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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Oktober 2017 | 02:46 Uhr

Groß Görnow/Borkow : Entwarnung für Paddel-Freunde

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Am Wochenende steht der Fahrt durchs beliebte Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal nichts im Wege / Pegel weiter über der 30er-Marke

von
erstellt am 27.Jun.2014 | 17:47 Uhr

Freizeitpaddler können – zumindest fürs Wochenende – aufatmen. Der Pegel im Bereich des Warnow-Mildenitz-Durchbruchstals bei Groß Görnow war zuletzt rapide gefallen, zwischen dem 19. und 23. Juni um gleich fünf auf die neuralgische Marke von 30 Zentimetern. Darunter wäre ein Paddelverbot für das Durchbruchstal gemäß der „Freiwilligen Vereinbarung Naturschutz und Kanusport – und Tourismus im Naturpark Sternberger Seenland und dem Westteil des Naturparks Nossentiner-Schwinzer Heide“ in Kraft getreten. Letztmalig war das zwischen 8. August und 2. September 2013 der Fall gewesen.

Doch die Messung am Holzpegel Groß Görnow am Donnerstag ergab 31 Zentimeter. Die regional sehr unterschiedlich ausfallenden Niederschläge der vergangenen Tage haben im Warnow-Einzugsbereich für genügend Nass-Nachschub gesorgt.

„Die im April dieses Jahres ausgelaufene freiwillige Vereinbarung, die 2001 für drei Jahre geschlossen wurde, verlängert sich automatisch, wenn sich kein Partner dagegen ausspricht“, betont Frank Müller, Abteilungsleiter Naturschutz, Wasser und Boden im Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (Stalu) in Schwerin gegenüber SVZ. Das sei nicht geschehen.

Diese Vereinbarung, so Müller, sei „ein Kompromiss, um allen Interessen gerecht zu werden“. Gegenwärtig werde zudem an einer Neufassung gearbeitet, in der Änderungen vorgesehen sind. So soll darin z. B. für das Warnow-Durchbruchstal bei Karnin ein definitives Durchfahrtsverbot festgeschrieben werden. „Bisher gilt auch hier nur eine freiwillige Vereinbarung“, so Müller. Noch hätten aber nicht alle der insgesamt 14 Partner, darunter sieben Kanu-Anbieter, geantwortet. Es handelt sich um ein FFH-Gebiet, in dessen Durchbruchstälern der Warnow die unter besonderem Naturschutz stehende Bachmuschel (Unio Crassus) vorkommt. Die hiesige Population gehört zu den ganz wenigen vermehrungsfähigen in Europa. Laut Naturparkranger Mario Krüger „wurde jetzt auch im Oberlauf der Mildenitz unweit der Straßenbrücke in Borkow die Bachmuschel nachgewiesen. Hingegen scheint sie in der Bresenitz ausgestorben zu sein.“

Die Interessen zwischen Naturschutz und Tourismus (Paddler und Boots-Verleiher) sind schwer unter einen Hut zu bekommen. Am Pfingstwochenende registrierte die Zählstelle Groß Görnow 413 Paddler, am Herrentag 397. „Am Pfingstsonntag waren es 65 Boote in einer Stunde. Es konzentrierte sich vor allem zwischen 12 und 15 Uhr. Das ist eine erhebliche Störung“, so Jan Lippke, stellvertretender Leiter im Naturpark Sternberger Seenland.

 

 


 

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