Warin / Blankenberg : Erddamm ersetzt marode Eisenbahnbrücke

Der Waldweg führt jetzt mit einem hohen Erddamm über die ehemalige Gleisanlage.
1 von 2
Der Waldweg führt jetzt mit einem hohen Erddamm über die ehemalige Gleisanlage.

Mit Instandsetzung des Waldweges durch die Forst wurde langjährige Gefahrenquelle beseitigt

23-11368068_23-66107975_1416392446.JPG von
07. August 2015, 08:00 Uhr

Ein schlichter Erddamm führt jetzt über die ehemalige Gleisanlage der Friedrich-Franz-Eisenbahn. Einst fand sie Eingang in die in Warin verbreiteten Ansichtskarten, die „Hohe Brücke“. Sie überbrückte den Geländeeinschnitt, den der Friedrich-Franz-Eisenbahnbau zwischen Warin und Blankenberg schuf und ermöglichte den Weg von der Blankenberger Chaussee, vorbei am Steedter See auf die Landstraße nach Nisbill zu. Sie muss damals schon etwas Besonderes gewesen sein, etwas, dass man als sehenswert einstufte und ablichtete.

Die ursprüngliche Holzkonstruktion wurde nach geschätzten 50 Betriebsjahren durch eine Stahlbetonbrücke ersetzt. Vor 80 Jahren eine modern anmutende Bauweise in ihrer Grazilität. Der Dampf der Lokomotiven ließ sie zur „Schwarzen Brücke“ werden. Doch durch die Karbonatisierung des Betons und geringe Betondeckung versagte mit der Zeit die Schutzfunktion des Betons für den Stahl. Rosttreiben setzte ein, sorgte für großflächige Absprengungen, machte das Bauwerk instabil. Die Verkehrssicherheit war nicht mehr gegeben.

Nun ist auch diese zweite Brücke Geschichte. Ein schlichter Erddamm ersetzt sie. Wenig spektakulär aber immerhin, der beliebte Waldweg bleibt so passierbar.

„Wir haben über eine neue Brücke diskutiert“, sagt Mathias Regenstein, Leiter des Forstamtes Schlemmin, auf SVZ-Nachfrage. Doch dafür hätte man einen mittleren sechsstelligen Betrag veranschlagen müssen. Diskutiert worden sei auch, ob der Weg überhaupt ein öffentlicher sei, denn „er führt ins Nichts, ist eine Sackgasse“.

Bereits im Oktober 2010 berichtete SVZ über einen großen Erdhaufen vor der ehemaligen Eisenbahnbrücke. Damit hatte die Gemeinde Blankenberg, für die das Bauwerk keine Funktion hatte, eine Auflage des Amtes erfüllt, die Überquerung zu sperren. Eine Prüfung durch die IBD Ingenieurgesellschaft mbH hatte bereits vor längerer Zeit zur Folge, dass die Brücke für den Verkehr gesperrt werden musste. Stand- und Verkehrssicherheit seien gefährdet, sogar von Einsturzgefahr war die Rede. Doch Absperrungen wurden immer wieder geöffnet, so dass die Gemeinde sich nun nicht anders zu helfen gewusst hatte.

Dass provisorische Absperrungen immer wieder beseitigt wurden, bestätigt auch der Forstamtsleiter. So sei ein massiver Zaun nach nur einem viertel Jahr zerstört worden. „Die Bahn hat das Gelände einem regionalen Bahnbetrieb zur Nutzung übergeben. Der hat uns erlaubt, den Weg instand zu setzen“, erklärt Regenstein. Damit sei nun eine Gefahrenquelle beseitigt worden. Für motorisierte Verkehrsteilnehmer bleibt der Waldweg allerdings weiterhin gesperrt, für Wanderer und Radfahrer ist er frei. Und im Notfall komme nun auch die Feuerwehr in diesen Bereich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen