Warin : Erntezeit in den Gewächshäusern

Bei den Gurken muss Jens Arndt, Meister und Ausbilder in der Syringa Gartenbau GmbH, dieser Tage noch etwas suchen, um die Stiege vollzubekommen. Doch die Hochsaison steht unmittelbar bevor.
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Bei den Gurken muss Jens Arndt, Meister und Ausbilder in der Syringa Gartenbau GmbH, dieser Tage noch etwas suchen, um die Stiege vollzubekommen. Doch die Hochsaison steht unmittelbar bevor.

Die Syringa Gartenbau GmbH Warin hat fast 30 Tomatensorten angebaut. Auch die Gurkenzeit steht bevor. Seit Anfang Juli gibt es einen eigenen Hofladen.

svz.de von
07. Juli 2014, 16:29 Uhr

Die Tomaten sind schon in Schwung gekommen, bei den Gurken dauert es nur wenige Tage. Beider Ernte hat in den Gewächshäusern der Syringa Gartenbau GmbH vor knapp zwei Wochen begonnen. Auf den Märkten in Sternberg, Schwerin und jetzt Rostock anstelle Wismar bieten die Wariner alles frisch an, seit Anfang Juli auch in ihrem Hofladen auf dem Betriebsgelände im Neuklosterweg. Dafür zogen sie aus dem Geschäft neben dem Getränkemarkt in der Friedensstraße aus.

Knapp 30 Sorten in verschiedensten Farben und Formen – von rot über gelb bis hin zu schwarz, von rund über oval und länglich bis zum Cherryformat – stehen vor Regen geschützt unter Folie, teils oben angebunden ein Stück über Mannsgröße hinaus. Eine Auswahl mehrerer Sorten füllt wieder Zwei-Kilogramm-Mixkörbe. Die fanden im Vorjahr vor allem auf der MeLa reichlich Absatz, weil viele Kunden die Gelegenheit nutzten, zu Hause Tomatenvielfalt durchprobieren zu können. Die Hauptsorte heißt „Pannovy“. „Das ist eine rote Tomate, wie sie jeder kennt, super im Geschmack“, findet Syringa-Geschäftsführerin Meike Bethge. „Und sie hält sich lange.“


Neue Produkte sollen Marktposition stärken


Kohlrabi, Salat, Zucchini und verstärkt frische Kräuter stünden in der Gunst der Kunden ebenfalls weit vorn. „Wir produzieren wie in der Natur. Deshalb können wir nicht zu jeder Zeit alles anbieten. Dafür ist das, was in den Verkauf kommt, frisch und nicht belastet“, erklärt Bethge. Schädlinge würden mit Nützlingen bekämpft. „Was wir ernten, essen wir selbst ohne Bedenken,“, so die Chefin. „Unsere Kollegen haben ein Auge dafür, dass sich ein kleiner Pilzherd, sollte mal einer in den Tomaten entstehen, gar nicht erst ausbreitet.“ Denn sonst wäre die ganze Ernte hin, ein Verlust, den ein kleiner Betrieb kaum verkraftet. Seien Tomaten von Pilz befallen, müsse der bekämpft werden. Eine Umstellung ganz auf Bio lasse der Anbau von Zierpflanzen jedoch nicht zu, denn dabei sei der Betrieb auf Pflanzenschutz angewiesen.

Mit immer wieder neuen Produkten will Syringa die Marktposition stärken. Zum ersten Mal sollen Austernseitlinge heranwachsen. Ob das Experiment gelingt, ist derzeit offen. Gut angenommen werden bereits selbst entwickelte Soßen und Ketchup, besonders auf Märkten. Auch Holunderblütengelee sei fertig, der Essig müsse noch ziehen und umgefüllt werden. Die Blüten seien selbst gepflückt. „Wir haben Holunder ohne Ende“, sagt Bethge lachend. Gemüse, das der Betrieb nicht selbst erzeugt, kauft er dazu, teils in der Region, auf jeden Fall in MV, wie Bethge betont. Das betrifft auch Kartoffeln und Honig.

Für die Kunden ist der Weg zum neuen Hofladen weiter als bisher. „Mit dem Auto geht das“, meint Wilfried Katelhön nach seinem Einkauf. Doch er sehe oft, wie ältere Menschen „ihren Rollator gegen einen Einkaufswagen eintauschen“. Von ihnen nehme wohl kaum jemand die jetzige Entfernung auf sich. Gut finde er, so der Wariner, dass Syringa die Möglichkeit nutze, die Umgebung des Ladens schön zu gestalten. Das ginge in der Stadt sicher nicht. Für Marianne Tegler aus Qualitz macht es keinen Unterschied. Sie habe zum Einkauf noch Bützow und Neukloster zur Auswahl, entscheide sich aber meist für Warin. Sie bleibe auch Syringa treu. „Das gefiel mir immer gut.“


Für erneuten Umzug mehrere Gründe


Zunächst in der Langen Straße, dann in der ehemaligen Schlecker-Filiale und jetzt noch weiter aus der Innenstadt heraus. Den Laden in der Innenstadt hat Syringa verkauft, weil das Geld dringend gebraucht wurde. Für den erneuten Umzug nennt Meike Bethge mehrere Gründe. „Wir können die Kosten minimieren, was sich auch für die Kunden auszahlen soll. Denn die Pflanzen müssen nicht mehr transportiert werden, und die Miete für den vorigen Laden fällt weg.“ Zudem könnten die derzeit nur noch elf Beschäftigten flexibler eingesetzt werden, und es sei gärtnerische Beratung vor Ort. Die Eröffnung des Hofladens, der auch selbst hergestelltes Eis aus der Agrargenossenschaft Holthusen anbietet, stehe am Anfang weiter gehender Pläne. Diese reichten bis zur Einrichtung eines Cafés und Spielmöglichkeiten für Kinder. Das sei aber (noch) Zukunftsmusik, bleibt Meike Bethge auf dem Teppich.

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