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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 01:36 Uhr

Sternberg/Schwerin : Es ist Zeit für Karpfen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Abfischen in Sternbergs Karpfenteichen mit vielen Helfern und Schaulustigen

svz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Ab sofort gibt es wieder Karpfen aus heimischen Gewässern. Wie bei Fischer Walter Piehl in Alt Schlagsdorf bei Schwerin haben viele Fischer im Land die ersten Netze eingeholt. Mit der Ausbeute an Karpfen ist Walter Piehl nur bedingt zufrieden: „Es ist noch zu warm für den Karpfen, er ist viel zu agil.“ In seinen Netzen hatte er am Wochenende mehr als 200.

Am Sonnabend fischten Fischer Andreas Frischke und seine Helfer „frische Fische“ aus den Karpfenteichen ortsausgangs von Sternberg, gleich hinter der Tankstelle. Und wie zu hören war, ist auch diesmal wieder eine gute Ernte herangewachsen. Von den vor drei Jahren eingebrachten 400 Setzlingen sind etwa 380 stattliche Karpfen herangewachsen. Schiere, glatte und farblich einwandfreie  Prachtburschen mit einem Durchschnittsgewicht von 2,5 bis drei Kilogramm. Die jetzt in Hälterbecken wässern, ihren sumpfigen Geschmack ablegen und  ihre letzten Lebenswochen fristen, bis sie  am Jahresende in den Kochtöpfen der Fisch-Gourmets landen.

Das Abfischen gerät in Sternberg alljährlich zum Spektakel, das viele Schaulustige anlockt.

So eine Fischernte ist schon ein aufwändiges Unterfangen. Bereits eine Woche zuvor war begonnen worden, das Wasser abzulassen. Das durch einen sogenannten Mönch – einen Holzkasten mit einzelnen Brettern, die den Wasserstand regeln – fließt, dann durch einen Damm läuft, der die Teiche vom dortigen Steinbach trennt. Und das dann weiter in den Luckower See fließt. Hier am Steinbach stehen dann schon die „Häscher“ mit großen Netzen bereit. Die Fische, darunter auch Barsche und Schleie,  werden mit Keschern eingefangen und dann auf ein Sortierband weitergereicht. Die kleinen Exemplare werden von Helfern wie Hans-Jürgen Hedrich, Jan Barczewski,  Björn Jesse, Ostseefischer Jan Kuka, der jedes Jahr von Gingst auf Rügen anreist, dem 12-jährigen Mathis Manthei, Jürgen Klähn, Familie Strecker aus Krassow und anderen  in extra Behälter sortiert und später  in kleine Teiche gesetzt, wo sie weiterwachsen.  Nach mehreren Stunden des Wartens, wenn  das Wasser  weniger wird,  zeigen sich die ersten Schwänze und Köpfe. Trotz teilweiser Schlagseite kämpfen die Karpfen weiter um ihr Leben. Doch vergebens. Ihr Schicksal ist besiegelt.

Wie Fischwirt Andreas Frischke erzählte, werden seit mehr als 20 Jahren in seiner Sternberger Fischwirtschaft jeweils am letzten Oktober-Wochenende die Karpfenteiche geleert. Nach der Ernte werde dann das Grünzeug vom freigelegten Teichgrund entfernt, es wird  „winterfest“ gemacht. Der Teich muss durchfrieren. Durch die frische Vegetation im kommenden Jahr haben die Fische dann wieder neue Nahrung und wachsen. Fischzucht wird in der Anlage schon seit dem 19. Jahrhundert betrieben.

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