Groß Raden : Ein Wikinger kennt keine Kälte

Überall rauchte und qualmte es im Wikinger-Lager von Groß Raden. So auch bei Thora und Arne (so ihre Wikinger-Namen) aus Bergisch-Gladbach bei Köln, die sich am Feuer wärmten.  Fotos: Roland Güttler
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Überall rauchte und qualmte es im Wikinger-Lager von Groß Raden. So auch bei Thora und Arne (so ihre Wikinger-Namen) aus Bergisch-Gladbach bei Köln, die sich am Feuer wärmten. Fotos: Roland Güttler

Traditionelles Treffen der Nordmänner-Fans über Ostern auf der Freigelände des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden.

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17. April 2017, 21:00 Uhr

Für die Freizeit-Wikinger aus nah und fern ist das Oster-Zeltlager auf dem Freigelände des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden längst Kult. Diesmal kamen die Wikinger selbst aus Finnland, Dänemark und Luxemburg.

Kjede Kaukewisch und Mitja Dreis aus Lübeck zieht es ebenso immer wieder hierher wie den Kölner Iva Müller. „Ich bin bereits seit Ende der 90er dabei, fahre an Ostern extra hoch, um hier gute Freunde zu treffen“, erzählt der Rheinländer, der Ostersonntag gerade damit beschäftigt war, nach dem Mahl die Bratpfanne über offenem Feuer zu säubern. Sein Sohn Johann, 16, ist in Groß Raden mit dabei. „Er ist damit aufgewachsen“, verkündet der Vater. Während Johann auf die Frage des Reporters nach seinen Kumpels meint: „Die müssen es ja nicht wissen…“

Vom kalten, großteils verregneten Ostern 2017 ließ sich Iva Müller, wie die anderen hart gesottenen Neuzeit-Nordmänner (Frauen, Kinder natürlich auch), die Laune nicht verhageln. Wobei Petrus heuer selbst Hagelkörner nicht aussparte. Wikinger treffen sich bei jedem Wetter in Groß Raden. „2013 schneite es gar, so dass wir dann eben eine Schneebar bauten. Und 2000 lief ich hier mit ’nem Pulli rum“, erinnert sich der Kölner an die 25 Grad damals.

Ostern in Groß Raden: Das verheißt schon mal gar einen Sonnenbrand, häufiger allerdings nasse Klamotten.

Doch wozu gibt es die wärmenden Feuer? Der Qualm zog denn auch übers Gelände. „Es qualmt überall. Und so riechen wir denn auch abends“, betont Museumsleiterin Hekie Pilz. Doch das gehört ebenso dazu beim österlichen Wikingerlager wie die – stets – gute Stimmung.

Daran konnten auch die Besucher teilhaben, allein am Karfreitag wurden 800 gezählt. Nach dem miesen Sonnabend, wettertechnisch und besuchermäßig, sah es über die Osterfeiertage zum Glück anders aus. Ob beim Schmied oder beim Seil spleißen bei den Lübecker Wikingern – überall konnte man über die Schultern schauen.

Jörg Einbrodt aus Mustin zeigte, wie die Slawen Fladenbrot backten: „Mit Roggenmehl, Wasser und Salz“, erklärt der Rentner, der sich in Groß Raden als Museumsmitarbeiter einbringt. „Ich stehe hier am Brotstand und heiße Einbrodt“, sprach’s und feixte sich eins…  

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