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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. August 2017 | 11:03 Uhr

Brüel : Erkundungsbohrungen in Brüel

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ausschuss für Umwelt und Tourismus der Stadtvertretung hatte zur Problematik „Bentazon im Rohwasser“ Fachleute eingeladen

„Das Bentazon wurde nicht über die Fläche eingetragen und es kommt nichts mehr nach. Das zu wissen, ist ein gutes Gefühl“, erklärte Gerald Streit, Meister für Wasserversorgung im Brüeler Wasserwerk, auf der öffentlichen Sitzung des Brüeler Ausschusses für Umwelt und Tourismus im Bürgerhaus. Ausschussvorsitzender André Prätorius hatte ihn und Johannes Ullrich, Betriebsleiter des Agrarhofes, eingeladen. Brüel habe Probleme mit Bentazon im Rohwasser, so Prätorius. „Die meisten Ausschussmitglieder haben sich mit der Problematik auseinander gesetzt. Mittlerweile wurden Maßnahmen durchgeführt, aber es gibt viele Fragen.“ Wie SVZ berichtete, war Ende Oktober 2014 eine Überschreitung des für Bentazon, ein Mittel zur Unkrautbekämpfung, zulässigen Grenzwertes im Rohwasser in einem von drei Brunnen im Wasserwerk festgestellt und dieser sofort gesperrt worden.

„Die Situation hat sich nicht verändert. Monatlich werden alle drei Brunnen beprobt. Im Brunnen Nr. 8 gibt es eine Grenzwertüberschreitung. Die Kapazität der beiden anderen Brunnen reicht aber für die Versorgung“, so Gerald Streit. Es laufen Aktivitäten. Eine hat Prätorius bei dem Chemiekonzern BASF angestoßen, und die von einem Hydrogeologen durchgeführte Fundprüfung ergab, dass der Bentazoneintrag punktuell und vor längerer Zeit erfolgt ist. Was bedeuten könne, dass an einer Stelle eine Panne passiert sein müsse.

„Es ist unstrittig, dass Bentazon da nicht hineingehört. Aber wir müssen keine Bedenken haben, dass es toxisch ist“, versicherte der Leiter des Wasserwerks.

Auf die Frage, ob der Wirstoff heute noch ausgebracht werde, antwortete Johannes Ullrich: „Es gibt noch zwei Pflanzenschutzmittel, die den Wirkstoff enthalten. Wir als Betrieb nutzen sie nicht mehr.“ Eigene Prüfungen hätten ergeben, dass der letzte Einsatz auf 2005 zurückgehe.

Die Eintragsstelle ist inzwischen bekannt. Sie wurde durch Analytik nachgewiesen und befindet sich neben dem Soll an der frei zugänglichen Waschrampe im Golchener Weg.

Wenn dies bekannt sei, warum könne dann nicht der Verursacher festgestellt werden?, wurde hinterfragt. „Wir sind keine Ermittlungsbehörde, sondern Wasserversorger“, machte Streit klar. Ermittelt habe die Staatsanwaltschaft und dann mitgeteilt, dass kein Verursacher ausgemacht werden könne.

Gerald Streit nannte die nächsten Maßnahmen: Priorität habe jetzt die Erkundungsbohrung, d. h., es werden drei Vorfeldmessstellen zur Wassererfassung errichtet, um den Grundwasserstand einzumessen und zu überprüfen, ob dort etwas drin ist, was nicht hinein gehört. Die Standorte sind festgelegt und mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) in Güstrow abgestimmt, die Ausschreibung vorbereitet. Er bezifferte die Kosten mit ca. 50 000 Euro. Zudem soll die Trinkwasserschutzzone neu abgegrenzt werden. Ein Hydrologe begleitet die Arbeiten und wertet die Ergebnisse aus.  

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erstellt am 27.Mai.2016 | 20:00 Uhr

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