Borkow/Dabel : Eine ländliche Gemeinde voller Musik: 30 Jahre Kantorei Dabel

Kirchenmusikerin Ingrid Kuhlmann wird von ihrer Tochter Katharina mit der Querflöte begleitet.
Kirchenmusikerin Ingrid Kuhlmann wird von ihrer Tochter Katharina mit der Querflöte begleitet.

Kirchenmusikerin Ingrid Kuhlmann feierte ihr 30-jähriges „Bühnen“jubiläum.

svz.de von
06. Dezember 2013, 16:25 Uhr

Einen ganz besonderen Gottesdienst hat es in der Borkower Kirche für Kirchenmusikerin Ingrid Kuhlmann gegeben. Denn vor genau 30 Jahren begleitete sie zum ersten Mal musikalisch den Gottesdienst der Gemeinde. Damals entlockte die studierte Musiklehrerin noch einem alten Harmonium die Töne. Weder in Dabel, Gägelow noch in Woserin oder in Borkow, den Kirchen der Gemeinde, gab es eine funktionierende Orgel. Pastor Hansherbert Lange erinnert sich noch genau an seinen Eindruck, als er 1982 die Gotteshäuser das erste Mal betrat: „Hier muss aber noch viel saniert werden!“, waren seine ersten Gedanken, wie er zum feierlichen Gottesdienst anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kantorei erzählte. Dass seine Frau Astrid Lange ein Jahr später Ingrid Kuhlmann traf und vorerst als ehrenamtliche Musikerin gewinnen konnte, stellte sich als Glücksfall für die Kantorei heraus. Aus der Zusammenarbeit, die sich gleich nach der Wende in ein festes Angestelltenverhältnis wandelte, entstanden zahlreiche Musikgruppen.

Unter der Leitung von Ingrid Kuhlmann singen der Kirchen- und Seniorenchor sowie der Borkower Jubiläumschor (seit 2008). Die Kinder der Gemeinde erlernen das Flöten- und Tonstabspiel, in der evangelischen Kita „St. Martin“ gibt es musikalische Früherziehung. In der Weihnachtszeit proben hier auch die Sternensinger. Über die mecklenburgischen Landesgrenzen hinaus ist der Handglockenchor bekannt. Astrid Lange leitet außerdem eine Posaunen- und Jagdhornbläsergruppe, das Gitarrenspiel vermittelt Pastor Lange. Mit Blumen zum „Bühnenjubiläum“, Geschenken und vielen guten Wünschen bedankte sich der Pastor am Ende des Gottesdienstes bei Ingrid Kuhlmann. Diese ließ beim Kirchenkaffee noch einmal die Gedanken zurück wandern. „Als ein neuer Pastor in der Gemeinde angekündigt wurde, hatte ich irgendwie schon das Gefühl, dass sich auch in meinem Leben etwas ändern würde“, berichtet sie. „Ein Glück, dass ich die Pedale der Nähmaschine bedienen konnte, darum konnte ich auch das Harmonium bedienen“, scherzte sie. Lange und Kuhlmann sind sich einig: So viel Musik in einer ländlichen Gemeinde zeugt davon, dass beide unvoreingenommen und offen die Herausforderungen der Kirchenmusik angenommen haben.




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