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2. Tage der Industriekultur am Wasser : Eintauchen in die Welt von gestern

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Heute öffnet die Wariner Wassermühle im Rahmen der „2. Tage der Industriekultur am Wasser“ ihre Pforten - und nicht nur sie: Interessenten können sich unter 100 Denkmalen, 350 Veranstaltungen an über 50 Orten auswählen.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 10:09 Uhr

Warin/Wismar/Bad Kleinen | In Warin kennt man seit Jahren nur den Anblick des Sicherheitszauns samt dem vor sich hin rostenden Eingangstor zur ehemaligen Wassermühle in der Burgstraße 27. Seit drei Jahren steht "zum Verkauf" dran - auf einschlägigen Immobilien-Hotlines mit dem Zusatz "an Liebhaber".

Doch heute öffnet die Wariner Wassermühle im Rahmen der "2. Tage der Indus triekultur am Wasser" ihre Pforten. Um 11, 14 und 17 Uhr veranstaltet der Hamburger Wirtschaftsjournalist Sven Bardua, ein Experte und Buchautor auf dem Gebiet, hier Führungen. Die Mühle nutzte einst die Wasserkraft zwischen dem Großen Wariner See und dem Glammsee und war noch bis 1990 in Betrieb. "Innen ist noch alles sehr gut in Schuss", so Bardua.

2011 in Hamburg und Umgebung ins Leben gerufen, kamen seinerzeit an die 14 000 Besucher zur den "Tagen der Industriekultur am Wasser". Mittlerweile haben sich der Metropolregion Hamburg auch Nordwestmecklenburg mit der Hansestadt Wismar sowie der Altkreis Ludwigslust angeschlossen. Und so können heute und überwiegend auch morgen Interessenten bei der zweiten Auflage unter 100 Denkmalen, 350 Veranstaltungen an über 50 Orten zwischen Cuxhaven und Warin auswählen.

Aus der hiesigen Region sind es neben der Wariner Wassermühle Objekte in Wismar und Bad Kleinen. Neben dem ganzjährig geöffneten Phantechnikum (heute und morgen jeweils von 10 bis 18 Uhr) ist in der Hansestadt am Alten Hafen in der Stockholmer Straße auch der so genannte Thormann-Speicher plus Silo 1 zu besichtigen. Der Speicher ist nach Johann Christian Thormann benannt, der ihn 1862 hier errichten ließ. Anno dazumal war es ein riesiger Bau. Heute nimmt er sich jedoch vor den drei zwischen 1935 und 1940 aufgestellten Silobauten fast wie ein Zwerg aus. In den alten Speicher passten 2000 Tonnen Getreide, in die drei Silos hingegen 25 000 Tonnen. Führungen durch die Objekte gibt es hier an beiden Tagen von 11.30 bis 12.30 Uhr, von 13 bis 14 und von 15 bis 16 Uhr.

Maritimer geht es beim Wismarer Hafenschlepper "Pionier" zu, dessen "Hülle" von 1891 ist. "Der Motor von den Rostocker Dieselmotorenwerken ist Baujahr 1959", erläutert Andreas Kettner, Ressourcenplaner bei der Seehafen Wismar GmbH. "Seit zehn Jahren betreue ich die ,Pionier und werde am Sonntag den Schlepper selber fahren. Aber der eigentliche Kapitän wird mein Bruder Udo Kettner sein, ansonsten im Nordostseekanal unterwegs." Im Überseehafen vom Brunkowkai in der Kopenhagener Straße aus fährt der Schlepper am Sonntag von 10 bis 16 Uhr stündlich los. Tags zuvor - gleiche Zeit und Stelle - heißt es "Open Ship".

In Bad Kleinen können die ehemalige Wasserheilanstalt (heute "Haus der Begegnung" des Arbeitslosenverbandes) sowie die Mühlenwerke, einst die größte Mühle Mecklenburgs (1993 stillgelegt), besichtigt werden. Und die Kommune hat sich Spezielles einfallen lassen - mit Wanderungen und Kutschfahrten zu den Mühlenwerken am Schweriner See (jeweils 11.15 - 13.15 und 14.15 - 16.15 Uhr) samt Besteigung des Siloturms. Die garantiert eine herrliche Fernsicht. Treffpunkt ist jeweils der Bahnhofsvorplatz. Ferner laden Kutschfahrten und Wanderungen - es geht durch den Eiertunnel zum See - auch zwischen beiden denkmalgeschützten Industrieobjekten ein.

Für die 3. Auflage hat Sven Bardua einen Wunsch: "Die Öffnung der alten Papier fabrik in Wismar-Rothentor mit ihren uralten Papier- und Schneidemaschinen…"

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