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Gewalt an der Förderschule Sternberg? : Eltern fühlen sich allein gelassen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ihr 14-jähriger Sohn wurde im Rettungswagen von der Schule ins Krankenhaus gebracht. Anzeige wegen Körperverletzung erstattet

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Die Eltern sind verzweifelt: Wird Lukas wieder vollständig gesund? Seit einer Woche liegt der 14-Jährige mit schweren Verletzungen am linken Knie im Krankenhaus, ist bereits einmal operiert worden und darf nun erst einmal acht Wochen lang nicht mit dem Bein auftreten. Derzeit könne nicht ausgeschlossen werden, dass Schäden zurück bleiben, sorgen sich seine Eltern.

Was war passiert? Lukas geht in die Förderschule in Sternberg und wie alle Kinder in der Pause gern auf den Spielplatz. Dort, so erzählen die Eltern gegenüber SVZ, sei er von einem Mitschüler traktiert worden. „Der Junge hat unseren Sohn mit voller Wucht ins Knie getreten“, sagt die Mutter. Weil Lukas starke Schmerzen hatte und nicht mehr auftreten konnte, habe die Schule den Notarzt verständigt und gegenüber den Eltern erklärt, dass sich ihr Sohn beim Toben das Bein verknackst habe.

Dem widersprechen die Eltern. Ihnen gegenüber habe der Arzt versichert, dass so eine Verletzung nicht einfach beim Spielen passiert sein könne. „Der Schüler, der das unserem Sohn angetan hat, ist schon öfter aufgefallen. Schüler haben Angst. Wir wollen, dass endlich Ruhe in der Klasse herrscht und dass sich das Schulamt positioniert“, sagt Lukas Vater. Ein erstes Gespräch in der Schule, um das die Eltern am vergangenen Freitag gebeten hatten, sei nicht befriedigend gewesen. Ebenso wenig wie ein Anruf der Mutter am gestrigen Dienstag im Staatlichen Schulamt in Schwerin. Inzwischen haben Lukas Eltern bei der Polizei in Sternberg Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

Man bedauere, was Lukas passiert sei, hieß es auf SVZ-Nachfrage in der Förderschule und verwies SVZ zuerst an das Schulamt, dann als neue Information an das Bildungsministerium. Denn die Schule dürfe sich zu dem Vorfall öffentlich nicht äußern.

Das macht Henning Lipski, Pressesprecher im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: „Die Schule war zunächst davon ausgegangen, dass es sich um einen Unfall während der Pause und nicht um einen Gewaltvorfall handelte. Am Freitag, 30. Juni, wurde die Schule von der Familie über die Verletzungen des Schülers informiert. Das Schulamt steht mit der Schule in engem Kontakt, um aufzuklären, wie genau es dazu gekommen ist.“

An einer raschen Aufklärung sind auch die Eltern von Lukas interessiert. Und enttäuscht darüber, dass sich bislang weder Schule noch Schulamt nach ihrem Sohn erkundigt hätten. Die für die Ferien gebuchte Urlaubsreise haben sie abgesagt. „Wir fühlen uns total allein gelassen, von Schule und Schulamt“, so die Mutter. „Unser größter Wunsch ist, dass Lukas wieder ganz gesund wird.“ An Krücken gehend, könne er nun behutsam mit der Physiotherapie beginnen.  

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