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Auf Sternberger Campingplatz herrscht jetzt Hochbetrieb : Einige Tage mehr am Luckower See

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Seit gut einer Woche herrscht Hochbetrieb, zeigt sich Campingplatzbetreiber Heiko Thomä zufrieden. Vom Zeitpunkt her ähnlich wie 2012, nach dem Gefühl allerdings besonders spät. Das liege am Kalender, meint er.

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erstellt am 22.Jul.2013 | 12:06 Uhr

Sternberg | Bis Sonnabend hatte Familie Dauer auf dem Campingplatz in Sternberg gebucht. Weil es Eltern und Kindern so gut gefiel, das Wetter nicht besser sein könnte, verlängerte die Familie aus dem Landkreis Celle bis heute am Luckower See. "Mehr geht leider nicht, wir müssen nach Hause", bedauert Martin Dauer. Für Sohn Darwin (9) steht fest: "Das ist ein toller Platz." Mit seinen Geschwistern Dario (11) und Vivian (3) hat er schon Gipsfiguren hergestellt, die ganze Familie war auf Bootstour nach Groß Raden und Schnupperfahrt mit dem Kanu. "Das Freizeit angebot ist vielseitig und auch der Spielplatz sehr schön", meint der Familien vater. Ein Abstecher führte zum Kletterwald in Schwerin, und Sonnabendnachmittag steht Angeln für Kinder auf dem Programm. Lilia (11) von der Nachbarsfamilie hat ihre eigene Rute mit und schon Rot federn gefangen, wie das Mädchen stolz erzählt.

Martin Velke mit Frau und der kleinen Frieda kommt aus Rostock. Am Sonnabend gesellten sich die Schwiegereltern dazu. "Wir sind durch Zufall hier gelandet. Die Lage ist super, gerade für Kinder", sagt der Rostocker. Frieda mit ihren knapp zehn Monaten habe zwar noch nichts von der großen Auswahl an Spielgeräten oder Mitmachangeboten, "doch sie ist in dem Alter zum Beobachten", sagt der Papa und freut sich, dass sich an dem Vormittag der Spielplatz langsam belebt.
Seit gut einer Woche herrscht Hoch betrieb, zeigt sich Campingplatzbetreiber Heiko Thomä zufrieden. Vom Zeitpunkt her ähnlich wie 2012, nach dem Gefühl allerdings besonders spät. Das liege am Kalender. Mit Himmelfahrt und Pfingsten gehe es in die Saison. Voriges Jahr fiel Pfingsten auf Ende Mai und der Abstand zu den Sommerferien war kurz. "Diesmal waren die Feiertage früher, und da kam es einem vor, dass lange kaum was passiert", erklärt Thomä.

Sonnabends ist Hauptanreisetag, mit Ferienbeginn in Nordrhein-West falen komme noch ein Zustrom von dort. Wie die Tourismusbranche in MV insgesamt baut der Campingplatz am Luckower See auf das bevölkerungsreichste Bundesland. Am häufigsten vertreten ist allerdings MV selbst, bislang gefolgt von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sagt Thomä. Urlauber aus Baden-Württemberg und Bayern kämen auch, bevorzugten jedoch eher die Ostseeküste. Bei Buchungen aus dem Ausland stehe mittlerweile die Schweiz an erster Stelle, ein Trend, der sich allgemein in MV zeige. Holländer und Dänen folgten von der Anzahl her, Erstere noch mehr in der Vorsaison. Die meisten Urlauber haben vorher gebucht, darunter viele Stammgäste, stellt Thomä fest. Die mit einem Wohnmobil machten dagegen eher spontan Halt. "Sie lassen sich treiben, oftmals ältere Leute, die länger unterwegs sind."

Für Zelte stehen 150 Stellplätze zur Verfügung. Hinzu kommen zehn im Wohnmobilhafen, der für jeweils eine Nacht gedacht ist. Sieben, acht seien dort immer belegt. Wer kein eigenes Dach über dem Kopf mitbringt, findet Unterkunft in 20 Ferienhäusern oder zehn Übernachtungshütten. Letztere nutzen vor allem Gruppen, die Kanutouren machen oder mit Fahrrädern unterwegs sind. "Wir sind bei Bed & Bike gelistet. Dazu müssen Kriterien erfüllt werden, wie Trockenraum, Unterstellmöglichkeit für Fahrräder, kleine Reparaturstation und Frühstück", erklärt der Chef des Campingplatzes.

Völlig neu gestaltet wurde der Spielplatz. Für die Kleinen mit einem Schiff, das im Bug eine Sandkiste hat, und lustigen Wippfedertieren, für alle Altersklassen bis zu den Erwachsenen als Besonderheit ein Trampolin, zwei mal zwei Meter groß. Die Geräte von einem deutschen Hersteller wurden vor Himmelfahrt geliefert und nach Pfingsten aufgebaut. Alle seien vom Tüv abgenommen worden. Er wolle in Fragen Sicherheit keinerlei Risiko eingehen, betont Thomä. Ein verspätet geliefertes Karussell werde erst nach der Saison aufgebaut, weil jetzt viele Kinder auf dem Platz seien.

Zwei Mitarbeiter befassten sich derzeit allein mit dem Kanuverleih. Der sei nicht nur als Standbein des Betriebes von Bedeutung, sondern für die Attraktivität des Campingplatzes insgesamt. Nach dem späten und nassen Frühjahr seien hier noch keine Abschnitte der Warnow gesperrt worden. Doch der Sternberger ahnt wenig Gutes. Bis Weitendorf wurde der Bewuchs im Fluss bereits gemäht, nächste Woche soll es bis Groß Görnow weitergehen. Dadurch fließe das Wasser schneller ab, der Pegel falle nach seinen Beobachtungen um bis zu 50 Zentimeter.

Er habe mehrfach - wie auch Verantwortliche im Naturpark Sternberger Seenland - darauf gedrängt, sagt Thomä, erst in der Nachsaison zu mähen, doch das Staatliche Amt für Umwelt und Natur sei der Meinung, dadurch sinke der Wasserstand nicht. "Wenn es lange trocken bleibt und die Warnow wenig Wasser führt, ist es eben so, dass dort keine Kanus fahren dürfen. Daran halte ich mich auch", so Thomä. Doch er verstehe nicht, dass das Problem hausgemacht verschärft werde. Schon nächstes Wochenende könne es im War nowtal Einschränkungen für Kanufahrer geben, befürchtet der Sternberger. Er hoffe es nicht, doch ausgeschlossen sei das keineswegs.

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