die Essenversorgung ab, die beispielsweise sozialbedürftige Kinder bekommen? Passiert das pro Essenportion oder nach einer Pauschale - berechnet auf 17 Tage Vollverpflegung im Monat.

Der Fachdienst Jugend des Landkreises erklärte am Mittwoch auf SVZ-Anfrage, keine bestimmte Abrechnungsart werde favorisiert. Ob pauschal oder spitz – beide Arten kommen in den Kindertageseinrichtungen vor und seien zulässig. Es gebe ab 1. Januar keine Änderung des bestehenden Abrechnungssystems mit den Kindertageseinrichtungen im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Einrichtungen, die spitz abrechnen, können dies auch weiterhin tun. Gleiches gelte für Einrichtungen, die pauschal abrechnen.


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