Ventschow : Eine Tradition lebt wieder auf

Erstes Breitensportturnier der SG Ventschow an der grünen Platte: Im Vordergrund die Einheimischen Markus Wendel (l.) und Harald Gusewski. Fotos: Roland Güttler
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Erstes Breitensportturnier der SG Ventschow an der grünen Platte: Im Vordergrund die Einheimischen Markus Wendel (l.) und Harald Gusewski. Fotos: Roland Güttler

Erstes Breitensportturnier der im Vorjahr neu gegründeten Abteilung Tischtennis in der SG Ventschow in der Mehrzweckhalle.

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22. Juni 2015, 17:21 Uhr

Das Spiel mit dem kleinen weißen Zelluloidball hat Tradition in Ventschow. In den 70er- und 80er-Jahren war die damalige BSG Aufbau Ventschow eine Tischtennis-Hochburg im damaligen Bezirk Schwerin.

Seit vergangenem Jahr – mit der Gründung der Abteilung Tischtennis bei der SG Ventschow – lässt man die Tradition wieder aufleben im 680-Einwohner-Dorf. Das ist vor allem ein Verdienst von Martin Wienholdt, der 2013 zusammen mit seiner Frau Karin von Neubrandenburg nach Jesendorf gezogen ist.

Und jetzt, am vergangenem Freitagabend, fand das erste Breitensportturnier statt. Mit vier Jugendlichen, fünf Frauen und zehn Männern, die Nachwuchsspieler Max Klinker und Jan Pankow ergänzten das Erwachsenenfeld, war die Resonanz noch überschaubar. „Vor allem bei den Jugendlichen hätte ich mir mehr gewünscht. Aber unterm Strich bin ich mit dem ersten Turnier zufrieden“, so Martin Wienholdt.

Dieser hatte bei der Premiere in Bürgermeister Dieter Voß sowie Joachim Metzger tatkräftige Unterstützung. Beide stehen für die große Ära im Ventschower Tischtennis zu DDR-Zeiten. Voß war in den 70ern „zweimal Bezirksspartakiadesieger“ und spielte nach der Wende noch ein Jahr lang in der Oberliga für den 1. TSV Schwerin. Metzger war von 1968 bis zur Wende der TT-Sektionsleiter bei der BSG Aufbau und frönt bis heute leidenschaftlich dem Spiel an der grünen Platte. Und das inzwischen in der ganzen Welt. „2014 war ich bei Senioren-Turnieren unter anderem in Rio und Neuseeland“, erzählt Metzger. Zu Ventschower Aufbau-Zeiten kamen Metzger, Voß & Co. bis nach Cottbus zum Finale im Landsportpokal. „Da spielten Dorfvereine bis zu 2000 Einwohnern mit sowie Stadtteams, wenn sie Traktor hießen. So verloren wir dann gegen Traktor Zerbst“, erinnert sich Bürgermeister Voß.

Für Metzger war es am Freitag eine Reise in die Vergangenheit. Die Mehrzweckhalle wurde durchs Ventschower Betonwerk von 1975 bis 1977 unter dem damaligen Direktor Horst Kusch als „Initiativbau“ im Rahmen des NAW (Nationales Aufbauwerk - d. Red.) in Feierabendarbeit errichtet. „Kusch war der Chef und ich habe sie gebaut. Eigentlich könnte die Halle auch meinen Namen tragen“, meint Metzger, der zig Jahre der Bauleiter im Betonwerk war. „Zehn Tage vorm Mauerfall bin ich von der DDR ausgebürgert worden – auf Antrag“, so Metzger, der seitdem in Lintorf unweit von Düsseldorf lebt und sich dort um den TT-Nachwuchs kümmert.

Ein Wiedersehenstreffen der einstigen Ventschower Tischtennisleute führte ihn nun in die alte Heimat zurück. Acht der elf avisierten „Kämpen“ kamen zusammen – aber nicht nur wie meist bei der Gelegenheit an einer gedeckten Tafel, sondern an den grünen Platten. Nach dem Motto „Jeder gegen jeden“ wurde am Sonnabend geschmettert, was das Zeug hielt.

Am Abend zuvor waren Metzger und Voß auch dabei, als Schiedsrichter. Mitspielen beim ersten Breitensportturnier der SG wollte der Bürgermeister, der seit Jahresbeginn Mitglied in der TT-Abteilung ist, freilich nicht. „Da fehlt der Reiz der Gegner“, so Voß.

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