Leserdiskussion zum Blitzen : Endlich mit Kreuzung beschäftigt

Der Blitzer an der Kreuzung von B 192 und L 16 bei Dabel hat schon Wirkung gezeigt, meinen Anlieger.
Der Blitzer an der Kreuzung von B 192 und L 16 bei Dabel hat schon Wirkung gezeigt, meinen Anlieger.

Anlieger aus Dabel sind für einen stationären Blitzer an dem gefährlichen Verkehrsknoten von B 192 und Landesstraße 16. Weitere Lesermeinung: Die Polizei und nur sie sollte mit Lasergeräten das Tempo messen.

von
15. März 2016, 05:00 Uhr

Ob Blitzer gut sichtbar oder doch getarnt aufgestellt werden sollten, bewegt viele Leser. Wir haben in der Sonnabendausgabe nach Ihrer Meinung gefragt. Denn an der Kreuzung von B 192 und Landesstraße 16 bei Dabel steht seit Donnerstag ein Ungetüm von Blitzer. Er ist mobil, soll jedoch für vier Wochen dort stehen als Test für eine stationäre Messsäule. Für die hatte sich im vorigen Jahr die Verkehrsunfallkommission des Landkreises Ludwigslust-Parchim entschieden, nachdem es an der Kreuzung mehrmals gekracht hatte, leider sogar mit Todesfolge.

Seit der Blitzer steht, weniger Verkehrslärm

Familie Meyer, die gegenüber direkt an der B 192 in der Straße Roter Strumpf in Dabel wohnt, ist froh, „dass sich endlich mal mit der Kreuzung
beschäftigt wird und auch mit den vielen Schildern“. Bevor der Blitzer aufgestellt wurde, seien die meisten Autofahrer nach ihrer Wahrnehmung mit 80 km/h gefahren; das Tempo-60-Schild sei kaum beachtet worden. „Das haben wir am Verkehrslärm gemerkt (echt ätzend). Jetzt ist es bedeutend ruhiger geworden. Das steigert doch gleich das Wohnniveau, Straßenlärm macht krank“, heißt es in der E-Mail. „Auf jeden Fall plädieren wir für einen stationären Blitzer, der natürlich sichtbar sein darf, um den Kreuzungsbereich zu entschärfen. Auch darf man nicht vergessen, dass viele Radfahrer an dieser Stelle die Straße überqueren. Vielleicht wäre auch ein Kreisverkehr denkbar.“

Unser Leser Werner Boor, der ebenfalls eine E-Mail schrieb, hält eine Verkehrsüberwachung an Unfallschwerpunkten für sinnvoll, „egal, ob sichtbar oder verdeckt“. Aber eventuell verursache der „Schilderwald“ mit wechselnden Geschwindigkeiten auf kurzer Distanz Übertretungen, weil Autofahrer Kraftstoff sparend und „aus ökologischen Gründen statt zu bremsen das Fahrzeug ausrollen lassen – hoffentlich nicht zum Auffüllens der Gemeindekasse.“ Dazu sei jedoch erwähnt, dass die Kommune von dem Verwarngeld wegen überhöhter Geschwindigkeit keinen Cent sieht. Die Verkehrsüberwachung sollte nach Meinung unseres Lesers „ausschließlich Sache der Polizei“ sein und Einnahmen daraus sollten dem Bund oder der Verkehrsopferhilfe zufließen.

Chris aus dem Nachbarland Brandenburg schreibt, er sei fast täglich als Außendienstmitarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und stelle fest, „dass nirgends in den neuen Bundesländern so aggressiv von den Landkreisen geblitzt wird wie in MV. Dabei nimmt wohl Ludwigslust-Parchim mit Abstand den ersten Platz ein. Hier erkenne ich immer wieder, dass man zwar in Unfallschwerpunkte geht, diese aber teils so weit ausreizt, dass es fragwürdig ist, ob man mit dem Blitzerstandort auf die Unfallschwerpunkte hinweisen kann.“ Er verurteile das Blitzen grundlegend als Maßnahme, um klamme Kassen der Landkreise aufzufüllen. Mit der Einführung modernster Blitztechniken habe der Autofahrer oft kein unmittelbares Feedback, da ein Foto teilweise zwei bis drei Monate später eintreffe. „Meine Forderung geht klar zum Lasern durch die Polizei. Es sollte die hoheitliche Aufgabe der Polizeikräfte sein, dass Autofahrer einer Tat beschuldigt werden. Aber der entscheidende Aspekt ist jedoch der unmittelbare Lerneffekt. Ich erfahre direkt am Gefahrenpunkt, was ich falsch gemacht habe. Und das Fahrverhalten kann sofort nach der Tat angepasst werden“, heißt es in der E-Mail.

„Über den Sinn und Unsinn eines solchen Gerätes kann man geteilter Meinung sein, auch, ob man es sehen sollte oder nicht“, schreibt Walter Kuhn aus Güstrow. „Was ich mich frage, wozu das Gerät ein Kfz-Kennzeichen hat.“ Erstens sei zu sehen, dass es kein richtiges Fahrzeug sei, zweitens wisse jeder, wenn ein Fahrzeug am Seitenstreifen mit der Nummer aus einem anderen Kreis steht, dass etwas nicht stimme und dies meist ein Blitzer sei. Seine Ansicht: „Wenig durchdacht das Ganze und zu kostenintensiv, andere Methoden sind kostengünstiger.“

Das Kennzeichen erklärt sich natürlich daraus, dass es sich um ein mobiles Gerät handelt, das von fast jedem Fahrzeug mit Anhängerkupplung von A nach B gebracht werden kann. An der Messstelle lässt sich das neuartige, gepanzerte Gerät, das der Landkreis zum ersten Mal einsetzt, vollständig auf den Boden absenken, damit Unberechtigte schwer Hand anlegen können. Es hat mit Hochleistungsbatterien eine eigene Stromversorgung und kann die Geschwindigkeit auf mehreren Fahrspuren gleichzeitig erfassen sowie variable Begrenzungen und Durchfahrtsverbote nach Uhrzeit und Fahrzeugklasse überwachen.

An der Dabeler Kreuzung steht der Trailer ein wenig versteckt an einer Hecke, damit die Sicht der Kraftfahrer nicht beeinträchtigt wird, begründete Manfred Sprinz, Leiter der Stabsstelle für Verkehrsüberwachung im Landkreis, auf SVZ-Nachfrage.

Wir fragen Sie, liebe Leser, weiter nach Ihrer Meinung: Sollten Blitzer gut sichtbar stehen oder vielleicht doch getarnt?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen