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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. Juli 2017 | 22:46 Uhr

Stutenparade Ganschow : Ein Pferd namens Kokette

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Auf der Ganschower Stutenparade am Sonntag stellen Dr. Sebastian und Friederike Soost eine alte Mecklenburger Pferderasse vor

Die erste von jährlich drei Stutenparaden im Gestüt Ganschow ist erfolgreich über den Parcours gegangen und hat die zahlreich erschienenen Besucher bereits zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Am morgigen Sonntag folgt die zweite Parade. Und diese hat noch einen weiteren Höhepunkt in petto.

Im Schauprogramm mit insgesamt 20 Bildern stellt der Groß-Labenzer Historiker Dr. Sebastian Joost im Bild 5 eine alte Mecklenburger Pferderasse vor: seine 28-jährige Schimmelstute Kokette. Geboren wurde sie im Jahre 1989 auf Rügen von Mutter Divise; Vater ist Kobold I. Kokette ist eine Halbschwester zu Kolibri. Und sie wird auf der Parade als Handpferd vorgestellt. Begleitet wird sie dabei von ihrem Neffen, dem 23-jährigen Kosinus, einem Kolibri-Sohn, der als Wallach geritten wird.

„Verkäufer war damals der Reit- und Fahrverein Groß Lüsewitz“, erzählt der Besitzer. „Kokette hat noch das alte Brandzeichen mit Pfeil und Schlange: schnell wie ein Pfeil und wendig wie eine Schlange. Das war der DDR-Einheitsbrand.“ Das Ehepaar Joost hat die Schimmelstute in Sanitz als Schulpferd gekauft; damals war Kokette so an die acht bis zehn Jahre alt. Genutzt wurde sie jahrelang als Springpferd. Auch die junge Familie Joost, Vater Sebastian, Mutter Friederike, eine junge Ärztin, und Töchterchen Charlotte, 1,5 Jahre jung, lieben Kokette. Selbst der Familienspross, Charlotte, findet schon großen Gefallen am Reiten.

Bewährtes erhalten – das ist Ziel einer IG Erhaltungszucht alter Mecklenburger Linien, die sich vor noch nicht allzulanger Zeit gegründet hat. Ihr Anliegen sind der Erhalt der Mecklenburger Linie sowie deren Weiterzucht als Sport- und Freizeitpferd. „Uns geht es darum, diese auf mecklenburgisch-hannoverscher Grundlage gezogene Population des Mecklenburgers innerhalb des Pferdezuchtverbands MV zu erhalten.

„Seit der Öffnung des Zuchtbuchs sind auf mecklenburgisch-hannoverscher Grundlage gezogene Mecklenburger infolge des starken Zustroms von Blut aus Holstein, Oldenburg, Frankreich oder den Niederlanden selten geworden“, so Dr. Joost. „Die IG betreibt deshalb die Zucht des Mecklenburgers nach ,altem Rezept’.“ Gezüchtet wird der bewährte Mecklenburger als zuverläsiges Reit- und Fahrpferd. Pferde, wie sie durch die bekannten Redefiner Hengste Juventus, Grabenstern I oder Mondras repräsentiert werden, sind charakterstark, vielseitig, langlebig, elegant.“ Mit der erfolgreichen Zucht von alten Mecklenburger Linien soll nicht zuletzt ein Stück Kulturgut erhalten bleiben. Interessierte Züchter sind in der IG herzlich willkommen. Auskünfte bei Familie Joost in Groß Labenz (0176-61575718) oder unter www.ig-erhaltungszucht-mecklenburger-linien.de.

 

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erstellt am 15.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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