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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. September 2017 | 09:03 Uhr

Dabel : Erstmals Mädchen als Holzmechaniker

vom

Peggy Stobbe und Saskia Alsdorf haben es geschafft: Gleich nach ihrem Realschulabschluss haben die beiden Mädchen eine Lehrstelle gefunden. In drei Jahren wollen sie sich zu Holzmechanikerinnen ausbilden lassen.

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erstellt am 10.Jun.2013 | 07:01 Uhr

Dabel | Zwei wichtige Termine direkt hintereinander: am Vormittag erst die Englischprüfung und dann der Ausbildungstag. Peggy Stobbe beendet an der Regionalen Schule Brüel die zehnte Klasse.

Gestern stand noch Sozial kunde auf ihrem Prüfungsplan. Saskia Alsdorf von der Regionalen Schule und Gymnasium "David Franck" in Sternberg war schon vorige Woche damit durch.

Die beiden Schulabgängerinnen beginnen am 1. September eine dreijährige Ausbildung bei der Dauerholz AG in Dabel. Sie sind die ersten Mädchen, die dort Holzmechaniker lernen. Am Ausbildungstag schnupperten sie in das Unternehmen hinein, machten einen praktischen Test in der Tischlerwerkstatt - und erhielten zum Abschluss ihre Ausbildungsverträge.

"Es ist an der Zeit, dass in diesem Metier auch junge Damen Fuß fassen. Ich denke, das ist gut fürs Betriebsklima. Und sie können die Aufgaben ebenso erledigen wie Männer", meint Werkleiter Peter Weller. "Bislang sind es im gewerb lichen Bereich nur zwei Frauen, eine im Versand und eine bei der Reinigung." In Dabel hat Dauerholz inzwischen knapp 50 Mitarbeiter, zusammen mit Hamburg gut 65. Damit es ihnen leichter falle, sich in einer Männerdomäne zu behaupten, habe sich das Unternehmen gleich für zwei weib liche Azubis entschieden.

An die Tür geklopft hatten fünf Jungen und drei Mädchen. "Die Qualität der Bewerbungen und damit die Auswahl für uns war deutlich besser als im Vorjahr", sagt Weller. Nach Sichtung der Unter lagen und den Vorstellungsgesprächen seien vier von ihnen in die engere Wahl gekommen. Die zwei Jungen in dieser Runde hätten dann allerdings einen Ausbildungsplatz näher an ihrem Heimatort gefunden.

Es gäbe zwar noch keine Erfahrung mit weiblichen Azubis im gewerblichen Bereich, doch alle Voraussetzungen dafür seien vorhanden, wie getrennte Sozialräume. Und die Beiden, so Weller, hätten sich in der Werkstatt achtbar geschlagen wie auch insgesamt überzeugt. "Sie sind lustig und aufgeschlossen. Da muss schon alles passen, um im Berufsalltag mit den Kollegen klar zu kommen. Entscheidend sind für mich nicht die Zensuren auf dem Zeugnis, sondern wie motiviert jemand die Aufgaben angeht", sagt der Werkleiter.

Das Unternehmen habe sich nach zwei gescheiterten Versuchen, die Ausbildung von Fachkräften in die eigenen Hände zu nehmen, nicht davon abbringen lassen. Die ersten beiden Azubis seien partout nicht zur Berufsschule gegangen, so dass diese Lehrverträge aufgehoben werden mussten, erklärt Weller. Der dritte Anlauf sei offenbar erfolgreich. Der Sternberger Daniel Reich, der als Holzmechaniker seinen Wunsch beruf gefunden und im vorigen Jahr die Ausbildung begonnen hat, war nun bereits mit dem versierten Tischler Bernd Münchow deutschlandweit auf Außenbaustellen, um auch diese Arbeit kennen zu lernen.

Saskia Alsdorf (16) kommt aus Dabel, Peggy Stobbe (18) aus Kobrow. In der achten Klasse waren beide gemeinsam zum Praktikum im außerbetrieblichen Ausbildungszentrum in Schwerin. Der Tag, an dem es um Holz ging, habe ihnen am besten gefallen und das Interesse an Handwerklichem geweckt. Saskia erzählt, dass sie auch an Kfz-Mechatronikerin gedacht, das Holz jedoch klar gesiegt habe. Peggy hatte sich noch in Schwerin als Zahntechnikerin beworben, die Absage dort ihr aber nicht allzu weh getan. Waren beide beim Vorstellungsgespräch noch ganz nervös und aufgeregt, so erlebten sie den Ausbildungstag recht gelassen. Probleme jeder Art, ob es die Fahrt zur Berufsschule sei oder eines im Betrieb, sollten die künftigen Azubis ansprechen, gibt ihnen Weller mit auf den Weg. Dann lasse sich auch eine Lösung finden.

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