zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. September 2017 | 15:43 Uhr

Dabel : Eine Ära geht zu Ende

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Dabeler Müllerburschen verabschieden sich mit großem Festakt nach 40 Jahren

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 05:02 Uhr

Nach 40 Jahren beenden die Dabeler Müllerburschen ihre aktive Musikkarriere bei den 57. Dabeler Dorffestspielen. Über drei Stunden lang würdigten am Sonntag viele Wegbegleiter die Volksmusiker. Manfred Schliehe ehrte besonders ihr kulturelles Wirken. Bekannt aus Funk und Fernsehen haben die Dabeler Müllerburschen über die Grenzen des Landes hinaus das Mecklenburgische Liedgut und vor allem das Mecklenburglied bekannt gemacht.

Am 7.7.77 spielten Dieter Krüger, Heinz-Georg Selke und Wolfgang Cords beim Müllermeister Fritz Döscher das erste Mal gemeinsam auf. Der vergnügliche Abend war der Start ihrer erfolgreichen Musikkarriere.  Nach der Einstufung durch die DDR-Kommission etablierten sich die drei jung verheirateten Männer schnell als Stimmungsmacher bei vielen Festen. Der „Tanz auf dem Sackboden“ in der Bockwindmühle, dem Wahrzeichen des Ortes, wurde Höhepunkt vieler Dabeler Dorffeste. An Eintrittskarten war schwer heranzukommen, denn die Plätze in der Mühle waren begrenzt. Renate Lohrmann, die als Bardame hinter dem Tresen stand, erinnert sich noch gern an die Zeit. „Die Müllerburschen kamen schon mit guter Laune rein und wenn alle Gäste weg waren, saß man noch beisammen unter dem Mühlrad und besprach, was man das nächste Mal besser machen könne.“ Ihr ist es wichtig, auch an die Ehefrauen zu erinnern, die oft mit dabei waren und mit viel Verständnis die Karriere ihrer Männer unterstützten.

Der Tanz auf dem Sackboden mauserte sich zu „der Kulturveranstaltung“ in der Region, auf die auch der Radiosender Schwerin aufmerksam wurde. 1983 startete mit der „Plappermoehl“ eine monatliche plattdeutsche Sendung, die von den Dabeler Müllerburschen musikalisch umrahmt wurde. Klaus-Jürgen Schlettwein textete für die Plappermoehl und moderierte die Sendung. „Besonders schätzte ich die Natürlichkeit und Verbundenheit mit dem Publikum, die sie nie verloren haben“, so der Wegbegleiter. „Auch heute zeigen sie es wieder“, sagt Schlettwein.   Alle drei wissen, dass sie für ihr Publikum musizieren und das sei es, was einen Vollblutmusikanten auszeichne.

Günter Endlich war aus Güstrow zur Abschiedsshow gekommen. „Die Dabeler Müllerburschen kennzeichnet eine große Volkstümlichkeit“, sagte er. Sie haben es geschafft, die Mecklenburger Sprache lebendig zu erhalten. Zwischen dem Karikaturisten der bekannten Mallbüdel-Bücher und den Musikern war im Laufe der Jahre eine „echte Freundschaft“ entstanden. Er ist stolz, dass seine Zeichnung ein CD-Cover ziert und überreichte den Dreien ein Bild auf dem Fans „den Rücktritt vom Rücktritt“ fordern. Der wird wohl auch nicht so schnell über die Musiker hereinbrechen: Der KCD „vergatterte“ die Musiker gleich zum Auftritt beim nächsten „Eisbeinessen der Karnevalisten“ im neuen Veranstaltungssaal.

So ganz können die Müller-Katzen das Mausen auch nicht lassen: Die Müllerburschen luden die Kukuker Line Dancer Roadrunner und die Tanzgruppe des Witziner Heimatvereins zum gemeinschaftlichen Singen und Feiern in die Mühle ein. Beide Tanzgruppen hatten das Abschiedsprogramm mitgestaltet. Eine besondere Ehre ließ sich auch  Bürgermeister Herbert Rohde nicht nehmen. Er überreichte Dieter Krüger, Heinz-Georg Selke und Wolfgang Cords die Ehrenmedaille von Dabel. „Sie haben Geschichte im Ort mitgeschrieben und sie haben unser Dorf in die Mecklenburger Geschichte gebracht. Sie waren das Bindeglied in der Gemeinschaft der Kulturell-Interessierten“ , so Rohde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen