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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Dezember 2017 | 13:08 Uhr

Sternberg : Eine Stunde Biologie beim Fischer

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Fünftklässler aus Sternberg besuchten Seenfischerei

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2016 | 00:00 Uhr

„Solch einen Bio-Unterricht müssten wir öfters haben“, schwärmte Greta Cziesso aus der Klasse 5b der Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium in Sternberg. Und damit meinte sie die Biologie-Stunde, die sie und ihre Klassenkameraden gemeinsam mit Lehrer Martin Frohberg auf den Hof der Fischersfamilie Rettig von der Seenfischerei geführt hatte.

„Toll! Hier sieht man, wie ein Fisch wirklich aussieht. Anders, als wenn man in der Schule nur davon hört.“ Aber anfassen möchte sie den glibbrigen Blei eigentlich nicht. „Höchstens, wenn ich größer bin.“ Diese Meinung vertraten eigentlich alle 21 Schüler der Klasse 5b. Richtig spannend wurde es aber erst, als der Senior des Hofes, Johann-George Rettig, vor die Schüler trat und sich als Lehrer und „Operateur “ betätigte. Vor ihm auf dem Seziertisch lag ein Blei, auch als Brassen bekannt. Rettig setzte das Messer an und zerlegte gekonnt den Schuppenflosser in seine einzelnen Bestandteile. Und so lernten die Schüler hautnah alles kennen, was einen Fisch so ausmacht. Sie erfuhren, dass der Fisch im Gegensatz zum Menschen sechs Sinne habe – neben Tastsinn, Hörsinn, Sehen, Riechen, und Schmecken noch ein Seitenlinien-Organ, das zur Schall-Wahrnehmung und auch zum Wahrnehmen der Wasserströmungen diene. Doch der Fischermeister wusste noch mehr zu erzählen. Zum Beispiel, dass man das Alter der Fische an den Schuppen ablesen könne, ähnlich den Baum-Jahresringen. Oder dass die Fische auch mit der Haut atmen. Und dann entnahm Rettig dem Blei Organ für Organ, sodass die Schüler sich dies alles ansehen konnten. „Guck mal, das Herz zappelt ja noch auf meiner Hand, obwohl der Fisch schon tot ist“, rief Johann aufgeregt seinem Klassenkameraden Ewan zu.

Die meisten von ihnen steckten sich noch eine Schuppe als Andenken in die Tasche. „Weil das Glück bringen soll.“ Dann ging es noch hinein in des Fischers Bootsschuppen, wo Johann-George Rettig in einem der Boote Krebse parat hielt. Und etliche der Schüler nahmen dann auch einen Krebs in die Hand.

„Ich war heute schon mit der Klasse 5a hier“, erzählt Lehrer Martin Frohberg. „Der Fisch steht zurzeit auf unserem Bio-Stundenplan. Heute sollte nur eine Zusammenfassung erfolgen. Das gehört zu unserem ganzheitlichen Lernkonzept.“  

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