Sternberger Seenland : Es wird eng auf der Warnow

Kanuanbieter bei der Debatte in Warin
Kanuanbieter bei der Debatte in Warin

Kanu-Tourismusanbieter aus dem Sternberger Seenland trafen sich zur Diskussionsrunde in Warin

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16. März 2018, 05:00 Uhr

Der verregnete Sommer 2017 konnte dem Kanutourismus im Sternberger Seenland offenbar nicht schaden. 6137 Boote wurden im Vorjahr an einer Zählstelle im Großen Warnowdurchbruchstal bei Görnow registriert. Das entspricht etwa dem Niveau aus dem Jahr 2016, wie Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks Sternberger Seenland, am Donnerstag bei einer Beratung mit Wasserwanderanbietern in Warin informierte. Wobei sich die Saison auf Mai bis September konzentriert hat und an bestimmten Tagen wie am Himmelfahrt- und am Pfingstwochenende in sehr kurzen Zeiträumen sehr viele Kanus die Warnow herunter fuhren.

Laut Lippke hat der Kanutourismus keine Auswirkungen auf die Population der Biber gehabt und auch den Bestand an Ottern nicht gefährdet. Allerdings könne der hochsensible Lebensraum im Warnowtal auch keine weitere Steigerung des Kanutourismus verkraften.

Ein Thema, das mehrere Kanuanbieter ähnlich sehen. Brit Abelin vom Naturdorf in Eickhof verwies in der Debatte auf Belastungen, die der Kanutourismus bereits jetzt in ihrem Dorf darstellt. Die Ablehnung in der Bevölkerung wachse. Yves Piehl, der seinen Standort in Weitendorf hat, plädierte dafür, dass sich die Kanuanbieter auch finanziell gemeinsam an einer Lösung für Eickhof beteiligen. Diskutiert wurde u.a. über die Installation von Toiletten, über die Herrichtung des Platzes an der Kanuaussatzstelle bis hin zur Prüfung, ob sich der Shuttleverkehr mit den Kanus durch den Einsatz von Bussen des öffentlichen Nahverkehrs reduzieren lässt. Die Naturparkverwaltung will eine Gesprächsrunde initiieren, zu der insbesondere auch die Vertreter der Gemeinde und des Amtes mit ins Boot geholt werden sollen.

Wie kann es weiter gehen? Mit der Frage muss sich die Branche beschäftigen, forderte ebenfalls Kanuanbieter Sven-Erik Muskulus. Auch er sieht Gefahren, dass der Kanutourismus ausufert. Es würde sich rächen, wenn nur noch diejenigen kommen, die hier feiern wollen, und nicht die Naturliebhaber. Die Kanuanbieter müssten Zeichen setzten, dass sie ihr Geschäft nicht auf Kosten der Anwohner machen. Wenn man erst einmal ins Gespräch kommt, sei der erste Schritt getan, meinte er mit Blick auf Eickhof.

Yves Piehl kündigte übrigens an, dass er seine Kanu-Flotte verkleinern will. Es gebe allerdings eine Gewerbefreiheit. Neue Anbieter können sich ansiedeln.

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