Passee : Erlebnispark mit Hobbit-Höhlen

Projektmanager Tom Maercker (m.) erklärt Bürgermeister Adolf Wittek (li.) und Geschäftsführer Tim Ohm, wie die von den „Herr der Ringe“-Filmen inspirierten Hobbit-Wohnungen aussehen sollen.
Projektmanager Tom Maercker (m.) erklärt Bürgermeister Adolf Wittek (li.) und Geschäftsführer Tim Ohm, wie die von den „Herr der Ringe“-Filmen inspirierten Hobbit-Wohnungen aussehen sollen.

Die Gemeinde Passee und Voss Energy wollen aus dem ehemaligen Haustierpark Tüzen eine ganz besondere Erlebniswelt machen.

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25. Februar 2018, 21:00 Uhr

Manche kennen den Haustierrassen-Schutzpark noch, nur fünf Kilometer von der Abfahrt Neukloster an der A20 gelegen. Zu seiner Hochzeit gab es dort 50 verschiedene Haustierrassen mit 400 Tieren, im Jahr kamen über 18 000 Besucher. 2008 war jedoch Schluss, ohne die ABM-Kräfte rechnete sich der Park nicht mehr, es gab Streit mit dem Rostocker Betreiber. Seitdem arbeitete Passees Bürgermeister Adolf Wittek intensiv an einem Neuanfang. Nun soll es frischen Wind in Tüzen geben, besser gesagt sogar eine steife Brise. Voss Energy aus Rostock, eigentlich ein Unternehmen, das Windparks errichtet und saniert, will dort mehrere Millionen Euro investieren und einen naturnahen Erlebnispark errichten. Und zwar nicht irgendeinen, sondern einen Großpark, wie es ihn in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gibt.

„Wir suchen kein neues Geschäftsfeld“, erklärt Tom Maercker, bei Voss Energy Projektmanager für das Vorhaben. „Wir haben einfach gemerkt, wir sind Projektentwickler. Das zeichnet einen Unternehmer aus, dass er auf einem Berg steht und fragt: ,Was geht da?’“ Dass die Leute von Voss Energy überhaupt auf dem Lünenberg standen, ist dabei ein Zufall. Gründer und Geschäftsführer Eberhard Voß wohnt im nur wenige Kilometer entfernten Ravensberg. Er hörte davon, dass die Gemeinde Passee eine Machbarkeitsstudie für das Gelände in Auftrag gegeben hatte. „Ohne eine solche Studie gibt eis keine Fördermittel vom Land“, erklärt Adolf Wittek. Und als Eberhard Voß zusammen mit seinen Mitarbeitern das Gelände sah, sprudelten sofort die Ideen.

„Windparks zu errichten ist planungstechnisch mit die höchste Kunst der Projektentwicklung“, sagt Tim Ohm, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens. „Wir haben seit 30 Jahren Erfahrungen in der Einholung von Genehmigungen zu Emissionsschutz- und Naturrechten und bei der Beteiligung aller Betroffenen.“ So kartieren nun Biologen das 40 Hektar große Gelände in Tüzen plus einer Schutzzone von 100 Metern und erfassen Zug- und Rastvögel, Fledermäuse, Amphibien sowie Reptilien, um zu prüfen, ob dort schützenswerte Arten leben. Am 1. Februar gab es eine Versammlung mit etwa 100 Bürgern. „Die Aufnahme war sehr, sehr positiv“, berichtet Tim Ohm. Kein Wunder, wenn die Projektmacher eine Vision haben mit Hobbit-Höhlen im Lünenberg, Baumhäusern für Übernachtungen, Tieren wie Wasserbüffeln, Bisons und Vierhornschafen zum Füttern, einem riesigen Labyrinth, einer Wasserspielwelt und und und. Thema des Parks soll Jule Verne und die futuristische Mechanik des 19. Jahrhunderts sein, sagt Tom Maercker. „Wir haben eine Drohne vom Lünenberg aufsteigen lassen und festgestellt, dass man in 30 Metern Höhe die Ostsee sehen kann“, schwärmt der Projektmanager, der Vater von drei Kindern ist. „Da überlegen wir noch, was man damit machen kann.“ Auf jeden Fall kein Windrad errichten, versichert er. Dies sei eine der Fragen bei der Bürgerversammlung gewesen. Ebenso habe es natürlich Fragen zum Verkehrsaufkommen gegeben. „Wir versuchen hier im Hinterland der Küste ein richtig großes Projekt aufzuziehen, das für Touristen und Einheimische interessant ist“, so Tom Maercker. Im anvisierten Einzugsbereich zwischen Schwerin, Wismar und Rostock würden 680 000 Menschen leben, hinzu kämen eine Million Touristen. „Dabei haben wir noch sehr konservativ gerechnet.“

Der Erlebnispark soll Familien mit Kindern, Jugendliche und Senioren ansprechen. Die Investoren gehen davon aus, dass rund 133 000 Menschen den Erlebnispark im Jahr besuchen. „Dabei wollen wir auf den ÖPNV setzen. Allerdings liegt Tüzen genau an der Kreisgrenze, so dass die Buslinien von beiden Seiten kurz vor dem Dorf enden.“ Auch über die Einrichtung von Shuttlebussen von und zu den Busbahnhöfen werde nachgedacht. Anfahrten mit dem Auto würden sich auf zwei Autobahnabfahrten der A20 verteilen und die Landstraßen. „Unsere Philosophie ist, dass die gesamte Region durch unser Projekt wächst“, erläutert Tim Ohm. Falls alle erforderlichen Genehmigungen erteilt werden, soll es 2019 mit dem Bau einer Indoorspielwelt über drei Etagen in der ehemaligen Scheune losgehen. „Dann kann ich den Leuten wieder ins Gesicht sehen, die im Haustierpark tausende Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet haben“, freut sich Adolf Wittek.

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