Thurow : Endlich: Abbruch und Beräumung

Während des Rundgangs gestern auf dem Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik in Thurow. Fotos: roswitha Spöhr
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Während des Rundgangs gestern auf dem Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik in Thurow. Fotos: roswitha Spöhr

Dank Landesgelder verschwindet Schandfleck in Thurow. Auf das Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik kommt Bewegung

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29. August 2016, 21:00 Uhr

Das ist hier sehr gut angelegtes Geld“, erklärt Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in MV, nach dem gestrigen kleinen Rundgang auf dem Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL) in Thurow. Zuvor hatte der Minister einen Fördermittelbescheid über 353 046,13 Euro ins Brüeler Rathaus gebracht – was den Abbruch des  ehemaligen KfL und die Beräumung der Grundstücke zu einhundert Prozent ermöglicht.

Das wiederum sei  Grundlage für weiteres Entwicklungspotenzial für die Stadt, sagt Brüels Bürgermeister Jürgen Goldberg.  „Für die Region ist es ein besonders gutes Zeichen, dass wir diesen Schandfleck mit Hilfe von Fördergeldern beseitigen können“, dankt er und erinnert in wenigen Zahlen an die  Bedeutung des einstigen Betriebes für die Region.

„Privatisiert und ausgeschlachtet

“Nach Maschinen-Ausleih-Station (MAS/1948) und   Maschinen-Traktoren-Station (MTS/1956) entstand 1964 der Kreisbetrieb für Landtechnik, der  „wichtig für die Betreuung der Technik war. Aber es hat auch eine Produktion für Großgeräte gegeben“, so Goldberg. Im Kreisbetrieb, zu dem  der Betriebsteil Holzendorf gehörte, waren rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Auch Lehrlinge wurden ausgebildet.  Aus dem KfL hervorgegangen, wurde das  Areal  bis 1993/94  weiter bewirtschaftet. Dann wurde es „privatisiert, ausgeschlachtet und liegen gelassen. Jetzt hat sich die Natur vieles zurück erobert.“

Über drei Hektar groß ist das Gelände, zu dem  auch Flächen im Dorf gehören. Ein Gebäude werde am Dienstag verkauft, kündigte Goldberg gestern an. Dann habe sich die Ersteigerung schon amortisiert.

Wie SVZ berichtete, hatte die Stadt Brüel das Gelände vor einem Jahr  erworben, aber unabhängig von den Eigentumsverhältnissen schon im Oktober 2012 einen Antrag auf Aufnahme in das Rückbauprogramm zur Sanierung devastierter Flächen im ländlichen Raum gestellt.

Dieses Programm, was Minister Backhaus treffender als Schandfleckbeseitigungsprogramm bezeichnen wolle,  habe die Koalition vor zehn Jahren aufgelegt, erklärte er. 94 Liegenschaften seien seitdem mit Landesgeld abgerissen sowie 16 herrenlose und private  Flächen beräumt worden. Auch die Fläche in Thurow sei zu einer Altlast geworden. „Wir wünschen uns nach dem Rückbau eine Veredelung der Fläche.“ Vielleicht mit Photovoltaik oder günstigem Bauland für junge Familien?

Bevor es in dieser Woche nun endlich los geht mit dem Abbruch auf der Industriebrache, waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig, wie Marian Timpe, Geschäftsführer der TiR Konzept GmbH, betonte. Bei der Beantwortung von Fragen wie: Welches Gebäude hatte welche Nutzung oder gibt es unterirdische Bauten?, habe ein ehemaliger Mitarbeiter „wertvolle Informationen“ geliefert. Unter anderem wurden Proben  genommen, Gebäude mittels Laser aufgemessen. Als Schadstoffe müsse hauptsächlich mit riesigen Asbestmengen, Farben und Öl gerechnet werden.

Inzwischen ist die Leistungsbeschreibung erstellt – an die  80 Seiten  – , ein Unternehmen gesucht, das über die für die Arbeiten erforderlichen Zulassungen verfügt, und ausgeschrieben worden.  Den Zuschlag erhielt die Schubert AET GmbH in Mönchhagen bei Rostock.

Noch gestern erfolgte die Bauanlaufberatung.

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