Groß Labenz : Ende eines Schildbürgerstreichs

Zwölf Kilometer bis Sternberg – demnächst aber von Groß Labenz aus in den seit Juni diesen Jahres von der Forst gesperrten Waldweg nach Eickelberg.
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Zwölf Kilometer bis Sternberg – demnächst aber von Groß Labenz aus in den seit Juni diesen Jahres von der Forst gesperrten Waldweg nach Eickelberg.

Stadt Warin vor einer allseits akzeptablen Lösung bei der öffentlichen Waldwegnutzung von Groß Labenz nach Eickelberg.

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25. September 2017, 21:00 Uhr

„Wir könnten damit gut leben“, so der Groß Labenzer Rolf Niederstrasser von der Bürgerinitiative (BI) Groß Labenz/Eickelberg. Diese kämpft dafür, dass die seit Anfang Juni des Jahres gesperrten Waldwege von Groß Labenz nach Sternberg bzw. Eickelberg wieder öffentlich werden.

Auf der Tagesordnung der Wariner Stadtvertretung steht am kommenden Donnerstag unter Punkt 8.12 „Widmung des Weges Groß Labenz - Eickelberg als öffentlicher Waldweg“. Hingegen soll der Waldweg nach Sternberg nichtöffentlich bleiben.

„Ein Schildbürgerstreich wird damit beendet“, wie Andreas Spriewald von der Fraktion Die Linke die Sperrung der seit DDR-Zeiten
öffentlichen Waldwege im Juni durch den Schlemminer Forstamtschef Mathias Regenstein in Absprache mit den Bürgermeistern aus Blankenberg und Warin bezeichnet.

Die von den Stadtvertretern übermorgen zu beschließende Beschlussvorlage der Verwaltung pro Eickelberg-Waldweg ist für Spriewald „ein guter Kompromiss für die unmittelbar betroffenen Bürger. Und die Interessen der Stadt angesichts der Haushaltskonsolidierung sind ebenfalls gewahrt wie die die speziellen Interessen der Waldbesitzer und Forst.“ Vom Waldweg gehören lediglich 800 Meter zur Baulast Warins, der andere Teil ist Eickelberger Gemarkung.

„Ohne Spriewalds Eilantrag wäre alles im Sand verlaufen“, ist sich Rolf Niederstrasser sicher, anspielend auf die Wariner Stadtvertretersitzung vom 20. Juli. Dort hatte der Linken-Politiker per Eilantrag gefordert, „unverzüglich den Gemeingebrauch, mithin die öffentliche Nutzung ... mit Kraftfahrzeugen wieder herzustellen“. Die anderen Punkte waren, das Gespräch mit den Anliegern zu suchen und ein Straßenregister anzulegen. Der Eilantrag wurde seinerzeit in den nicht öffentlich tagenden Hauptausschuss verwiesen, der am 13. September beriet. „Wir haben dort lange und hart diskutiert mit dem Ergebnis: Die Verwaltung erarbeitet eine Beschlussvorlage, dass der Waldweg von Groß Labenz nach Eickelberg unverzüglich wieder freigegeben wird“, so Spriewald. Jetzt sei die Tagesordnung der Stadtvertretersitzung ja ausgehängt, da könne er darüber sprechen.

Er heftete sich die jetzt gefundene Lösung an seine Fahnen: „Ohne den Eilantrag der Linken wäre hier gar nichts passiert. Das ist mal Fakt. Nach Anstoß der Bürgerinitiative haben ich den Eilantrag aus Zeitgründen förmlich rausgehauen…“

Über die Waldwegesperrung hatte SVZ in der Ausgabe vom 24. Mai berichtet. Bereits eine Woche darauf gründete sich die Bürgerinitiative. Sie traf sich seitdem im Wochenwechsel in Groß Labenz bzw. Eickelberg, nahm unter anderem Einsicht in Akten und behielt sich zudem vor, die Sperrung der Waldwege gerichtlich nachprüfen zu lassen. Unter anderem vor dem Hintergrund, ob die Forst das Tonnagebegrenzungsschild einfach so abnehmen durfte, denn die Beschilderung von Straßen und Wegen obliegt dem Kreis. In dem Fall gar in gleich zwei Kreisen, Groß Labenz gehört nämlich zu Nordwestmecklenburg, der drei Kilometer entfernte Nachbarort Eickelberg hingegen liegt im Landkreis Rostock.

Jetzt ist eine Lösung greifbar. Und nach Sternberg fährt man von Groß Labenz aus künftig eben über Eickelberg. Zudem hat das Ganze einen erfreulichen Nebeneffekt: Beide Dörfer haben durch die BI wieder enger zueinander gefunden.  

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