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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 00:51 Uhr

Golchen : Erste Bam Go gut angenommen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Berufsausbildungsmesse am Sonntag auf dem Golchener Hof erfuhr guten Zulauf. Eine Brüeler Lehrerin motiviert ihre achte Klasse.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2017 | 20:45 Uhr

„Ich finde, es war eine sehr gute Idee von Jörg Klingohr, eine Ausbildungsmesse in die ländliche Region zu holen. Die jungen Leute wollen heutzutage meist in ihrer Region bleiben“, ist die Diplom-Psychologin und Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Deutschland Mecklenburg-Schwerin, Pamela Buggenhagen, überzeugt. Und deshalb unterstützte der Unternehmerverband auch das Vorhaben, den jungen Menschen mit einer Golchener Messe Möglichkeiten zu bieten, sich mit beruflichen Ausbildungen auseinander zu setzen.

15 Betriebe aus der näheren und weiteren Umgebung konnte das Organisationsteam um Jörg Klingohr für die erste Bam Go gewinnen. Und kurz vor dem Start am Sonntag um 10 Uhr war ein leichtes Knistern im Saal zu hören, denn es hing die große Frage in der Luft: „Wie wird diese Messe heute angenommen?“

Frank Jochmann von der Heizung, Sanitär, Klima, Lüftung Jochmann GmbH Parchim zum Beispiel setzte viel Hoffnung auf die Bam Go, auch wenn er wusste, dass diese Messe auf dem Land ein erster Versuch ist, der nicht unbedingt gelingen muss. „Wir bilden jährlich drei bis vier Lehrlinge aus, immer für den eigenen Bedarf. 2015 hatten wir erstmals keinerlei Bewerbungen. Seitdem fahren wir selbst auf Messen und werben für unsere Firma. Der Erfolg gibt uns recht, denn für dieses Jahr haben wir nun schon drei Azubis. Das Handwerk hat immer Perspektive. Zwar kann man ein Rohr im Internet kaufen, aber verlegen muss es schon der Handwerker. Und genauso wird es immer einen Friseur geben“, beim letzten Satz deutete Frank Jochmann auf seine Standnachbarin.

Diana Möbis, Coachbetreuerin von 15 Friseursalons des Hair-Cosmetic-Teams, weiß um den ständigen Wechsel in ihrer Branche und den hohen Bedarf an Auszubildenden. „Der Idealfall wäre, der im eigenen Haus Ausgebildete bleibt auch bei uns“, meinte sie. „Na, mal sehen, was diese Messe nun so bringt...“

Und dann ist es 10 Uhr, die ersten zwei Elternpaare mit Söhnen im bevorstehenden Ausbildungsalter betreten den Saal.

Tim Stebe (19) aus Goldberg geht derzeit noch zum Gymnasium und hat schon recht anspruchsvolle Vorstellungen von seinem zukünftigen Beruf: „Ich suche einen abwechslungsreichen Job, zwar auch strukturiert, aber doch vielschichtig, und es müsste ein Mix zwischen
Indoor und Outdoor sein“, erklärte er. Leider vermisse er hier Angebote zur naturnahen Ausbildung, wie zum Beispiel die Landwirtschaft, so der Gymnasiast.

Sebastian Janetzki (15) aus Brüel hatte ein langes Gespräch mit der Wemag AG, aber auch mit Anne-Kathrin Litzenberg, der Einstellungsberaterin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (fhö:/pr) Güstrow. Doch generell meinte der junge Mann: „Ich weiß jetzt noch nicht so wirklich, was ich mal machen will. Vorstellen könnte ich mir vielleicht was technisches oder Polizei.“

Johanna Michel (17) aus Warin erklärte: „Ich bin hierher gekommen, um meine Frage beantwortet zu bekommen, ob ich eine Ausbildung mache, studiere oder in eine duale Ausbildung einsteige. Ich werde mir also Informationen holen, wie alles so ablaufen könnte. Ausgerichtet bin ich aber auf Verwaltung.“ Ebenfalls noch ohne konkrete Vorstellungen war der 23-jährige Dennis Neumann aus Brüel. Er hatte ein Studium der Wirtschaftsinformatik und Wissenschaften begonnen, aber dann abgebrochen.

Er, wie fast alle anderen jungen Leute und einige Eltern, fanden sich später in der „Dorfschule“ ein zum Vortrag für Bewerber mit Jörg Klingohr. Locker und bemüht, die jungen Menschen in ihrer Art anzusprechen, erläuterte der Diplom-Psychologe die Frage „Wie verhalte ich mich bei einem Vorstellungsgespräch richtig?“ und sparte dabei nicht mit positiven und negativen Beispielen, die sich sicher der eine oder andere Jugendliche zu Herzen nimmt.

Spätestens ab 11 Uhr wussten dann auch alle anwesenden Unternehmen, der Veranstalter hatte gute Werbearbeit geleistet – mehr und mehr Interessenten kamen. Sogar die komplette achte Klasse der Regionalen Schule in Brüel. Klassenlehrerin Angela Ludwig hatte es verstanden, ihre 15 Schüler so zu motivieren, dass sie am Sonntag diese Messe besuchen. Selbstständig, zumeist erst einmal mit dem angebotenen Quiz, liefen sie von Stand zu Stand, holten sich den Buchstaben für das richtige Lösungswort in der Hoffnung auf einen Gewinn von 500 Euro. Aber dabei fiel natürlich auch so manches
interessante Wort für die Schüler in Richtung Berufswahl.

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