Was tun, wenn Öl ins Gewässer gelangt? : Ernstfall am Plauer See geprobt

Kameraden des Gefahrgutzuges bereiten die mobilen Ölsperren vor.
Kameraden des Gefahrgutzuges bereiten die mobilen Ölsperren vor.

70 Kameraden des Gefahrgutzuges Parchim absolvierten gemeinsam eine Übung

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07. September 2015, 12:00 Uhr

Ein Konvoi mehrerer Feuerwehrfahrzeuge, besetzt mit insgesamt 70 Kameraden, setzte sich am Sonnabend von Parchim aus in Richtung Plau in Bewegung. Diese Kolonnenfahrt unter Blaulicht war bereits erster Teil eines besonderen Ausbildungstages für den Gefahrgutzug Parchim. „Wir wollten auch das Fahren im Marschverband testen“, erklärt der stellvertretende Zugführer Dirk Prieß. Auf dem Ausbildungsplan standen zwei Elemente: Bei der ersten Station ging es um das Abdichten von Lecks am Anhänger und das Umpumpen sowie den Aufbau einer Notdekontamination. An der zweiten Station wurde als Ernstfallszenario eine Ölschadensbekämpfung im Hafenbereich am Plauer See geübt.

Dort galt es, mögliche Gewässerverunreinigung einzugrenzen und entsprechende Ölsperren aufzubauen. Die Kameraden nutzten die neue Slipanlage und brachten ihre Schlauchboote ins Wasser, während sich andere Einsatzkräfte am Uferbereich mit den wieder verwendbaren Ölsperren befassten. Der 1. Gruppenführer der gastgebenden FFw Plau, Martin Kremp, hatte diese Station als Ausbilder übernommen. Zum Einsatz kam auch eine Besatzung des DRK-Sanitäts- und Betreuungszuges Parchim. Bernd Gratzky hatte das Ruder des DRK-Einsatzbootes fest in der Hand und kommandierte seine Leute entsprechend der Funkanweisungen, die von Land gegeben wurden.

Die einzelnen Feuerwehren nutzen unterschiedliche Varianten von Ölsperren und Boote, darunter auch das DRK-Boot mit einer eigenen Besatzung. „So konnte ein guter Vergleich angestellt werden. Daraus kann man Rückschlüsse für zukünftige Beschaffungen der Technik ableiten. Für die Kameraden war es teilweise schwierig, mit den fremden Geräten umzugehen, aber dafür üben wir. Wind und Wellen haben die Arbeit erschwert, das machte die Situation noch realistischer“, schätzte Dirk Prieß abschließend ein.

Einen großen Dank richtete die Führung an alle beteiligten Kameraden von Feuerwehren, die im Gefahrgutzug integriert sind, sowie an den DRK-Betreuungszug, der aktiv in das Übungsszenario eingebunden war und auch die Versorgung absicherte. Anerkennung gebührte der gastgebenden Wehr aus Plau und dem Plauer Bürgermerister Norbert Reier, der mit unbürokratischen Entscheidungen dafür sorgte, dass eine so wichtige Übung in seiner Stadt stattfinden konnte. Denn Fakt ist: Mit dem zunehmenden Bootsverkehr steigt auch die Gefahr von Gewässerverunreinigungen. „Für diesen Fall wollen wir gewappnet sein“, so Prieß. Bereits vor Beginn der Übung hatte der zuständige Fachdienstleiter des Landkreises Ludwigslust-Parchim Joachim Reimer dem Zug einen Besuch abgestattet.
 

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