Auf Schornstein in Gustävel gibt es wieder einen Storchenhorst : Ein Premiumnest für Adebar

Werkstattmeister Lothar Mix (l.) und Ingo Kühn von der Sternberger FFw bringen auch den Weidenkorb in 17 Meter Höhe.
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Werkstattmeister Lothar Mix (l.) und Ingo Kühn von der Sternberger FFw bringen auch den Weidenkorb in 17 Meter Höhe.

Gleich zwei Storchennester gibt es jetzt in Gustävel. Adebar kann kommen - und das wünschen sich nicht nur die Akteure einer Aktion in luftiger Höhe. Auf einem Schornstein wollen die Männer wieder ein Nest setzen.

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08. März 2013, 05:48 Uhr

Gustävel | Gleich zwei Storchennester gibt es jetzt in Gustävel. Adebar kann kommen - und das wünschen sich nicht nur die Akteure einer Aktion in luftiger Höhe in dieser Woche.

Mit der Drehleiter der Sternberger Freiwilligen Feuerwehr sind Wehrführer Eckardt Meyer und Ingo Kühn an diesem Spätnachmittag nach Gustävel gefahren. Auf einem 17 Meter hohen Schornstein wollen die Männer wieder ein Nest setzen. Der Schornstein gehörte einst zu einem Heizhaus, das die Schweinemastanlage und die Werkstatt mit Wärme versorgt hat. Heizhaus und Schweinemastanlage gibt es nicht mehr.

Nur mit Hilfe der Drehleiter wird das Vorhaben zu verwirklichen sein, weiß auch Ralf Toparkus, Bürgermeister der Gemeinde Kuhlen-Wendorf und Produktionsleiter der Agrargenossenschaft Gustävel. "Ich bin seit 1986 hier, da gab es im Dorf aber schon Störche. Auf dem Schornstein war auch mal ein Nest. Vor zwei, drei Jahren ist es aber bei einem Unwetter heruntergefallen. Der Kasten war danach Schrott", so Toparkus. Die Agrargenossenschaft hat einen neuen gesponsert, Werkstattmeister Lothar Mix ihn aus Kiefernbrettern und Eichenbohlen maßgefertigt.

Mix, der auch stellvertretender Wehrführer der FFw Gustävel ist, und Toparkus waren im Vorfeld selbst bis zum Schornsteinende hinaufgefahren. Der Bürgermeister hatte dabei vom Schornsteinkopf gleich einige lose Steine abgenommen und ihn ausgemessen.

"Vor einigen Jahren habe ich mit meinem Nachbarn schon ein Storchennest gebaut. Das war aufwändig. Wir haben damit allerhand Zeit verbracht", erzählt Lothar Mix. "Aber es hat sich gelohnt", freut er sich, denn Adebar hat es sofort angenommen und auch Jungvögel aufgezogen. Gemeint ist das einstige Nest auf dem Wasserturm. Der Eigentümer hatte Angst, dass das Nest ins Dach stürzt, denn mit den Jahren hatte es ziemlich an Masse zugelegt, erklärt Ralf Toparkus. Deshalb war ein neues Nest auf einen Pfahl gesetzt worden. "Mein Nachbar kann die Störche jetzt sogar vom Fenster aus beobachten", nennt Mix einen weiteren Vorteil.

Er steigt gemeinsam mit Ingo Kühn in den Rettungskorb der Drehleiter, die Eckardt Meyer punktgenau zum Schornsteinkopf ausfährt. Zusätzliche Schwierigkeit ist der schwere Holzkasten, der mit Ketten gesichert am Korb hängt und millimetergenau aufgesetzt werden muss. Würde der schwere Kasten gegen den Schornstein knallen, hätte das fatale Folgen. Dann ist es geschafft. Der Kasten ist platziert und passt genau. Mit einer zweiten Fahrt bringen Lothar Mix und Ingo Kühn den Weidenkorb hinauf. Er wird in den Kasten genagelt. Für die Füllung muss Adebar selbst sorgen. Nach knapp einer Stunde ist die Aktion beendet. Die Männer sind zufrieden. "Das war auch für uns mal ein schöner Einsatz", resümiert Eckardt Meyer.

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