zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 18:41 Uhr

Brüel : Ein Rathaus, das keines mehr ist

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

In Brüel gibt es nur noch ein Bürgerhaus und immer wieder die Frage, wie es zur Umbenennung gekommen ist.

von
erstellt am 26.Okt.2014 | 23:22 Uhr

Es ist das Bürgerhaus der Stadt Brüel. So steht es am Schaukasten vor dem Haus in der August-Bebel-Straße 1 in Brüel und auf den Einladungen zu Ausschuss- und Stadtvertretersitzungen. Doch wer hat dem Haus, das 1878/79 als Rathaus erbaut wurde, diesen Namen gegeben und wann?

„Rathaus Brüel, wie schön hört sich das an. Aber warum hat die Stadt kein Rathaus mehr?“, fragt Stadtvertreter Torsten Lange. Auch für Bürgermeister Jürgen Goldberg bleibt es „historisch das Rathaus, das jetzt als Bürgerhaus genutzt wird“, weil es dort keine Verwaltung mehr gibt. Als Rathaus ist es im Grundbuch eingetragen, weiß er.

Im Haus ist Platz für die Stadtbibliothek, Heimatstube, Archiv und Polizeistation. Der Pflegedienst der Diakonie hat einen Raum gemietet. Die Rheumaliga trifft sich hier. Der Anglerverein nutzt einen Raum unter dem Dach. Der Bürgermeister hat ein kleines Büro, im Sitzungssaal beraten nicht nur die Stadtvertreter und hier finden auch Ausstellungen statt. Im Standesamt geben sich Brautleute das Ja-Wort. Zwei Räume hat zudem die Stadtverwaltung Sternberg angemietet, für das Bürgerbüro, das montags die Leistungen von Einwohnermeldeamt und Wohngeldstelle vorhält, um Wege zur Verwaltung nach Sternberg zu ersparen.

Torsten Lange geht in die Geschichte zurück und erinnert daran, dass sich die Rathäuser im Mittelalter „zu bedeutsamen Profanbauten der Städte“ entwickelt hatten. „Neben dem Rathaussaal waren oft auch andere Räumlichkeiten für Gewerbetreibende und Festlichkeiten zu finden. Deren Nutzung war zur damaligen Zeit allerdings nur besonders privilegierten Einwohnern vorbehalten. Ein Rathaus wurde in der Regel im Zentrum der Städte errichtet und nach und nach erweitert. So auch in Brüel“, sagt Lange.

Der einzige Unterschied bestehe darin, dass heute alle Bürger der Stadt das Rathaus nutzen dürften, soweit es die räumliche und zeitliche Aufteilung zu lasse, erklärt der Stadtvertreter und fragt: „Aber es deshalb Bürgerhaus nennen? Bürgerhäuser haben wir viele in unserer Stadt. Nach dem Lexikon ist ein Bürgerhaus ,jedes Wohnhaus einer Stadt, welches mit der Fassade an den Straßenrand meist lückenlos aneinander oder mit schmalen Abständen gebaut ist’“.

Dr. Ernst Repp, von April 1998 bis Mai 2004 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Brüel, vermutet, dass die Umbenennung mit der Ämterzusammenführung und dem Wegfall der Verwaltung in Brüel zusammen hängen könnte.

 

 

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Tageszeitung und auf Epaper.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen