Brüel : Endlich einmal Regenwolken

Maisfeld bei Weitendorf: Die am Mittwoch über das Sternberger Seenland ziehenden Regenwolken brachten endlich die ersehnten Niederschläge für die Bauern.
Maisfeld bei Weitendorf: Die am Mittwoch über das Sternberger Seenland ziehenden Regenwolken brachten endlich die ersehnten Niederschläge für die Bauern.

Für Landwirte der Region ist der Niederschlag vom Mittwoch Gold wert - Bauern erwarten eine schlechte Ernte

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11. Juli 2018, 20:45 Uhr

Es platterte am Mittwochmorgen in Brüel. Nach einer langer Dürrephase fiel endlich einmal wieder Niederschlag. Die Bauern im Sternberger Seenland hatten sehnsüchtig darauf gewartet.

„Der Regen ist Gold wert“, sagt Wolf-Dietmar Vetter, Landwirt in Warin. Der Niederschlag hilft dem Mais und dem Futter. Die Bauern haben gerade die Wintergerste eingefahren mit dramatischen Einbußen. „Wir erwarten eine der schlechtesten Ernten“, sagt Vetter.

Ostern lag noch Schnee, erinnert

Roland Ohlendorf, Landwirt in Gustävel. Die Zeit der Vegetation bis jetzt war einfach zu kurz. „Die Pflanzen haben nicht geschafft, sich zu entwickeln.“ Und dann kam die Dürre dazu.

Die Wintergerste sei die „Mimose unter den Kulturpflanzen“, sagt sein Wariner Berufskollege. Sie muss pünktlich bestellt werden, braucht im Herbst Luft im Boden, im Winter auch Kälte, aber nicht zu viel, erklärt Vetter. Diesmal stimmte das alles nicht: Ein nasser Herbst, eine nicht optimale Bestellung. Dann das Frühjahr: Bis 10. April bestockt sich die Wintergerste. Doch bis 1. April lag noch Schnee. Die Folge: Es wurden ein Viertel weniger Ähren als normal gebildet. Durch den Wassermangel im Mai und Juni konnten die Pflanzen keine vollen Körner ausbilden. Die Landwirte der Region haben bei dieser Kultur nur 50 bis 60 Prozent der normalen Ernte eingefahren. Und dann auch noch mit Qualitätseinbußen. „Wir befürchten, die schlechteste Ernte in unserem Berufsleben“, so Vetter.

„Bisher haben wir nur die Gerste geerntet. Bei allem anderen ahnen wir Böses“, so der Brüeler Landwirt Johannes Ullrich. Die Haupternte stehe noch bevor. Die Herausforderung für die Landwirte spiele sich jetzt in den Köpfen ab: „Wie kommen wir finanziell damit klar.“

Von dem nach langer Zeit wieder gefallenen Regen können nicht nur der Grünschnitt als Futter für die Tiere und der Mais profitieren, hören wir von Landwirten. Niederschlag ist auch die Grundlage, wenn die Böden neu bestellt und bearbeitet werden. Darauf verweist Klaus Wulfert von der Dienstleistungs- und Handelsgesellschaft (DHG) in Brüel. Michael Beitien

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