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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 19:42 Uhr

Warin : Einziger Chor bei Abschiedsgala

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

„Zeitlos“ aus Warin und Neukloster sagt den „Danzlüd ut Wismer“ mit drei Liedern auf Wiedersehen. / Beide Veranstaltungen im Theater waren ausverkauft.

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 16:45 Uhr

Eine große Bühne ist der Chor „Zeitlos“ aus Warin und Neukloster gewohnt, die im Theater Wismar ohnehin. Vor ausverkauftem Haus oder einem Riesenpublikum im Freien aufzutreten, macht ihm auch nichts aus. Im Gegenteil, eine große Kulisse motiviert zusätzlich. Und doch ist es diesmal „ein besonderes Gefühl“, erklärt Marianne Vitense, Sängerin und seit 2004 Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Sie meint die beiden Auftritte am Sonnabendnachmittag und
-abend im Theater der Hansestadt. In zwei ausverkauften Gala-Vorstellungen verabschieden sich die „Danzlüd ut Wismer“ nach 64 Jahren, in denen sie deutschlandweit und im Ausland glanzvolle Auftritte hatten, Folklore und Brauchtum der Region repräsentierten, von der Bühne.

Ihr Weg führte von der Volkstanzgruppe im Klampfenchor der Geschwister-Scholl-Oberschule in Wismar über die Eingliederung ins Werftensemble bis zur Gründung des gemeinnützigen Vereins „Danzlüd ut Wismer“ 1990. Alle zwei Jahre gastierte das internationale CIOFF-Folklorefestival hier. Für 2015 hatten wiederum Anfragen von mehr als 100 Gruppen vorgelegen. Doch nach dem Tod von Wolfgang Voß im vorigen Jahr, Mitbegründer und buchstäblich Vater des Festivals sowie gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosemarie Leiter des Ensembles, fiel die traurige Entscheidung, nicht weiterzumachen. Als sich am Sonnabend zum letzten Mal der Vorhang für die Danzlüd schließt, wischen sich nach stürmischem Beifall Zuschauer wie Mitarbeiter des Theaters ungeniert Tränen aus den Augen. Nur der Vorhang verbirgt, dass es Akteuren genauso ergeht.

Weil die Abschiedsgala in kurzer Zeit ausverkauft war, wurde eine zweite Vorstellung am gleichen Tag anberaumt, für die ebenfalls alle Karten weggingen. Wegbegleiter der Danzlüd gestalten das emotional geprägte Programm mit. Als einziger Chor tritt „Zeitlos“ auf. „Wir sind stolz darauf und haben uns über die Einladung ganz doll gefreut“, sagt Marianne Vitense.


Für zweite Vorstellung Reihenfolge verändert


Ihren Mann Hartmut, Leiter des Chores, und Wolfgang Voß habe eine Freundschaft verbunden. „Zeitlos“ sei jedes Mal bei der Eröffnung von
CIOFF und in anderen Programmen des Festivals aufgetreten, das letzte Mal vor zwei Jahren. „Noch einmal in diesem Rahmen wollen wir natürlich einen besonders guten Eindruck hinterlassen, wobei alle im Chor immer mit Herzblut dabei sind“, so Vitense.

Drei Lieder, die den Chor auf unterschiedliche Weise mit dem Tanzensemble verbinden, wurden bewusst für diese Abschiedsgala ausgesucht. „Farben in der Hand“ gehörte zum Folkloretreffen in Wismar. Bei „Second Waltz“, einer Komposition von Dmitri Schostakowitsch, zu der Hartmut Vitense den Text „Birkenhain“ geschrieben hat, ist es der tänzerische Bezug. Dabei kommt die schöne Solostimme der Warinerin Manja Völzow zur Geltung. „Wünsche“, beim internationalen Chorfestival in Italien gesungen, bringt den Friedensgedanken zum Ausdruck und ist auf die Danzlüd gemünzt. Etwas zu traurig zum Abschluss, meinen die Programmgestalter des Abends und verändern für die zweite Vorstellung die Reihenfolge – „Wünsche“ rückt in die Mitte.

Die nächsten Auftritte von „Zeitlos“ werden im MEZ Gägelow sein. „Wenn es terminlich klappt“, so Marianne Vitense, geht es zum Chortreffen in Schleswig-Holstein, das „immer sehr schön“ sei. Gern würden zudem Auftritte in der Region vereinbart.

Der Chor, der seit September 1994 besteht, zählt derzeit 40 Mitglieder, darunter 34 aktive Sänger. Als einzige Gründungsmitglieder sind noch Hartmut und Marianne Vitense dabei – obwohl sie seit Juli 2011 im holsteinischen Oldenburg wohnen, zur Probe am Montagabend in Neukloster 150 Kilometer fahren – und die gleiche Strecke zu später Stunde wieder zurück. So lange er gesund bleibe und das mit der Fahrerei noch hinbekomme, mache er weiter, hat sich der 68-Jährige vorgenommen. Die Chormitglieder hoffen, dass das noch lange anhält.

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