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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 03:23 Uhr

Warin : Es lebe der Volkssportcharakter!

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das 29. Langstreckenschwimmen der DLRG im Großen Wariner See zog am Sonnabend wieder Teilnehmer aus nah und fern an.

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 16:50 Uhr

Die Lütten schrieben diesmal die großen Geschichten beim 29. Langstreckenschwimmen der DLRG Warin am Sonnabend im Großen Wariner See. Bei idealem Wetter mit 26 Grad Luft- und 23 Grad Wassertemperatur schickte Bürgermeister Michael Ankermann exakt um 14.11 Uhr ein Rekordteilnehmerfeld von 42 Startern auf die Langdistanz über 4000 Meter.

Bis der Sieger, diesmal wurde es der Vorjahreszweite Felix Führer aus Preetz bei Stralsund in 49:04 Minuten, um die Wendemarke auf Höhe der Insel rum und wieder zurück im Ziel war, absolvierten die Kinder und Jugendlichen ihre Wettkämpfe. Und da herrschte natürlich ein besonderes Startfieber und Gewusel im Wasser neben der Pontonbrücke. Warins Schwimmmeister Klaus Fröhlich gab das Startsignal und los ging’s für die insgesamt 27 Lütten bis zu einem Alter von zehn Jahren. Einem kleinen Jungen freilich wurde der Starttrubel zu viel. Heulend gab er bereits nach knapp zehn Metern auf. Auch dies gehört dazu beim Wariner Langstreckenschwimmen, das vor allem Wert auf seinen Volkssportcharakter legt.

Natürlich ging es auch hier um Sieger und Platzierte. Doch nicht wenige hatten ihr eigenes gestecktes Limit – durchhalten. Ganz gleich, ob über den 4000er-Kanten oder die 250-m-Distanz der Jüngsten. Und hier heimste die Letzte den meisten Applaus ein. Tarja Podeyn aus Markranstädt bei Leipzig war mit 8:08 fast vier Minuten langsamer als ihre große Schwester Sarah (10). Doch Tarja zählt auch erst sechs Lenze. „Sie kann schwimmen, seitdem sie dreieinhalb ist und beherrscht schon drei Lagen – Brust, Rücken Kraul. Darum durfte sie heute erstmals hier auch starten“, verkündete eine sichtbar stolze Mama Katja Podehn – den Augenblick per Kamera festhaltend. Tarja bewältigte die 250 Meter im Bruststil „mit schönen, langen Armzügen“, teilte Fröhlich per Mikro mit, damit es auch ja alle Besucher mitbekamen. Papa Carsten Podehn frönte derweil seinem Schwimmhobby: Nach dem Sund- und Boddenschwimmen startete er jetzt in Warin über die vier Kilometer (Rang 29 im 42er-Feld in 1:11:15 h). Gestern ging es für die Podehns zurück nach Sachsen, um zum Vilmschwimmen am 22. August wieder in Meckpomm zu sein.

„Wir freuen uns immer über viele Gäste hier“, betonte Fröhlich. So war der 56-jährige Schwimmmeister Jan Schönholz aus der Nähe von Amberg in der Oberpfalz (Bayern) „extra wegen des Wettkampfes hier angereist. Die Hinfahrt dauerte sechs Stunden.“ Er wollte einfach die vier Kilometer schaffen. Gleiches, nur über die 1600 Meter, war das Ziel von Kurt Klöcker (59/Kyritz), der als Einziger über diese Distanz mehr als eine Stunde benötigte. Im Ziel entschuldigte sich der Kyritzer dann beim Veranstalter sowie dem begleitenden Feuerwehrboot dafür. War nicht nötig – dabei sein ist alles! Solche Storys machen gerade das Flair der Wariner Veranstaltung aus.

Auch die Benke-Saathoffs aus Warin gehören seit Jahren zur großen Schwimmfamilie. Während sich Simone Benke-Saathoff in bewährter Weise um die Meldestelle kümmerte, waren ihre Kinder als Jugendretter im Einsatz oder schwammen selbst mit. So wurde die zehnjährige Ronja Merle Gesamtvierte und Zweite in der Mädchenwertung. Da verließ die Mama mal flugs die Meldestelle, um der Tochter ein Badetuch zu reichen und sie ganz lieb zu drücken.

Ansonsten gab es einen Titelverteidiger mit dem Rostoker Jannis Dammann (20), der mit 18:49 Minuten sogar noch schneller war als 2013 (19:29). Über die 1600 Meter holte sich der 17-jährige Felix Führer in Abwesenheit von Vorjahresgewinner André Bauschmann (Rostock) diesmal die 4000er-Krone.

Bauschmanns Marke von 44:17 Minuten freilich verfehlte der Vorpommer klar, doch immerhin schwamm er in 49:04 persönliche Bestzeit nach den 50:19 vor Jahresfrist.


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