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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 10:09 Uhr

Sternberg : Eine Frau führt das Regiment

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Polizeirevier Sternberg rückte Kathrin Mach an die Spitze. / Sie ist die erste und einzige Leiterin einer solchen Dienststelle im Inspektionsbereich Ludwigslust.

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 16:42 Uhr

Die Männer im Polizeirevier, die deutlich in der Überzahl sind, haben kein Problem damit, dass eine Frau bestimmt, wo es langgeht. „Wir haben Kathrin Mach schon als Leiterin für den Sachbereich Einsatz kennen gelernt und mitbekommen, dass sie fachlich voll dazu in der Lage ist. Sie tritt bestimmt auf, aber ebenso sachlich und ruhig, eben im richtigen Ton“, findet Oberkommissar Harald Kühn. So begründe die Revierleiterin auch unangenehme Entscheidungen nachvollziehbar, etwa zusätzliche Dienste. „Dann ist es für mich egal, ob mein Vorgesetzter ein Mann oder eine Frau ist“, so Kühn.


Bereich geht bis vor die Tore Schwerins


Nach dem Weggang ihres Vorgängers Wolfgang Klein, der nun den Sachbereich Einsatz in der übergeordneten Polizeiinspektion Ludwigslust leitet, rückte Kathrin Mach an die Spitze der Sternberger Dienststelle, zu der 37 Polizeibeamte und zwei Angestellte gehören, darunter weitere sieben Frauen in Uniform. Das Gros arbeitet in vier Dienstgruppen im Drei-Schicht-System. Kontaktbeamte gibt es für Brüel, Sternberg und Crivitz, außerdem ein Kriminalkommissariat als Außenstelle in Crivitz. Das Sternberger Revier ist für mehr als 37 500 Menschen in den Ämtern Sternberger Seenlandschaft und Crivitz zuständig. Letzteres hat durch Fusion eine ganz neue Größenordnung bekommen. „Zu uns gehört jetzt auch die komplette Gemeinde Friedrichsruhe. Vorher war das von dort nur Ruthenbeck, alle
anderen Dörfer waren beim Hauptrevier Parchim“, erklärt Mach. Das Territorium umfasst 874,3 Quadratkilometer. Im Südwesten zum Beispiel reicht es bis zum Lewitzdorf Goldenstädt nahe der A 24, im Westen bis zum Paulsdamm vor den Toren Schwerins.

Kathrin Mach kam Anfang November 2013 gewissermaßen im Tausch mit ihrem Vorgänger Dieter Krasemann aus Plau am See, wo sie weiterhin wohnt. Ihr Dienstposten Einsatz bedeutete seit der Polizeistrukturreform 2011 gleichzeitig stellvertretende Revierleiterin. Sie wollte gern nach Sternberg, wie die Polizeihauptkommissarin schon seinerzeit im SVZ-Gespräch sagte, und hat ihre Meinung in keiner Weise geändert. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen gefällt mir gut, auch mit den Ämtern.“ Den Kontakt zu denen und zu den Gemeinden wolle sie jetzt weiter ausbauen. „Einziges Manko ist wirklich, dass ich nicht hier wohne. Und da ich mehr an den Schreibtisch gebunden bin, komme ich nur nach und nach überall mal hin“, sagt die amtierende Revierleiterin. Bei „besonderen Einsätzen“, die sie führe, sehe sie jedoch die Kollegen bei ihrer operativen Arbeit und lerne die Region besser kennen.

Ende vergangenen Jahres sei den Sternberger Beamten eine Schutzmaßnahme für eine Person übertragen worden. Der Mann aus einem anderen Bundesland wurde in einer Klinik versorgt und stand rund um die Uhr unter Polizeischutz, etwa wie in manchen Filmen. „Das war kein Alltagsgeschäft, völlig außerhalb der Norm und hat viel Kraft gekostet“, erzählt die 45-Jährige.

Zur Polizei kam Mach auf Umwegen. Abitur und praktischem Jahr in der Landwirtschaft folgte ein Studium zur Agraringenieurin in Güstrow-Bockhorst, wo ihr der Mann fürs Leben begegnete. Zum Ende des Studiums lagen vor allem von Betrieben im Westen Angebote vor. Kurz nach der Wende sei aber auch für eine Umweltpolizei in Mecklenburg-Vorpommern geworben worden. Das passe mit Landwirtschaft zusammen, habe sie gedacht und sich gemeldet. Die Umweltpolizei gäbe es bis heute nicht, doch sie habe so ihren Traumberuf gefunden, erzählt die Mutter von Tochter und Sohn, die inzwischen erwachsen sind.


Sie würde gern in Sternberg bleiben


Ab 1992 absolvierte sie die Einstiegsausbildung für den mittleren Dienst anderthalb Jahre bei der Bereitschaftspolizei in Waldeck, später ein Studium über zweieinhalb Jahre an der Fachhochschule Güstrow für den gehobenen Dienst. Ab 1994 versah die junge Frau ihren Dienst im Polizeirevier Plau am See.

Mach ist die erste und einzige Revierleiterin im Bereich der Polizeiinspektion. Auf Birgit Hesse angesprochen, die das Polizeihauptrevier in Wismar geleitet hat, dann Landrätin in Nordwestmecklenburg und inzwischen Ministerin wurde, winkt Kathrin Mach lachend ab. Sie habe nicht die gleiche Qualifikation wie Hesse, sei Jahre älter und fühle sich in Sternberg wohl. Hier würde sie gern bleiben.

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