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Mehrheit der Witziner gegen Bau einer Anlage für fast 40 000 Legehennen : Entscheidung zur Hühnerfarm vertagt

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Kein Ja und auch kein Nein aus der Gemeindevertretung zum geplanten Bau einer Legehennenanlage für fast 40 000 Tiere zwischen Loiz und Witzin.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 11:05 Uhr

Witzin | Kein Ja und auch kein Nein aus der Gemeindevertretung zum geplanten Bau einer Legehennenanlage für fast 40 000 Tiere zwischen Loiz und Witzin. Das Dorfparlament vertagte am Donnerstagabend seine Stellungnahme zur Errichtung der Hühnerfarm des Loizer Landwirts Torsten Redmann. Vertreter einer Bürgerinitiative (BI) gegen diese Anlage reagierten mit Beifall.

Zu Beginn der Beratung übergaben BI-Mitglieder an Bürgermeister Bruno Urbschat eine Unterschriftenliste mit 293 Gegnern der Hühnerfarm. Die Mehrheit der erwachsenen Witziner Bürger hatte unterschrieben. Außerdem sprechen sich viele, die in Witzin ihren Nebenwohnsitz haben, gegen das Projekt aus.

Auf einem Acker zwischen Witzin und Loiz will Torsten Redmann eine Freihaltung-Legehennenanlage bauen mit zwei Ställen und einer Auslauffläche von 16 Hektar. Der Landwirt will sich ein zweites Standbein schaffen. Die Mitglieder der BI warnen vor Gefahren für Natur und Mensch durch intensive Tierhaltung (SVZ berichtete).

Zahlreiche Gegner der Anlage kamen am Donnerstagabend zur Gemeindevertretersitzung. Enttäuscht reagierten diejenigen, die sich in der Einwohnerfragestunde zum Thema Luft machen wollten. Bürgermeister Bruno Urbschat verwies darauf, dass das an diesem Abend nicht möglich ist, da eine Beschlussvorlage zur Hühnerfarm auf der Tagesordnung steht. Auch würden die Unterschriften für die Entscheidung der Gemeindevertreter keine Bedeutung haben. Es ging an diesem Abend um die Stellungnahme der Gemeinde zum Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zur Legehennenanlage, also u.a. auch um die Belastungen für Luft und Wasser. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Hauptausschuss gab es zuvor keine Einigung im Dorfparlament.

Es sei nach der Diskussion zur Abwasserproblematik die schwierigste Entscheidung der letzten Jahre, so Willfried Thomä, Vorsitzender der Fraktion der Bürgergemeinschaft. Er schlug ein Vorgehen vor, das nach einer kurzen Auszeit einstimmig von der Gemeindevertretung getragen wurde: Die Entscheidung zum gemeindlichen Einvernehmen wird vertagt, weil die Gemeindevertreter nicht auf die vollständigen Unterlagen zurückgreifen konnten. Nach Vorliegen sämtlicher Unterlagen und einer rechtlichen Prüfung kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung. Ein Rechtsanwalt wird zuvor für die Gemeinde tätig. Dafür stellt die Kommune 2500 Euro bereit.

Landwirt Torsten Redmann, selbst Gemeindevertreter in Witzin, verließ bei der Diskussion und Abstimmung wegen Befangenheit den Raum. In der Einwohnerfragestunde hatte er auf die drängende Frage des Loizers Gerhard Groth erklärt, dass er den Bauantrag für die Hühnerfarm nicht zurückziehen wird.


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