Krankenhaus Warin : Ein Schandfleck „feiert“ Jubiläum

Das einstige Wariner Krankenhaus bietet einen trostlosen Anblick: Auch 20 Jahre nach der Schließung gibt es immer noch keine endgültige Lösung für eine Neunutzung. Fotos: Roland Güttler
Das einstige Wariner Krankenhaus bietet einen trostlosen Anblick: Auch 20 Jahre nach der Schließung gibt es immer noch keine endgültige Lösung für eine Neunutzung. Fotos: Roland Güttler

Wiedersehenstreffen der ehemaligen Mitarbeiter zur 20-jährigen Schließung der Wariner Krankenhauses für den 3. März geplant.

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09. Januar 2018, 05:08 Uhr

Geburtsort: Warin – so steht es bei vielen Einheimischen der Seenlandregion im Personalausweis. Im ab 1949 erbauten einstigen Wariner Kreiskrankenhaus wirkte der 1972 verstorbene Dr. Eduard von Fircks – Vater des Wariner Geophysikers, Buchautoren und Ortschronisten Christoph von Fircks – fast zwei Jahrzehnte lang als Chirurg sowie auch als Ärztlicher Direktor der Klinik. Bis runter zum Glammsee entstanden Ärzte-Häuser…

Es war einmal… Seit Schließung der nach der Wende in Glammseeklinik umbenannten Einrichtung durch den damaligen Betreiber „Kursamed“ verfiel das Gelände ab Mitte 1997 immer mehr, obwohl so manches von möglichen Investitionen über zehn Jahre lang groß angekündigt wurde. Wariner Bürger sprechen, wenn sie aufs Thema Krankenhaus kommen, nur „vom Schandfleck“.

„Mit Krankenhaus und ,Ambu‘ waren wir ca. 200 Beschäftige“, erzählt die ehemalige Betriebsratschefin Brigitte Pfützner. „Wir haben schwer gekämpft um den Erhalt, bis aufs Blut haben wir gekämpft, haben mit allen gesprochen und sind bis nach Berlin gefahren. Es hat nichts gebracht“, so Pfützner, die daran auch heute noch mit Wehmut zurückdenkt. 1967 als Gemeindeschwester aus Leuna nach Warin gekommen, wechselte sie 1979 dann als Leitende Krankenschwester in die Ambu, wie Brigitte Pfützner zur Ambulanz sagt. „Und nach der Wende bin ich noch sieben Jahre ins Krankenhaus gegangen“, erzählt sie, die über die Liste CDU auch in der Wariner Stadtvertretung sitzt.

Aktuell organisiert Brigitte Pfützner das nunmehr 3. Wiedersehenstreffen der Ehemaligen von Krankenhaus und Ambulanz. Zum ersten Mal traf man sich 2004. Dann wieder vor fünf Jahren und jetzt zum 20-Jährigen. „Eine muss es ja tun“, meint Brigitte Pfützner bescheiden auf die Frage, warum sie sich um die Organisation kümmert.

Fürs Treffen am Sonnabend, den 3. März, rechnet sie wieder mit 120 Personen. „Der ehemalige Wariner Chirurg Dr. Fred Gätcke hat bereits zugesagt“, freut sie sich. Heute ist er der Ärztliche Direktor am KMG Klinikum Kyritz. Einen anderen Mediziner hat es zum Beispiel nach Glücksburg verschlagen, eine Ärztin arbeitet jetzt in Börgerende bei Rostock.

„Wer Lust hat, kann auch einen Spaziergang zum Krankenhaus machen“, sagt Pfützner. Schön wird der Anblick auch 2018 nicht: Das Gelände bietet nach wie vor einen trostlosen Anblick.

„Investor steht seit Jahren Gewehr bei Fuß“

 Ein potenzieller Investor stehe laut Bürgermeister Michael Ankermann „seit vielen Jahren Gewehr bei Fuß“. Dabei handelt es sich um den gleichen Investor aus dem ostfriesischen Raum, der am Sternberger See bereits ein Ferienhaus-Konzept verwirklichte. Auf dem Wariner Krankenhaus-Gelände sollen ca. 15 Ferienhäuser realisiert werden. Doch die amtlichen Mühlen mahlen. Ende September 2016 fasste die Stadtvertretung einen Beschluss zum Abriss des baufälligen Gebäudes. Ein Baugrund- und Altlastengutachten schätzt die Gesamtkosten für den Abriss auf rund 800 000 Euro. Hinzu kämen ca. zehn Prozent Baunebenkosten. Das Ganze ist nur realisierbar, wenn 75 Prozent Fördermittel fließen. Die denkmalpflegerische Zielstellung liege laut Bürgermeister „seit Mitte 2017 beim Landkreis“. Und in Gesprächen mit dem Innenministerium in Schwerin gehe es um Abriss-Fördermittel. Man komme „Millimeter um Millimeter voran“, fasst Ankermann zusammen.

3. Wiedersehenstreffen der Beschäftigten des ehemaligen Wariner Krankenhauses am 3. März um 10 Uhr im „Hotel Am Wariner See“; Organisatorin: Brigitte Pfützner. Alle weiteren Infos unter: 03842-61227.

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