Sternberg : Einbrüche beunruhigen Lütt Acker

Im Schrebergarten von Lütt Acker in Sternberg wächst neben blühenden Blumen und Sträuchern eine breite Palette von Gemüse heran. Daniel Heger hat hier im Umweltprojekt des Vereins Dialog + Action für ein halbes Jahr einen Ein-Euro-Job  Fotos: Rüdiger Rump
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Im Schrebergarten von Lütt Acker in Sternberg wächst neben blühenden Blumen und Sträuchern eine breite Palette von Gemüse heran. Daniel Heger hat hier im Umweltprojekt des Vereins Dialog + Action für ein halbes Jahr einen Ein-Euro-Job Fotos: Rüdiger Rump

Täter letztes Mal durch kleines Seitenfenster in Laube für Arbeitsgemeinschaft eingestiegen / Glück im Unglück: Schaden gering

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04. Juni 2015, 18:08 Uhr

Im Schrebergarten von Lütt Acker blüht und gedeiht es. Neben allerlei Gemüse – Erbsen, Möhren, Bohnen, Salat, Kartoffeln – gibt es winzige Beete mit alten Getreidesorten, die schon gut gewachsen sind. Sie wurden vor allem für den Sachkundeunterricht angelegt. Bis zur Ernte dauert es allerdings noch. Zum ersten Mal wurde Phacelia ausgesät, ein Wasserblattgewächs als Bienenweide. Dafür ist auch eine Blühwiese gedacht, die von der Schüler-Arbeitsgemeinschaft „Be(es) in Action“ angelegt wurde. Auch im Kräuter- und Rosengarten kommen die Pflanzen nach der anhaltenden Mai-Kühle nun in Gang. Gern betätigen sich besonders Klassen aus der Sternberger Förderschule in Lütt Acker, dem Umweltprojekt des Vereins Dialog + Action.


Zum Glück wird nichts zerstört


In der idyllischen wie lehrreichen Anlage hat sich aber Unruhe breit gemacht. In der Nacht zu Montag gab es einen weiteren Einbruch. Projektleiter Klaus Werner bemerkte am Vormittag, dass die Tür der Laube, die meist von der Arbeitsgemeinschaft genutzt wird, offen stand. Der oder die Täter hatten den Plastebügel des geschlossenen Seitenfensters, gerade mal 40 x 40 Zentimeter groß, mit kräftigem Druck abgebrochen und waren dort eingestiegen. Um den unbequemen Weg kein zweites Mal nehmen zu müssen, zogen sie die Riegel der Tür von innen hoch, so dass die sich öffnen ließ. Vereinsvorsitzende Irene Werner hat mit Erstaunen festgestellt, dass innen nichts von dem unter dem besagten Seitenfenster beschädigt worden ist. „Die Täter zerstören zum Glück nichts“, kann sie den Einbrüchen das einzig Positive abgewinnen. „Bei uns sind aber auch keine Werte zu holen“, betont die Vereinsvorsitzende.

Dem ersten Schreck folgte der Ärger. Einer der fünf Umweltkoffer mit Anschauungs- und Lehrmaterial, allesamt unter einer Bank im
Nebenraum abgestellt, fehlte. „Ich war richtig wütend. Da steckt die Arbeit von zwei Leuten einen ganzen Winter über drin.“ Erst Stunden später habe sie bemerkt, dass die Langfinger den Inhalt im vorderen Raum fein säuberlich auf den Tisch gelegt und nur den Koffer mitgenommen hatten. „Die Einbrecher wollen uns anscheinend nichts Böses, keinen größeren Schaden anrichten“, denkt Irene Werner. Ehemann Klaus wundert sich, dass nicht gleich zwei oder mehr Koffer verschwanden. „Vielleicht war es eine Diebestour. Weil die Täter bei uns nichts fanden, nahmen sie zumindest einen Koffer mit, vielleicht um woanders Beute abzutransportieren“, mutmaßt Klaus Werner. „Doch wer weiß.“

Eine ganze Zeit sei Ruhe gewesen, nachdem es Ende der 1990er regelrecht Serien von Einbrüchen gegeben habe, noch im alten Jugendklub, der ebenfalls von Dialog + Action betrieben wird und dann eine Alarmanlage erhielt, sowie in Lütt Acker. Hier habe die Versicherung nach den ersten drei Vorfällen gekündigt. Deren Option, die Eigenbeteiligung auf 1000 Euro zu erhöhen, sei unnütz, weil die Schäden kaum darüber gingen.

„Jetzt haben wir seit einiger Zeit bemerkt, dass hier jemand herumschleicht“, sagt Irene Werner. Der auf 1,80 Meter erhöhte Zaun an der Rückseite wurde an zwei Stellen heruntergedrückt. Und nach und nach fehlten Kleinigkeiten – von dem an einer Wand gestapelten Holz inzwischen die Hälfte, Bretter von einem abgerissenen Schuppen, eine Bank vom Rastplatz.

Werners hoffen, dass Bürger, die an der Rückseite von Lütt Acker am Finkenkamp wohnen, vielleicht ein waches Auge haben. Der Verein könne gerade jetzt keinen zusätzlichen Aufwand gebrauchen, denn die Vorbereitung des Rosenfestes am 27. Juni läuft auf Hochtouren.

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