Dabel : Ein Rezept für die Weihnachtszeit

Die selbstgemachten Lebkuchen machen Lust auf Weihnachten.  Die „Lebkuchen- maschinen“.  Fotos: Offenwanger
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Die selbstgemachten Lebkuchen machen Lust auf Weihnachten. Die „Lebkuchen- maschinen“. Fotos: Offenwanger

Start unserer neuen Serie „Familienrezepte“! Heute: Ingeborg Schnieders und ihre Nürnberger Lebkuchen.

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28. November 2014, 18:00 Uhr

Wir alle haben das Essen unserer Eltern geliebt oder den Kuchen, den unsere Oma jeden Sonntag gebacken hat. Auch Sie, liebe Leser, haben bestimmt einige dieser Rezepte aufbewahrt und verwenden sie noch heute. Wir sind auf der Suche nach genau diesen Rezepten! Nach den Gerichten, für die Ihre Familie bekannt ist, nach Ihrer besten Eigenkreation oder einer Leckerei, die Sie seit Ihrer Kindheit begleitet. Egal ob Vorspeise, Hauptspeise, Dessert oder Snack für zwischendurch, lassen Sie uns an Ihren Familienrezepten teilhaben.

Unsere Serie leitet die Neu-Dabelerin Ingeborg „Inge“ Schnieders ein. Und passend zu den stetig kürzer werdenden Tagen, den immer niedrigeren Temperaturen und dem morgigen 1. Advent backt sie mit mir Nürnberger Lebkuchen nach einem alten Familienrezept. Mein Tipp für alle, die noch schnell etwas Tolles backen wollen!

Manch einer wird sich wundern, wie man als Mecklenburger darauf kommt, ausgerechnet Nürnberger Lebkuchen zu backen, doch die Antwort ist einfach. Die 61-Jährige stammt gebürtig aus Gerolzhofen in Unterfranken. Im Dunstkreis der Lebkuchenstadt Nürnberg also. Erst im Juli diesen Jahres sind sie und ihr Lebensgefährte Dabeler geworden. Doch schon seit 1995 hat es die beiden im Urlaub nach Mecklenburg gezogen. Zum Beispiel an die Küste und nach Wismar. Irgendwann kam die Frage auf „Was machen wir eigentlich, wenn wir in Rente gehen? Wäre doch schön, wenn wir hier leben könnten.“ So kam es dann auch.

In ihrer großen Patchworkfamilie mit sechs Kindern und inzwischen zehn Enkelkindern ist sie „die Oma, die gern kocht“, wie sie sagt. Die Liebe zum Kochen und Backen hat sie auch erst mit den Kleinen für sich entdeckt. „Das kam dann ganz automatisch, da man ja immer was zu essen da haben musste, wenn die Kinder da waren.“ Inzwischen ist Ingeborg Schnieders so verrückt nach neuen Rezepten, dass sie Kochbücher sogar sammelt. „Die verschlinge ich wie andere ihre Romane“, lacht sie. Lebkuchen backt die 61-Jährige besonders gern. Das Rezept für die Nürnberger Lebkuchen mit Butterhörnchen gibt es in ihrer Familie schon lange.

„Seit mehr als 30 Jahren benutze ich es schon. Das schöne daran ist, dass der Teig schnell und unkompliziert zu machen ist. Und es kann eigentlich nicht schiefgehen. Wirst du ja gleich sehen“, zwinkert sie mir zu. Und tatsächlich. In der Herstellung ist der Teig schnell, einfach und gut zu verarbeiten. Auch die fertigen Lebkuchen sehen dank der „Lebkuchenmaschine“ perfekt aus. Dazu erzählt Inge eine kleine Anekdote: Ihre Schwester rief sie eines Oktobers an und fragte sie, ob sie schon Lebkuchen gebacken hätte. „Ja warum sollte ich denn jetzt schon welche gemacht haben?“ fragte sie. Aufgeregt erzählte die Schwester, sie hätte eine „Lebkuchenmaschine“ erworben. Inge wolle sie auch eine schicken. So wartete die heute 61-Jährige also auf ein großes, schweres Paket der Post. „Denn so eine Maschine, da weiß man ja nie, wie riesig die ist.“ Als der Postbote dann ankam, überbrachte er einen 10 x 20 cm Karton mit Fliegengewicht. Die „Lebkuchenmaschine“ entpuppte sich als einfache, hölzerne Lebkuchenglocke. Die erleichterte Inge die Arbeit aber so ungemein, dass sie inzwischen nicht mehr darauf verzichten mag. „Früher habe ich alles mit einem Kaffeelöffel gemacht, das war sowas von anstrengend.“

Mit dem Duft der frisch gebackenen Lebkuchen wird in uns beiden dann die Vorfreude auf Weihnachten wach. „Ich sammle ja nicht nur Kochbücher, sondern auch Nikoläuse“, schmunzelt Inge, „die stehen dann im ganzen Haus.“ Weihnachten ist für sie eine ganz warme Zeit, in der alle wie von selbst mehr Rücksicht auf einander nehmen. Das ist auch mal schön.

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