Brüel : Eine Stadt wird zum Adventskalender

Im weihnachtlich geschmückte n Carport wurde erzählt und zugehört.  Fotos: Ines Engelbrecht
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Im weihnachtlich geschmückte n Carport wurde erzählt und zugehört. Fotos: Ines Engelbrecht

In Brüel öffnen Privatpersonen und Unternehmen an vielen Abenden im Dezember ihr Tür, um mit anderen zu singen und Geschichten zu hören

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02. Dezember 2013, 17:10 Uhr

Der helle Schein der Feuerschalen und die Lichterketten am Weg zum Roten See 9 signalisierten am Sonntagabend: Hier wohnen die Familien Klammer und Ohms und hier wird heute zum „lebendigen“ Adventskalender eingeladen. Neben heißem Apfelsaft, Gebäck und schmackhaften Schmalzbroten waren es vor allem die Gespräche, die die unterschiedlichsten Menschen an diesem ersten Dezemberabend verband.

An weiteren Abenden bis zum 24. Dezember laden private Familien, Einrichtungen und Unternehmen zum „lebendigen“ Adventskalender in Brüel ein und und dieses sich zur Tradition entwickelnde Vorweihnachtstreffen scheint sichauch einer immer größeren Beliebtheit zu erfreuen.

„Wir sind zum dritten Mal dabei. Es ist einfach schön, dass wir uns mit unseren Nachbarn und weiteren Menschen treffen. Jetzt in der dunklen Jahreszeit sieht man sich nicht so oft wie es in den Sommermonaten der Fall ist“, begründet Cornelia Klammer. Die Treffen könne man auch als Ideenschmiede bezeichnen, meinte sie. „Die Leute kommen an den Stehtischen ins Gespräch und nutzen die ruhige Stunde, um für einander da zu sein und zu zu hören“, sagt sie und betont, dass es auch eine herzliche Geste sei, Nachbarn und weiteren Gästen eine Möglichkeit zu geben, den hektischen Alltag einmal hinter sich zu lassen. „Dafür lese ich in diesem Jahr eine Geschichte über den Weihnachtsbaum vor“, sagt Cornelia Klammer.

Sie und Fred Klammer sowie die Nachbarn Matthias und Jessica Ohms „öffneten“ am Sonntag die erste Adventskalendertür gemeinsam. Die elfjährige Valerie Ohms spielte auf der Gitarre die weihnachtliche Weise „Alle Jahre wieder“ und die Gäste sangen. Seit über zwei Jahren nimmt die Gymnasiastin Gitarrenunterricht in Sternberg über die Kreismusikschule Wismar.

„Wir waren die Jahre davor auch nur Gäste und wollten nun auch einmal Gastgeber sein. Dazu haben wir unser Carport frei geräumt und die offenen Seiten mit Decken zugehängt. Die Feuerschalen sind ausrangierte Trommeln von Waschmaschine und Trockner. Wir wollen den Brüelern ein gemütliches Beisammensein ermöglichen. Deshalb haben Valerie und ich auch alles weihnachtlich dekoriert“, sagt die 30-Jährige. „Ich besuche das erste Mal den Adventskalender. Ein schöne Idee“, so Kornelia Lange. „Die Idee, die unsere Pastorin Anne Arnholz da hatte, ist wirklich gut. Man kommt zusammen mit Leuten, die man lange nicht gesehen hat. Wir sind am 4. Dezember selbst Gastgegber“, meint Bärbel Oehlke, die gemeinsam mit Marie-Luise Klewe gekommen war. „Und wir als Adventgemeinde laden am 9. Dezember zu uns ein. Ich war begeistert, als der Kirchenkreis den Vorschlag in die Runde brachte“, ergänzt Rainer Hafenstein.

„Ursprünglich geht es darum, dass sich Menschen in der dunklen Jahreszeit treffen, weil sie sich nicht mehr so oft sehen. Dass man etwas Gebäck reicht, Gedichte und Geschichten erzählt. Als wir dies vor drei Jahren angesprochen haben, hatten sich gleich einige Leute gefunden, die mitmachen wollten. Inzwischen ist es zum Selbstläufer geworden. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr Bereitschaft“, freut sich Pastorin Anne Arnholz.








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