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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. August 2017 | 12:49 Uhr

Warin : Endlich freie Bahn in der Lindenallee

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mitarbeiter vom Wariner Bauhof haben nach Kritik am Zustand des beliebten Weges die Wildtriebe am Boden weggeschnitten. Zum Auslichten der Baumkronen wird ein Förderantrag gestellt.

Sie zieht sich etwa einen Kilometer am östlichen Ufer des Großen Wariner Sees entlang und gilt als schmalste Lindenallee in Mecklenburg-Vorpommern. Für Kraftfahrzeuge ist sie passee, doch selbst Spaziergänger und Wanderer hatten zuletzt Mühe, den beliebten Weg zu passieren, weil massenhaft Wildtriebe am Boden zur Mitte gewachsen waren. Kritik wurde laut, Hans-Jürgen Cayé, Stadtvertreter und Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, machte in der Sitzung am 22. Juni seinem Unmut Luft. Der Zustand der Lindenallee sei eine Zumutung für Einheimische und Touristen. Der Bauhof, dessen Aufgabe es sei, den Weg frei zu schneiden, könne nicht überall sein, entgegnete ihm Bürgermeister Michael Ankermann. Das stimme natürlich, doch zufrieden geben könne er sich damit nicht, so Cayé in der öffentlichen Sitzung der Stadtvertretung.

In dieser Woche legten die Mitarbeiter des Bauhofs bei dem Wildwuchs Hand an und schufen freie Bahn für Spaziergänger und Wanderer. Bei rund zehn Bäumen unterhalb des neu entstehenden Wohngebietes werde das noch nachgeholt. Zwar stünden einige Bäume laut Luftbildkataster auf Privatgrundstücken, die würden deshalb aber nicht ausgelassen, sagte der Bürgermeister auf SVZ-Nachfrage. „Der Bauhof macht den kompletten Weg.“ Es sei hier ohnehin an eine Flurneuordnung gedacht, nach der alle Bäume auf städtischem Boden stehen würden, was auch den Privateigentümern entgegen kommen dürfte, meint der Bürgermeister. Nach dem Entfernen der Wildtriebe sei der Weg zwar „immer noch nicht optimal“, weil ausgewaschen und stellenweise holprig durch Baumwurzeln, aber besser passierbar.

Das freut auch eine Warinerin, die von ihrem Spaziergang mit dem Hund zurückkommt. Sei gehe täglich durch die Lindenallee – meist zwischen neuem und altem Badestrand. In letzter Zeit sei es schon „etwas unheimlich“ gewesen.

So genanntes Lichtraumprofil dürfe jetzt geschnitten werden, erklärt Anke Mansour, Leiterin des Bauamtes Neukloster-Warin. Dagegen müsse mit einem Pflegeschnitt in den Baumkronen bis Herbst gewartet werden, wenn Vögel und anderes Getier nicht mehr gestört werden. An der Zeit sei es, sagt der Bürgermeister. Das müsse jedoch eine Fachfirma erledigen und sei mit immensen Kosten verbunden. Deshalb solle ein Förderantrag gestellt werden. Der Vorgang liege nun in der Verwaltung. „Der Antrag ist in Arbeit“, bestätigt die Bauamtsleiterin.

Über das Alter der riesigen Linden ließen sich gestern lediglich Vermutungen in Erfahrung bringen. Ortschronist Christoph von Fircks kann sich einen Zusammenhang mit dem Bau des alten Strandbades vorstellen, zu dem die schmale Allee führt. Das sei 1927 gewesen. Danach wären die Bäume demnächst 90 Jahre alt. Er erinnere sich noch, als Kind „ganz normal“ durchgegangen“ zu sein. Jetzt sei der Weg doch überwiegend nur im Slalom zu passieren. Was so manchem Hobbygärtner auch heute passiert, dass er Bäume und Sträucher zu eng pflanzt und sie nach wenigen Jahren umsetzen muss, ist in Warin schon damals vorgekommen, inzwischen aber ein Glücksfall, denn sonst gäbe es hier nicht die schmalste Lindenallee in MV.

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von
erstellt am 13.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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